Maulana Sheikh NazimAllahs Botschaften
Destur, ya Seyyidi. Sprich, auf daß wir dir zuhören. Laß uns aus deinem Herzen sprechen, damit wir überhaupt sprechen können. Wer nicht zuhört, der kann nicht über etwas sprechen. O ihr Menschen, um über etwas berichten zu können, muß man erst zuhören können. Wem sollst du zuhören? Nicht dem, was von dir stammt, sondern dem, was von Ihm kommt. Denn was von Ihm kommt, trägt eine Ehre, hat einen Wert. Das, was von dir stammt, trägt weder Ehre, noch hat es auch nur den geringsten Wert. Deshalb sagten wir anfangs, sprich zu uns, damit wir zuhören, und gib uns Erlaubnis, daß wir das Aufgenommene wiedergeben können.
Wisse jedoch, daß es mit dem Zuhören alleine nicht getan ist. Um zu sprechen, bedarf es einer Autorisierung, einer Erlaubnis. Wer unbefugt redet, dessen Worte sind nichts weiter als leeres und unnützes Zeug. Deshalb, o Mensch, höre auf das, was von Haqq, der Quelle der Wahrheit, zu dir herunterfließt. Denn das, was dieser Quelle entspringt, sind wahre Worte. Allen Propheten wurde aus dieser Quelle aus dem Himmel herabgesandt. Es gab kein Wort, das zu ihnen aus dem Erdreich gesandt wurde. Wenn das Erdreich einen Wert hätte, so wäre es uns nicht unter die Füße gelegt worden, damit wir auf es treten und uns austoben. Zu jeder Zeit seit seiner Erschaffung schaut der Mensch voller Erwartung gen Himmel. Sowohl Segen als auch Unheil kommen von oben, aus dem Himmel. Es gibt niemanden, der die Kraft hätte, das, was von oben kommt, aufzuhalten oder gar abzuwenden.

Daher schicken sie jetzt die Nachricht, daß ihr gut zuhören müßt, damit ihr gut versteht, was von oben gesendet wird. Versucht, richtig zu verstehen, um richtig handeln zu können. „Jede überbrachte Botschaft hat ihre Zeit, wann sie in Erfüllung geht. Ihr werdet es bald erfahren.“ Dies ist, was Allah uns im Heiligen Qur’an berichtet. Er spricht von einer Botschaft. Es gibt also eine Botschaft für den Menschen und das, worüber berichtet wird, ist nah. Niemand kann den Zeitpunkt des Geschehens auch nur für eine Stunde vorziehen oder gar verschieben. Alle Propheten empfingen ihre Botschaften von oben, die sie dann an die Menschen weitergaben, damit diese darauf gefaßt waren, was von ihrem Herrn kommen wird. „O ihr Gläubigen. Wahrlich haben wir jedem einzelnen von euch Unsere Boten gesandt, die euch Unsere Botschaft überbrachten. Werdet ihr dennoch jene verleumden, die euch von Uns berichten? So haltet euch bereit für die Strafe, die euch von eurem Herrn ereilen wird.“

O ihr Menschen, nehmt sie nicht auf die leichte Schulter und verleumdet sie nicht, denn sie sind lediglich die Boten. Denn wenn es eine Botschaft von oben gibt, dann muß es auch himmlische Boten für diese Botschaft geben. Zu jedem Jahrhundert, zu jeder Zeit gibt es einen Boten, der allzeit bereit zwischen Himmel und Erde steht, um die Botschaften aus dem Himmel an die Menschen zu vermitteln. Zu jeder Zeit gibt es eine Botschaft von dem barmherzigen und allerbarmenden oder bestrafenden und erziehenden Gott, und sie ist jedes Mal aktuell. Wenn also Allah davon berichtet, daß es allzeit eine Nachricht für den Menschen gibt, heißt das, daß seine Botschaften nicht vor 1500 Jahren geendet haben. In jedem Augenblick gibt es eine Nachricht, die vom Himmel auf die Erde kommt. Du mußt sie ernst nehmen. Tust du es nicht, mußt du es selber wissen. Vielleicht sind in diesen Nachrichten auch Prüfungen enthalten.

Aber ähnlich den Ländern, die ihre Soldaten haben, die allzeit bereit sind und die Grenzen des Landes gegen einen unerwarteten Angriff schützen und zu jeder Zeit in Alarmbereitschaft stehen, um nicht auf falschem Fuß erwischt zu werden, so hat auch Allah Seine Soldaten. Die Propheten sind Allahs Soldaten, die Awliya’ sind Allahs Soldaten, und jene, die an sie gebunden sind, sind auch Soldaten Allahs. Wenn nicht einmal die Soldaten eines Landes schlafen, wie kann es dann sein, daß Allahs Soldaten schlafen? Daß sie unvorbereitet sind? Nicht vorbereitet zu sein, ist keine Gottergebenheit. Wenn doch, dann ist sie falsch. Deshalb heißt es, stehe bereit für die diesseitige Welt (Dunya), als würdest du niemals sterben, und stehe bereit für das ewige Leben (Akhira), als wenn du jeden Moment sterben würdest. Tust du es nicht, mußt du selber die Verantwortung tragen.

O Mensch! Gib denen Wertschätzung, die die Botschaft Allahs bringen, und nimm sie ernst, denn was von Allah kommt, ist ernst gemeint und trägt eine Ehre. Sie sind die Boten, die weder falsch liegen noch sich irren können. Allah schickt uns zu jeder Zeit eine Botschaft, doch wer weiß, vielleicht empfangen wir sie nicht wegen unseres Schlafzustandes. Daß Er uns benachrichtigt, geschieht, weil Er Rahman und Rahim, der Barmherzige und Allerbarmer, ist. In seiner Barmherzigkeit benachrichtigt Er uns und läßt uns nicht im Ungewissen darüber, was jeden Augenblick auf uns zukommen könnte. Doch, o Mensch, wie viel Wert mißt du dem bei? Wisse, daß man entsprechend deiner Wertschätzung dessen auch dir einen Wert geben wird.

Allah sagte einst zu Jusha, der Friede sei auf ihm, dem Propheten Joshua: „Nimm die Söhne Israels. Es gibt ein Land, in dem eine Festung ist, die von Hünen bewacht wird. Führe Krieg mit ihnen, denn der Sieg ist euch gewiß.“ Jusha, auf dem der Friede sei, nahm die Söhne Israels, und sie zogen los, um die besagte Festung zu erobern. Als die Söhne Israels die Festung erblickten und sahen, daß sie neben den Hünen nur so groß waren wie die Finger an einer Hand, da sagten sie, daß sie es mit denen nicht aufnehmen könnten. Jusha, Friede sei auf ihm, beruhigte sie und teilte ihnen mit, daß sie innerhalb von drei Monden gesiegt haben werden und daß ihr Herr es ihnen so vorhergesagt hätte. Es vergingen sechs Monate, ohne daß sie auch nur einen Stein der Festung einnehmen konnten. Zudem wurden sie von Tag zu Tag hinfortgefegt wie die Blätter vom Wind. Die Söhne Israels hatten keine Geduld mehr und kamen zu Allahs Gesandtem und sagten: „O Jusha! Geh und erobere die Festung mit deinem Gott alleine! Wir machen nicht mehr mit. Wo ist denn das Versprechen Allahs? Wir sollten doch siegen, und statt dessen sterben unsere Leute Tag für Tag, ohne daß sich auch nur ein Stein der Festung bewegt hätte.“ Jusha, auf dem der Friede sei, wurde auf diese Worte hin betrübt und warf sich vor Allah nieder und sprach: „O Allah, stelle mich nicht bloß vor ihnen. Sie konnten deiner Prüfung nicht standhalten. Prüfe sie nicht auf solch schwere und schmerzliche Weise.“ In dem Moment wurde die Erde von einem Beben geschüttelt, und die Festung fiel in sich zusammen und begrub alle Hünen unter sich. Sie nahmen das Land ein, ohne auch nur einen Pfeil abzuschießen.

Allah hat solche Prüfungen, in denen er die Gläubigen mit ihrer Treue und Ergebenheit prüft. Das Versprochene ist mit Sicherheit Haqq, ist wahr. Jedoch hat es seine Zeit, wann es geschieht. Vielleicht ist mit der Zeitangabe eine Prüfung verbunden, mit der sich herausstellen soll, ob du wirklich aufrichtig bist oder nicht. Ob du in deiner Loyalität, deinem Glauben und deinem Gehorsam zu den Siddiqin, den Treuen, gehörst. Allah hat Seine Prüfungen, die niemals enden. Wenn jedoch ein Zeitalter enden soll, damit ein neues an seine Stelle tritt, so ist das Haqq, und so wird es kommen. Dann liegt es auch nicht in der Ferne und entfernt sich auch nicht von Tag zu Tag, sondern kommt immer näher. Es ereilt uns jetzt eine Nachricht, die uns von dem übermittelt wird, der die größte Ehre bei Allah hat, und diese Nachricht, die uns von unserem Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, über unseren Scheich gesendet wird, lautet: „Armageddon steht vor der Tür.“ Möge Allah uns vor seinem Schrecken bewahren. Fatiha
Lefke - 01.12.1999
CategoryArmageddon, CategoryDestiny, CategoryProphet
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