Maulana Sheikh NazimAlles hat seinen Grund
A’udhu billahi min ash-shaytan ar-rajim bismillahi r-rahmani r-rahim, la haula wa la quwwata ..., destur ya sayyidi, medded ya sultanu l-awliya’ tariqatuna ss-ssohba wa l-khayru fi l-jam‘iyya
Dies ist eine Versammlung mit dem Scheich, ein Training für unser Sein. Unser Wesen besteht aus zweierlei, Materiellem und Spirituellem. Beide Arten des Seins müssen erreichen, was für sie vorgesehen ist und was ihnen von Allah dem Allmächtigen gemäß ihrer Erschaffung zu erreichen gewährt wird. Er gab allem die Ehre, daß Er es erschuf. Er erschuf unerkannte Wesen, ungezählte, zahllose Wesen, Er erschuf sie alle. Es ist unmöglich, sie alle zu sehen, einzufangen, zu berühren oder sie zu händeln. Jedes einzelne ist unabhängig und fällt niemals unter den Befehl des Menschen – da’fa l-talibu wa l-matlub – Allah, Allah ... Man kann sie nicht sehen, erreichen, kontrollieren oder verhindern, nicht aufhalten oder verändern. Und ein jedes ist aus einem göttlichen Grund, aus göttlicher Weisheit erschaffen worden. Nichts ist aus keinem Grund erschaffen worden. Alles hat seinen Grund, kein Ding wurde erschaffen, um nichts zu sein – rabbana ma khalaqta hadha batilan. Er erschuf alles in der Schöpfung – alladhi ata kulla shay’in khalqahu, thumma hada –, und Er gab allem seine erschaffene Form; dann sandte Er ihnen Seine Führung – den heiligen Koran, Meere, Meere ...

Ihr könnt eure „Missiles“ nicht kontrollieren, nicht einmal eine einzige; diese gewaltige Rakete könnt ihr zwar bauen, aber kontrollieren könnt ihr sie nicht. Sie ist so groß, gewaltig. Vom Kontrollraum aus mögt ihr sie vielleicht kontrollieren, indem ihr dasitzt und sie unter euren Einfluß bringt, sobald sie aber gezündet ist, könnt ihr nicht einmal über das kleinste Bakterium bestimmen. Noch seid ihr so stolz, so stolz auf eure Technologie. Zahllose erschaffene Wesen laufen von der Vorewigkeit zur Nachewigkeit, ta’tin sifatu l-haqq – es ist unvorstellbar, daß die Schöpfung von Zeit zu Zeit anhielte und dann von neuem begönne. Nein, das kann nicht sein. Allah ist in der Existenz, und Seine göttlichen Eigenschaften sind mit Seinem Wesen, dhat mit sifat, dhatu l-haqq, die Essenz des Schöpfers, sie muß mit Ihm sein. Können wir uns vorstellen, wir existierten zunächst ohne Augen, die uns vielmehr später gegeben worden wären? Oder hätten keine Münder, keine Hände und würden sie später erhalten? Dies ist eine wichtige Sache, eine Öffnung für die letzte Gemeinschaft (umma) in Vorbereitung auf ein Verständnis des göttlichen Wissens, ma‘rifatullah.

Deshalb, wisse, daß du eines von zahllosen Wesen bist und euch etwas gewährt wurde, doch seid ihr gleich nichts. Ihr wollt alle Dinge erreichen, aber es gibt viele Dinge, auf die ihr keinen Einfluß habt, und über viele Wesen ist euch keine Kontrolle gegeben worden. Milliarden von Wesen gehen ungehindert in euch hinein, und Milliarden treten aus euch heraus, sie sind vollkommen frei in ihrem Kommen und Gehen. Kein Computer kann sie zählen. Wozu kommen sie herein, wo laufen sie hin? Sie sind nicht unter eurer Kontrolle, sondern unter der Kontrolle des allmächtigen Schöpfers.

Ya jabbar, ya jabbar, o allmächtiger Gott, um Deiner Erhabenheit willen, o unser Herr, lasse diesen Unglauben (kufr) verschwinden und Deine Diener sich Dir zuwenden, o Herr ... Wenn wir sehr durstig sind, brauchen wir unsere Lippen nur Wasser berühren zu lassen, und schon spüren wir den Durst nicht mehr. Wie können wir überall hinreichen? Allahu akbar. Sie wissen nichts, nichts. Eure „Missiles“, Raketen, könnt ihr kontrollieren, nicht aber einmal eine einzige Ameise könnt ihr lenken. Die Leute sind zugedeckt von solchem Stolz, solcher Unwissenheit! Das Nichtwissen- Wollen bedeutet für den Menschen den größten Schatten (zill), der das Verstehen Allahs des Allmächtigen verdunkelt. Und Ignoranz ist die Frucht des Stolzes, denn die schlimmste Eigenschaft des Egos ist es, stolz zu sein. Wenn jemand stolz ist, sieht er nichts außer sich selbst. Sodann ist er unwissend und fällt in das Meer des Unwissens, in dem man nichts sehen kann. Das Meer der Unwissenheit ist so dunkel – idha akhraja yadahu lam yakad yarahu –, daß man in dieser Dunkelheit nicht einmal den eigenen Finger erkennen kann.

Die Leute des 21. Jahrhunderts schauen jetzt, aber sie sehen nichts. Sie sind so stolz wie lauter Nimrods; Nimrods in jeder Größe, riesengroßer und Miniatur-Größe, in Virus- und in Ameisen-Größe. Es gibt so viele Arten von Ameisen ... Allah der Allmächtige möchte diesen Schleier der Unwissenheit von den Menschen heben. Er möchte die Menschen aus der Dunkelheit der Unwissenheit (jahl) heraustragen, deshalb schickt Er göttliche Lichter herab. Jener Teil der menschlichen Natur, der zu den Himmeln gehört, ist nicht in seiner Beziehung zur himmlischen Unterstützung abgeschnitten. Denn eines jeden Seele kam von den Himmeln, aber nach einer Zeit wird sie abgeschnitten. Nur die Verbindung der Propheten zu den Himmeln und der Heimat ihrer Seelen, sie wird nicht abgeschnitten. Nein!

Deshalb: Sie kommen mit himmlischen Lichtern und tragen den Leuten auf und sagen: „Kommt, wir werden euch Lichter geben.“ Jeder hat eine Kerze, aber die meisten Leute laufen weg und sagen: „Das brauchen wir nicht, was wir tragen, ist genug.“ Sehr wenige bitten darum, zu kommen und ihr himmlisches Licht in Empfang zu nehmen. Wenn ihr diese himmlischen Lichter nicht erreichen könnt, werdet ihr niemals sehen können. Wenn Allah der Allmächtige sagt, man könne in jener Dunkelheit, die einen umhüllt, nicht einmal den eigenen Finger erkennen, so bedeutet das, daß man nicht einmal Wissen über die eigenen Organe gewinnen kann, die zu unserem physischen Wesen gehören; wenn du es nicht einmal schaffst, zu sehen und über diesen kleinen Finger Bescheid zu wissen, was ist dann erst mit der Gesamtheit deines physischen Körpers? Und was läßt dein totes physisches Wesen zum Leben kommen, wie geschieht das? Es wird dir nicht gelingen, irgend etwas zu wissen!

Die Propheten wurden mit Licht (nur) auf die Erde gesandt. Diese himmlischen Lichter zogen einige Menschen an, zu den Propheten zu kommen, aber die meisten rannten weg, wie Allah der Allmächtige in einem Beispiel sagt: humuhum mustaghfira, farrat min qaswara – „Jene, die vor den Propheten weglaufen, sind wie wilde Esel, die fliehen, wenn sie einen Löwen sehen.“ Ma tarak – Allah der Allmächtige läßt es uns niemals an Beispielen fehlen, Er gewährte uns das Geschenk tatsächlichen Beispiels aus dem heiligen Koran. Wir zitieren einen Vers oder einige Teile von Versen, die in vollkommener Weise das ausdrücken, was über jene gesagt werden muß, die die Propheten annehmen, und jene, die weglaufen. Deshalb: Die wichtigste Sache im Leben des Menschen ist zu glauben. Und für die Gläubigen ist das wichtigste, nach solchen erleuchteten Menschen zu suchen, die ihre Kerzen anzünden können. Tun sie dies nicht, so mögen sie Muslime sein, aber trotzdem in Dunkelheit verharren; und sie werden nichts über ihren Herrn erfahren. Allah, Allah, Allah ... O unser Herr, Du bist Sultan, der ewige Sultan. Deine Herrschaft ist ezeli, ebedi, sermedi, daimumi, taqbal ma’dhiratana (vorewig, nachewig, ewig, immerwährend. Du nimmst unsere tiefe Reue an.)

- 26.03.2001
CategoryCreation, CategoryKnowledge
Valid XHTML :: Valid CSS: :: Powered by WikkaWiki