Maulana Sheikh NazimAus den Lehren des Großsheikhs
Allah der Allmächtige lehrt uns durch so viele Lektionen, so daß wir für Seine Göttliche Gegenwart passend gemacht werden. Jetzt werden wir über die Wunder unseres Propheten (s.a.s.) sprechen. Jeder Prophet brachte Wunder und mußte auch Wunder tun, damit die Leute verstehen konnten, daß er ein außergewöhnlicher Mensch mit einer von ihnen unterschiedenen Persönlichkeit war. Unser Prophet (s.a.s.) sagte: „Wer mich sieht (und die Wunder, die ich brachte) und an mich glaubt, für den ist der Glaube eine Gunst von Allah dem Allmächtigen an Seinen Diener; jedoch bin ich nicht überrascht, daß die, die mich sehen, an mich glauben. Vielmehr erstaune ich über jene, die nach unserer Generation kommen und an mich glauben, da sie nur in Geschichtsbüchern über mich lesen. Größte Glückseligkeit (tuba) denen, die mich gesehen haben und an mich glauben. Siebenmal größere Freude aber denen, die mich nicht getroffen haben, jedoch glauben, da sie nur von mir gehört haben.“
Eines Tages saß der Heilige Prophet mit seinen Gefährten zusammen, als zwei Männer hereinkamen, die ihre Bäuche vor Schmerzen hielten und sagten: „O Rasulallah, wir haben heftige Magenschmerzen – bitte, behandle uns mit deiner Medizin.“ Der Prophet antwortete: „Ihr müßt etwas gegessen haben, das das verursacht hat, ihr müßt rohes Fleisch gegessen haben.“ „O Prophet, wir haben die letzten zwei Wochen kein Fleisch gegessen, wie kann da erst die Rede von rohem Fleisch sein.“ „Nein, ihr müßt rohes Fleisch gegessen haben, sage ich euch.“ Wieder stritten sie es ab. So wies er sie an, auszubrechen, was sie im Magen hatten, und sie beide erbrachen große Brokken grünen, verwesten, rohen Fleisches. Hierüber waren die beiden Männer erstaunt, und zwar aus zwei Günden: Erstens weil sie so etwas Derartiges gar nicht gegessen hatten, nicht mal im Traume daran gedacht hätten, so etwas zu tun, und jetzt würgten sie es aus ihren eigenen Bäuchen hervor. Und zweitens weil ihre Schmerzen, unter denen sie gelitten hatten, auf der Stelle verschwunden waren. „O Rasulallah, wir schwören dir, daß wir dies niemals gegessen haben.“ Darauf antwortete der Prophet (s.a.s.): „O ihr Leute, gingt ihr nicht gerade an dem Haus einer bestimmten Person vorbei und spracht schlecht über sie? Sagte nicht Allah, daß, wer üble Nachrede hält, das rohe Fleisch vom Kadaver seines Bruders ißt? Allah sprich nur die Wahrheit, und dies ist der Beweis dafür.“

Wenn ihr übel nachredet, zerstört ihr euren eigenen Glauben und den eures Opfers gleichermaßen, denn wenn jemand schlecht über einen anderen redet, so erreicht diesen Menschen „eine schlechte Strömung“, und er trägt diese Beleidigung wie eine schwere Last, die um seinen Nacken gewunden ist. Du zerstörst deinen Glauben und seinen Glauben und ziehst Dunkelheit und Verrücktheit auf ihn. Aus diesem Grund ist es im Islam streng verboten, sich gegenseitig zu diffamieren. Wenn du auf der anderen Seite gute Dinge über eine Person sprichst, so dehnt sich ein „guter Fluß“ nach ihr aus und schüttet Licht auf ihre Seele.

Deshalb ist befohlen worden, in Abwesenheit von Leuten Bittgebete (Du‘a) für sie zu sprechen. Der Prophet (s.a.s.) sagt, daß, wenn ein Gläubiger ein Bittgebet für einen abwesenden Bruder spricht, dieser gute Wunsch zu ihm hinausgeht und ihn heller, stärker und freudvoller macht. Gleichfalls schickt Allah der Allmächtige einen Engel zu jenem Bittsteller mit den folgenden guten Nachrichten: „So sehr du für diesen Bruder um Licht, Stärke und Glück bittest, in dem Maße gibt Allah es auch dir.“ Auf diese Weise profitieren beide Seiten davon, und in ähnlicher Weise werden beide Seiten leiden im Falle schlechter Nachrede, da Dunkelheit auf dein Herz herabsteigt so wie auch auf seines. Ohne üble Nachrede würden die Beziehungen untereinander stärker sein, und so sehr wir miteinander verbunden sind, um so mehr ist Allah der Allmächtige mit uns zufrieden und breitet über uns Seinen Göttlichen Schutz aus.

Unser Großsheikh erklärte darüber hinaus, daß, wenn jemand über eine Person Schlechtes redet, es bedeutet, daß er sein Opfer mit einer schweren Last beschwert, so daß es für ihn schwierig wird, gottesdienstliche Handlungen zu tun. Allah der Allmächtige hat mit Nachdruck erklärt, daß Er den Menschen nur dazu geschaffen hat, damit er Ihm diene, und wenn ihr schlechte Nachrede übt, schneidet ihr diese Person vom Gottesdienst ab und bringt sie auf diese Weise um. In dieser Zeit kann die Mehrheit der Menschen die gottesdienstlichen Handlungen, die von ihnen verlangt werden, nicht ausführen. Sie sind, was dies angeht, sehr schwerfällig und desinteressiert, so schnell und handlungsfreudig aber, wenn es darum geht, dem Teufel zu dienen und seinem Weg zu folgen.

Üble Nachrede ist einer der entscheidenden Gründe dafür, daß Leute mit ihrem Gottesdienst in Verzug geraten. Der Prophet sagt, daß Allah der Richter der Richter ist und daß niemand so wie Allah richten kann. Wenn jemand übel nachredet, macht er sich zum Richter ohne Ermächtigung vom Richter der Richter, so er spricht: „Der so und so ist ein schlechter Mensch!“

Wisse, daß du nicht der Richter der Diener Deines Herrn bist. Er erschuf sie, und Er beurteilt sie, wie Er will! Wer dies nicht wissen will, macht sich selbst zum Partner Allahs (Shirk), und dies ist eine der größten Sünden – denn Allah duldet nicht, daß Ihm Partner zugeschrieben werden. Wer sucht einen Partner? Der nicht genug Kraft hat, der sucht einen Partner, aber Allah der Allmächtige hat endlose Macht und alles durchdringenden Willen – wozu sollte Er einen Partner suchen wollen? Ein Mann mag eines Sohnes bedürfen, der ihm nachfolgt, aber Allah hat keinen Bedarf an einem Nachfolger. Ihm ist das ewige Dasein, das keine Grenzen der Zeit kennt. Aus diesem Grund sollte jeder sehr vorsichtig sein. Ich glaube, dies ist genug, euch zu zeigen, was für eine schreckliche Sache üble Nachrede ist.
Damaskus - 01.10.1981
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