Maulana Sheikh NazimÜber Bayat, das Händeküssen u.v.m.
Frage: Es gibt Leute, die sich dagegen wehren, Bayat, den Bund, mit Euch zu nehmen. Wenn wir unserem Propheten (s.a.s.) Bayat gegeben haben, warum müssen wir ihn dann auch vor Euch leisten?
Sheikh Nazim: Wer ist es, dem wir Bayat geben? Wie die Sahaba haben wir den Propheten Mu- hammad (s.a.s.) vor uns. Uns ist aufgetragen worden, unseren Eid wahrhaften Leuten zu geben, einem Sheikh. Frage: Ist es im Islam eine Notwendigkeit, vor einem Sheikh unseren Eid zu leisten, wie die Sahaba es taten nach dem Hinscheiden Mu- hammads (s.a.s.), als sie Abu Bakr ass- siddiq Bayat gaben? Sheikh Nazim: Ja! Bis ins Jahr 1924 hätte jeder Muslim seinen Eid dem Sultan geleistet, der den Propheten (s.a.s.) repräsentierte. Frage: Ist damit gemeint, wie der Prophet (s.a.s.) uns sagte, daß, wenn wir zu dritt oder mehreren sind, wir einen Emir wählen sollen? Sheikh Nazim: Nein, ein Emir ist etwas anderes. Nicht jeder, den wir einen Emir nennen, ist einer. Ein wahrhafter Emir muß Stärke haben. Emir bedeutet Sultan zu sein, ein Schatten der Himmel auf Erden. Ihm müßt ihr euren Eid leisten. Ihr müßt gehorchen, das ist es, was bayat bedeutet. Frage: Wer sind die Erben des Propheten (s.a.s.)? Die Leute mit islamischem Wissen? Sheikh Nazim: Das zu haben, ist nicht genug. Es hat mit Geistigkeit zu tun. Frage: Müssen die Anhänger eines Sheikhs ihm blindlings folgen? Sheikh Nazim: Niemals blindlings! Der Prophet (s.a.s.) hatte offene Augen, und seine Anhänger müssen es ebenso anstreben. Frage: Viele Leute glauben, daß, einem Sheikh bayat zu geben so ist, wie einem Diktator zu folgen. Sheikh Nazim: Wenn du ein Flugzeug nimmst, schenkst du auch dein Vertrauen dem Piloten. Du würdest doch nicht daran denken, ihm zu sagen, was er zu tun hat. Dasselbe gilt für Doktoren; Leute tun, was immer die Doktoren ihnen sagen. Hättet ihr Augen, die alles sehen könnten, brauchtet ihr keinen Sheikh. Wir wollen unseren Leuten die Augen öffnen und sie nicht blind machen. Frage: Leute haben etwas dagegen, wenn Euch die Hände geküßt werden. Sheikh Nazim: Ich bin kein Sultan. Laßt die Leute doch deren Hände küssen! Diese Leute sind neidisch, denn sie zollen ihrem Herrn nicht den vollen Respekt. Wenn es so wäre, würden die Menschen sie respektieren. Vielleicht bin ich in der Göttlichen Gegenwart geachet, und aus diesem Grund laufen die Leute zu mir. Ich bitte ja niemanden, zu mir zu kommen und mir die Hände zu küssen! Sie bestürmen mich aus allen Teilen der Welt, und ich schicke sie nicht weg. Warum sollte ich? Sind meine Hände schmutzig? Wären sie es, würde ich es verhindern. Aber die Hände derer, die etwas dagegen haben, sie sind schmutzig von ihrer schmutzigen Arbeit. Wenn Leute einem gesegneten Menschen nahe kommen, empfinden sie Vertrautheit und möchten Kuß geben und umarmen. Wenn jemand seinen Respekt dadurch zeigen will, daß er die Hand küßt, ist es nach der Islamischen Shari‘ah nicht verboten. Niemand kann einen offensichtlichen Beweis dafür erbringen, daß der Prophet Muhammad (s.a.s.) es nicht erlaubte. Frage: Aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen küssen Euch die Hand. Ist das im Islam erlaubt? Sheikh Nazim: Haben sie einen Anhaltspunkt dafür, daß es nicht erlaubt wäre? Wäre dies verboten, hätten wir keine Erlaubnis, uns unseren Frauen zu nähern. Sie haben keine Kenntnis des islamischen Rechts (fiqh). (Qur’an, Sure 4/43 und Sure 5/6). Du darfst berühren. Frage: Für den Mahram oder ...? Sheikh Nazim: ... an-Nisa’, ist alif lam ein Zeichen für alle Frauen oder nur für einige? Es ist eine geheime Wirklichkeit darin: Du kannst eine Dame berühren, aber wenn es dein Ego mit einem schlechten Wunsch erwachen läßt, ist es verboten. Einer mag seine Tochter oder seine Mutter berühren, und es ist nicht verboten. Er mag seine Frau berühren, und es könnte verboten sein. Nichts erwacht in einer Person mit seinem Mahram. Aber ohne Mahram ist es gefährlich. Deshalb verhindert die Shari‘ah, ohne Grund zu berühren. Andernfalls könnte ein Arzt den Körper einer Frau nicht berühren. Niemand hat etwas gegen die Millionen von Frauen einzuwenden, die jeden Tag zu Ärzten gehen und alles zeigen. Das gab es nicht zur Zeit des Propheten (s.a.s.). Wenn sie gebären, zeigen sie sich ganz und gar! Wie kann das sein? Warum beschweren die Leute sich nicht darüber? Statt desssen kommen sie zu mir, einer Person im Alter von 80 Jahren! Die Shari‘ah erlaubt es, daß die Hände von Propheten und ihren Erben geküßt werden. Ich sage den Damen nicht, herzukommen und meine Hand zu küssen. Nein! Sie kommen, um ihren Respekt zu erweisen. Ich kann es nicht zurückweisen, denn ich rufe Europäer, Nichtmuslime, zum Islam. Sie sind noch neu, und wenn ich es verhindern würde, daß meine Hand geküßt wird, würde es ihre Herzen brechen. Sie würden den Islam anklagen, er habe keine Sanftheit. Wir leben nicht in Saudi-Arabien, Libyen, Algerien, der Türkei, in Iran oder Pakistan! Ich rufe die Leute hier, in Europa. Deshalb können wir die Methoden benutzen, die der Prophet (s.a.s.) zu Beginn des Islam anwandte. Zu jener Zeit wurden auch keine Kopftücher benutzt. In den ersten 13 Jahren in Mekka mischten sich die Frauen frei unter die Männer und trugen keine Kopftücher. All das kam in Medina. Die Leute, die mich wegen dieser Punkte anklagen, verstehen nichts von Islam. Sie sind Gelehrte, aber leere! Frage: Welches sind nach der Hanafi-Schule die Vorschriften für eine Frau, wenn sie Euch ohne Verlangen berührt? Bedarf es einer Waschung? Sheikh Nazim: Alle vier Schulen stimmten in diesem Punkt überein, dann aber verhinderte Imam Shafi es. Er wollte absolut fitna vermeiden, das entsteht, wenn junge Leute sich berühren. Abu Hanifa gab die Erlaubnis unter einer Bedingung: Wenn sich die Gefühle nicht ändern und haram werden, ist es in Ordnung. Wenn sie sich ändern, ist es auch nach der Schule des Abu Hanifa verboten. Wenn sich die Gefühle ändern, wird unser Körper schwach und die Gefühle entladen sich, und unser Wudu’ wird ungültig. Frage: Warum fühlen sich Leute so zu Euch hingezogen? Sheikh Nazim: Sie werden geistig angezogen, weil ihre Seelen in demselben Pool schwimmen wie meine: in einem Meer von Barmherzigkeit. Ihre Seelen sind mit meiner vertraut. Ich bin mit ihnen seid dem Tag der Versprechen zusammengewesen, ob sie sich dessen bewußt sind oder nicht. Ich erreiche jetzt jeden Sultan auf Erden, weil ihre Zeit herannaht. Alle Präsidenten werden untergehen. Im 21. Jahrhundert werden Präsidenten, Demokratie und Parlamente verschwinden, und die Sultane werden kommen. Dies ist in den heiligen Büchern geschrieben: im Alten Testament, dem Neuen Testament und dem Heiligen Qur’an. Frage: Viele Leute sagen, daß Islam sich nicht in der Kleidung zeigen muß, sondern es besser sei, ihn im Herzen zu tragen. Sheikh Nazim: Diese Leute sind total dumm! Sie machen Werbung für die Satansschule. Warum haben Armeen ihre Uniformen? Wenn Kleidung nicht wichtig wäre, erzählt doch den Generälen oder dem Papst oder dem Patriarchen, zivile Kleider statt dessen zu tragen. Glaubt ihr, es hätte keine Bedeutung? Wie kommen Muslime nur auf solche dummen Fragen? Frage: Leute sagen, daß, wenn der Prophet (s.a.s.) heutzutage kommen würde, er die Kleider unserer Tage trüge, Jeans und einen Anzug. Sheikh Nazim: Jeans sind sehr ungesunde Kleider. Die traditionellen muslimischen Kleider sind sehr gesund. Aber die Leute verstehen solche Sachen nicht. Sie wollen nach der Mode gehen, und sie wollen alle anderen Muslime darauf vorbereiten, dasselbe zu tun: ihren häßlichen Moden zu folgen! Wir haben es nicht nötig, irgend jemandes Moden zu folgen. Wir haben unsere eigene Ursprünglichkeit und unsere eigene Tradition in unserer Art und Weise, uns zu kleiden, und in jeder anderen Sache auch. Nur schwache Leute müssen starken Leuten folgen. Wir sind durch unsere eigene Art der Bekleidung geehrt. Wenn Leute eine Arbeit haben, wo es nötig ist, einen anderen Stil zu pflegen, ist das in Ordnung. Zur Zeit des Sultans kam jemand und fragte den Großmufti: „Ich habe gerade eine Kuh gekauft, und jedesmal, wenn ich sie melken will, weigert sie sich, denn sie ist an ihren alten Besitzer gewöhnt, der immer einen Hut trug. Erlaubt Ihr mir, während der Zeit des Melkens einen Hut zu tragen?“ „Ja“, antwortete der Großmufti, „solange du melkst, ist es in Ordnung!“ Dies richtet sich an alle Muslime in nichtislamischen Ländern. Frage: Die Harvard Universität macht eine Untersuchung über die Annahme, daß das 21. Jahrundert ein Jahrhundert der Spiritualität sein werde. Sheikh Nazim: Die Harvard Universität ist eine ernsthafte Universität. Sie beschäftigen sich mit einem sehr wichtigen Punkt. Aber wie machen sie es? Das Ziel ist wie eine Insel im Meer. Sie haben Christentum, Judaismus und Islam vor sich. Sie alle haben Schiffe, aber das Schiff der Christenheit ist 2000 Jahre alt, das Schiff des Judentums 4000 Jahre alt, das islamische ist das neueste. Wenn du für eine lange und gefährliche Reise wählen solltest, würdest du dich für das älteste oder das neueste Schiff entscheiden? Das ist die Frage, die ich gerne den Leuten von Harvard stellen würde! Sie müssen das neueste Schiff annehmen, das am besten intakt und das stärkste ist, und nicht die rostigen alten Schiffe.

- 01.01.1997
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