Maulana Sheikh NazimDas Licht kommt vom Himmel
Möge Allah unser Treffen segnen. Daraus entsteht Freude im Herrn. Darum muß der Mensch nach Segen streben und dem, was dahin führt. Glaubt nicht, Geld oder Juwelen oder Macht seien der Weg zum Segen Allahs des Allmächtigen. So viele reiche Menschen erreichen keine Freude in ihrem Reichtum. Freude und Zufriedenheit braucht der Mensch am meisten, nicht das Materielle. Friede ist ein Geschenk des Himmels, und man bekommt ihn nur mit dem Segen des Himmels. Darum muß jeder nach dem Weg zum Segen fragen. Leider muß ich sagen, daß dieses Jahrhundert im Erziehungswesen keine Lehre hat, die die Menschen den Weg zum Segen lehrt. Alles, was Menschen lernen, bezieht sich auf Materielles. Das materielle System kommt aus der Quelle des Atheismus. Wie können Menschen ohne Glauben Segen erlangen? Darum sehen wir von außen alles vollkommen. Der Herr der Himmel läßt die Menschen auch das Unsichtbare kontrollieren, z.B. die Elektrizität. Sie ist unbekannt und nicht begreifbar. Wenn man das Innere des Menschen öffnet, sieht man auch nichts. Die Menschen sind nur mit ihrem Verstand beschäftigt, und die Gedanken liegen im Krieg miteinander. Jeder hat andere Wünsche, die einander auch bekämpfen. Dann gibt es oft Unfälle. Niemand kann sein Leben nach seinen Wünschen ausrichten. Die "Unfälle" machen den Leuten Probleme, und sie geraten aus der Fassung, weil es nicht nach ihren Plänen geht und man keine Kontrolle über die Ereignisse hat. Ohne Kontrolle kein Friede. Man fragt mich: Soll ich Arzt werden, Geschäftsmann, Musiker, Schauspieler, Tänzer?
Die Menschen fragen mich, wie sie Zufriedenheit erlangen können. Das Problem von fünf Milliarden Menschen sind die kollidierenden Wünsche. Deshalb brauchen wir ein Licht. Ein Auto ohne Licht ist gefährlich. Die Menschen des 20. Jahrhunderts legen hierauf keinen Wert: auf Licht. Daher kommen die vielen "Unfälle": Mann gegen Frau, Kinder gegeneinander, Kinder gegen Eltern, Eltern gegen Kinder, Nachbarn gegen Nachbarn, Bürger gegen Regierungen. Es ist wie in einer großen Arena. Schwer zu ertragen. Niemand fragt nach Licht, dabei kommt es vom Himmel. Der Herr der Himmel zeigte uns, daß das Licht vom Himmel kommt. Es zeigt uns, wie wir unser Leben leben sollen.

Darum haben alle Propheten den Menschen göttliches Licht gebracht. Aber das 20. Jahrhundert will nur noch Neonlicht, das die Nacht zum Tag macht. Wir müssen nach himmlischem Licht fragen, sonst gibt es immer mehr Unfälle. Jeder Prophet war die Sonne seiner Zeit. Einige Sonnen oder Sterne werden zu schwarzen Löchern. Dann schickt Allah neue Sonnen, und die letzte Sonne kam vor eintausendfünfhundert Jahren und steht seitdem noch immer am Horizont. Wer nach Licht fragt, muß zu ihm schauen.

Vor einigen Nächten schaute ich auf den Neumond. Er gab kein Licht und war der Sonne zugewandt. Sein Licht kommt ja von der Sonne. Auch wir haben ursprünglich kein Licht. Aber wenn wir uns dem Herzen des Propheten zuwenden, erlangen wir Licht. Und auch die Heiligen haben Licht, das sie uns geben können. Das nennen wir spirituelle Verbindung (rabita). Licht kommt von ihnen zu uns und gibt uns Frieden. Im Dunkeln hat man Angst. Geht das Licht an, dann werden wir ruhig. Ohne Licht gibt es keine Zufriedenheit. Ihr kennt die großen Elektromasten. Wenn ihr zu ihnen kommt, habt ihr immer Licht. Sie werden Licht geben bis zum Tag der Auferstehung.

Das ist der Segen, um den wir bitten, mehr und mehr Licht vom Himmel zu bekommen. Unsere Zuhörer hier sind nicht sehr zahlreich. Ich erbitte Segen vom Herrn der Himmel für euch alle im Diesseits und Jenseits, und ich bitte Ihn, daß Er euch mehr Licht gibt und daß ihr mehr danach fragt als nach Materiellem. Mit dem Materiellen kommt die Schwere. Das Geistige macht leicht und kraftvoll. Der Herr der Himmel will nicht, daß wir wie Krokodile über die Erde kriechen, die einander beißen und fressen. Er will, daß wir aufstehen und zum Himmel aufsteigen. Der Weg zum Himmel ist klar beschrieben in den heiligen Büchern. Wenn ihr dies wollt, bekommt ihr himmlische Schwingen. In allen Kirchen werden Flügel dargestellt, denn der Herr der Himmel kann euch Flügel verleihen. Ihr könnt wie die himmlischen Wesen den Himmel erreichen. Jesus wartet dort auf euch, ihr könnt zu ihm, statt auf der Erde zu kriechen. Fragt nach himmlischen Flügeln. Auch für Muslime gilt das. Jesus hatte einen Herrn, vor dem er sich verbeugte. Fragt nach himmlischen Flügeln und macht, daß euer Ego sich vor eurem Herrn verbeugt. Euer Leben wird sich dann verändern, es wird das Ende des Leidens sein, das Ende der Probleme. Ihr werdet dann im Ozean des Friedens sein. Wegen dieses Segens seid ihr hierher gekommen.

Danke für eure Aufmerksamkeit. Es ist Zeit fürs Nachmittagsgebet.
Bochum Waldorf-Schule - 03.10.1995
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