Maulana Sheikh NazimDas Nachdenken über den Tod
Unser Großsheikh sagte: 'Jeder, der erklärt, in einer Tariqat (Sufiorden) zu sein, und der nach einem Weg zu Gott dem Allmächtigen sucht, muß als unerläßliche Grundvoraussetzung jeden Tag mindestens viermal über den eigenen Tod nachdenken.'
Der Tod ist für jeden Menschen der Königsweg, um in Kontakt mit den himmlischen Welten zu treten. Viermal täglich sollten wir daran denken, wie wir diesen Körper verlassen und von diesem Leben ins himmlische Leben übergehen werden. Dies ist eine wichtige Übung, damit man bereit und nicht überrascht ist, wenn der Tod an seine Türe klopft. Der Tod ist der einzige Weg, um in Kontakt mit dem Herrn zu kommen. Eine Tradition des Propheten (s.a.s.) sagt: "Wenn jemand mit dem Tod nicht zufrieden ist, ist sein Herr nicht zufrieden mit ihm. Wenn er sich freut, seinen Herrn zu treffen, ist sein Herrn erfreut, ihn zu treffen."

Tariqat ist der innere, erleuchtete und machtvolle Weg der Shari'ah. So ist es z.B. für die Shari'ah ausreichend, wenn ein Mann einmal am Tag für alle fünf Gebete Wudu macht. Die Tariqat empfiehlt aber, für jedes einzelne Gebet immer wieder neu Wudu zu machen. Ebenso ist es gestattet, alleine in seinem Haus oder Laden zu beten, aber in der Gemeinschaft zu beten hält die Shari'ah wesentlich stärker. Es ist natürlich immer eine Frage der persönlichen Fähigkeiten. Einige haben Himma - ein großes Verlangen nach Gottesdienst. Andere sind faul oder zumindest träge. Du kannst zu ihnen nicht sagen, "Steh' auf und erneuere dein Wudu." Wo doch mehr Wudu Licht über Licht (24:36) ist. Unser Großsheikh sagt, 'Wenn einer viermal am Tag an seinen Tod denkt, dann schauen die Awliya's nach ihm.' Und dies ist wichtig, damit göttliches Licht in unser Herz kommt und uns Freude, Frieden und Glück geben kann. Wir müssen darum bitten, daß sie auf und nach uns schauen.

Das Erinnern an den Tod macht uns akzeptabel für die Tariqat und stärkt die Shari'ah. Nachdenken über den Tod hält einen davon ab, der sinnlosen Narretei des weltlichen Lebens zu verfallen und solch unehrenhafte Dinge zu begehren wie Alkohol, Zigaretten oder Drogen oder gar Ehebruch zu begehen. Menschen, die von ihrem Glauben abgefallen sind, haben weder Verstand noch gute Gefühle. Sie können nicht denken, sondern werden wie Tiere von ihrer Eigennützigkeit geleitet. Oder, wenn sie denken können, können sie sich nicht stoppen und sind kraftlos, sich selber aus dieses Dummheit zu befreien. Die Erinnerung an den Tod gibt Willenskraft und hält so die Menschen von der Schlechtigkeit ab und davon, in die Hände der Teufel zu fallen.

Dies ist die letzte Nacht dieses Monats, die letzte Nacht dieses Jahres und die letzte Nacht dieses Jahrhunderts, des 14. Jahrhunderts. Die folgende Nacht wird die erste eines neuen Jahres und die erste eines neuen Jahrhundert sein. Diese Nacht beschließt einhundert Jahre. Wir hoffen auf ein gutes Ende der letzten hundert Jahre und auf einen guten Beginn der nächsten hundert Jahre für den Islam und für alle Menschen auf dieser Welt. Wir bitten um den Segen und die Barmherzigkeit und die Vergebung Gottes für die Ehre unseres geliebten Propheten Muhammed Habibullah (s.a.s.).

- 20.11.1979
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