Maulana Sheikh NazimDie kleinen Dajjals - „Lifestyles“, Jugendkultur und der Antichrist
Schatz des Paradieses, der dem Volke Muhammads (s.a.s.) geschenkt wird ... Wenn etwas schwierig wird, etwas über deine Grenzen oder über deine Kraft geht, wenn du dich schwach fühlst, benutze jene heiligen Worte, die auf Arabisch folgendermaßen lauten: La haula wa la quwwata illa billahi l‘aliyyi l-‘azim. Dies sind heilige Worte, und wer sie in diesem Bewußtsein ausspricht, der kann dadurch Berge versetzen, ja sogar Kontinente, so groß ist ihre Kraft. Darum sagt sie jeden Tag hundertmal. Wenn du denkst, du schaffst es nicht, dann sag Bismillahi r-rahmani r-rahim, la haula wa la quwwata illa billahi l‘aliyyi l-‘azim. Wenn dir etwas zu schwierig erscheint oder du etwas nicht tragen kannst, sprich diese Worte.
Nun ist das Leben sehr schwer, schwieriger als jemals zuvor. Niemals zuvor hatte die Menschheit ein so schweres Leben, trotz all jener Erfindungen und Instrumente, die das Leben erleichtern sollen. Die Technik hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht, und was früher der Mensch machte, machen jetzt Maschinen. Aber je mehr Maschinen es gibt, die das Leben leichter machen, um so zahlreicher werden die Schwierigkeiten des Lebens, denn wenn der physische Körper erschlafft, leidet der Mensch auf der spirituellen Ebene.

Wenn der Mensch keine Ruhe findet durch seine Spiritualität, wird ihm das Leben zur Hölle. Welche Technik oder Maschinen können ihm dann helfen? Wenn er in sich selbst keinen Frieden findet, was können ihm dann Autos oder Flugzeuge oder Schiffe oder Fernsehen oder Computer noch geben? Was hat er dann von Milliardensummen oder von Gold und Juwelen?! Nichts! Wenn eine Frau krank wird und der Arzt ihr sagt, sie habe Krebs – Allah muhafida! – kann ihr dann die Technik helfen oder ihre Traurigkeit wegnehmen? Was hätte sie dann von Juwelen?

Der Mensch des 20.Jahrhunderts erreicht alles durch einen Knopfdruck – alles außer dem Geschmack, der Freude am Leben. Denn mit der Freude am Leben entfaltet sich der Geschmack. Die Menschen haben den Glauben aus ihrem Leben entfernt. Wie können sie sich dann ein „süßes“ Leben erhoffen, wenn sie statt Zucker Gift zu sich nehmen, das voller Bitterkeit ist? Das Leben ist nun für die Menschen bitterer als Gift, weil sie die Süße und den Honig des Glaubens nicht mehr nehmen. Sie haben ihn verloren, weggeworfen, bezeichnen ihn als nutzlos, und statt dessen nehmen sie Gift. Darum ist dies die schwierigste Zeit der Menschheit. Von gestern nacht bis heute morgen liefen die Menschen umher, um etwas von der Süße des Lebens zu finden – Glaubt ihr, es ist ihnen geglückt? Das, dem sie hinterherjagen, bekommen sie nicht; laßt euch durch sie nicht täuschen. Sie laufen durch die Straßen, durch die Nachtclubs, Diskos, Theater, Opern, Kinos, Kasinos ... Glaubt nicht, sie fänden dort irgendeinen Geschmack, außer dem Geschmack von Gift. Laßt euch nicht durch ihre Kleidung täuschen oder durch ihre Juwelen, ihre Autos, ihre Geschäfte, ihren Reichtum, ihren Status, ihre Paläste, ihr „Privatleben“, ihre Freundinnen. Laßt euch nicht täuschen; denn all dies stellt nur verschiedene Arten von Gift dar. Nach außen hin mag es den Anschein haben, als genössen sie das Leben, und für das Ego sieht es auch so aus. Aber in Wirklichkeit haben sie keine Freude.
Der Prophet, Friede sei auf ihm, sagte über den Antichristen (dajjal), er werde Beispiele aus Himmel und Hölle mit sich bringen: Sein Paradies ist in Wirklichkeit die Hölle, und seine Hölle ist in Wirklichkeit janna, das Paradies. All diese Dinge – Nachtklubs, Diskos, Bars, Kasinos, Theater, Oper usw. – gehören zu den kleinen dajjals, die dem eigentlichen Antichristen vorangehen und von denen es dreißig gibt. Sie haben den Menschen ihr Schlechtestes gegeben, und sie sind es, die diesen lifestyle geschaffen haben. Eine Gruppe von ihnen kreiert den Lifestyle der Jugendlichen, und sie programmieren jetzt das Leben der Menschen. Sie sagen: „Wenn ihr euch in unser Programm einklinkt, seid ihr wie im Paradies.“ Sie bestimmen das Programm der Jugendlichen. Seht euch an, wie die Jugendlichen über die Straße gehen. Das ist der lifestyle, den der Antichrist für die Jugendlichen programmiert hat, überall. Er ordnet auch an, wie man wohnen soll, was man benutzen soll, was man kochen und essen soll, was man anziehen soll ... Alles ist vom Antichristen programmiert. Er sagt: „Das ist janna, das Paradies für euch Jugendliche.“

Gestern besuchten wir eine Universität. Das Leben der Studenten ist auf die niedrigste Stufe programmiert. Habt ihr dort so etwas wie Benehmen gesehen? An keiner Universität findet man das noch, sie machen die Leute zu Tieren wie im Dschungel. Das ist programmiert von Dajjal; der Antichrist sagt: „Eure Wohnungen und Häuser haben so und so auszusehen, müssen so und so ausgestattet sein, die und die Küche braucht ihr, und so und so muß man kochen, und so und so müßt ihr euch anziehen. Sie mögen keine leeren Wohnungen, alles muß voller Möbel sein. Sie wollen nicht, daß man die Mahlzeiten gemeinsam einnimmt; sie wollen, daß wir essen wie die Hunde: Sie essen nie gemeinsam; jeder schnappt sich einen Knochen und läuft damit weg. Schafe essen alle aus einer Schüssel. Der Dajjal macht die Menschen zu Hunden, und er programmiert und organisiert und befiehlt und verdreht alles, indem er sagt: „Dies ist euer Paradies, Leute, euer Paradies ist hier.“

Wenn ihr mit Jugendlichen über Paradies und Hölle redet, antworten sie: „Paradies und Hölle sind hier, in diesem Leben. Wenn du Geld hast, bist du im Paradies; ohne Geld bist du in der Hölle.“ Das ist ihre Lebensphilosophie. Die größte Zwietracht (fitna), die es je gegeben hat!

Im 19. Jahrhundert konnten sie noch nicht in den Wohnraum, die Privatsphäre eindringen, aber sie hatten damit begonnen. Nun ist die Invasion beendet, und innerhalb und außerhalb der Häuser läuft ihr Programm, dem alle folgen, in jeder Hinsicht. ‘Audhu billah... la haula wa la quwwata illa billahi l-‘aliyyi l-‘azim. Darum muß ein Gläubiger (mu’min) einhundertmal sagen: La haula wa la quwwata illa billahi l-‘aliyyi l-‘azim, damit er imstande ist, die schwere Bürde dieses Lebens zu tragen. Allah, Allah, karim Allah AIlah, AIlah, ‘aziz AIlah AIlah, AIlah, subhan AIlah AIlah, AIlah, sultan AIlah Nur Er ist Herr, und glücklich ist, wer dem Programm Allahs des Allmächtigen folgt. Allah programmiert unser Leben, aber wir weigern uns, und Schaitan und Dajjal programmieren den lifestyle der Menschen, und die Menschen strömen ihnen zu und verlassen den lifestyle der Himmel.

Was denkt ihr? Wie kann es für diese Menschen Hoffnung geben? Es ist zu Ende, sie müssen hinweggenommen werden. Wenn ein Baum vertrocknet ist, wird er heruntergeschnitten, damit er sich erneuern kann. Manchmal wird er auch ganz gefällt, so daß kein Blättchen mehr übrig bleibt. So wird es auch den Menschen gehen: sechs von sieben werden sterben, einer bleibt übrig. Ghafigu ill’Allah, ihr müßt zu Allah laufen. Das bedeutet: Folgt dem, was Er für euch programmiert hat. Wir müssen unser Leben ändern, wir müssen Sein Programm anwenden, überall. Das ist wichtig.

Was sollen wir tun? Wir sollen geduldig sein und sagen: La haula wa la quwwata illa billahi l-‘aliyyi l-‘azim. Warum befindet sich ein Schwert auf der Fahne des heiligen Propheten mit der Inschrift La ilaha ill’Allah, Muhammadun rasulallah? Wir akzeptieren die Fahne in dieser Form nicht; wir akzeptieren nur La ilaha ill’Allah, Muhammadun rasulallah. Mit dem Schwert will man den Leuten Angst machen, als wäre der Islam gekommen, um die Menschen umzubringen. Warum haben jene Narren ein Schwert daraufgemacht? Wir sind damit nicht einverstanden, wir akzeptieren La ilaha ill’Allah, Muhammadun rasulallah. Wenn es nötig scheint, etwas hinzuzufügen, warum dann nicht einen Halbmond oder einen Stern? Ein Schwert hat dort nichts verloren; es bewirkt, daß gesagt wird, wir seien mit dem Schwert [zum Islam] gezwungen worden und der Islam sei durch das Schwert verbreitet worden, wie immer behauptet wird. Das Christentum käme angeblich ohne Schwert aus, aber sie benutzten alle möglichen Waffen, unterstellen uns aber, wir benutzten das Schwert. Die ersten, die an Jesus Christus glaubten, führten kein Schwert, aber später haben sie alle Arten von Waffen zum Töten benutzt. Das ist wichtig.

[Scheich Nazim ordnet an, die Fahne so zu drapieren, daß das Schwert nicht mehr zu sehen ist. Ein Zuhörer bemerkt: „Eigentlich ist dies die Flagge von Saudi-Arabien.“ Der Scheich fährt fort:] Wir erkennen die Saudis nicht an, in ihren Augen sind wir keine mu’mins (Gläubigen), istaghfirullah. Wir sind nicht froh über die Wahhabis. Wa min Allah attaufiq, bi hurmati l-Fatiha.
Madrid - 01.10.1997
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