Maulana Sheikh NazimDie Persönlichkeit des Propheten
Möge Allah euch segnen. Ich habe Allah den Allmächtigen darum gebeten, daß Er Seinen meistgeliebten, aufs höchste gepriesenen und höchstangesehenen und meistgeehrten Diener an diesem heiligen Tage glücklich macht und daß Er ihn immer zufriedener macht, damit Er den Leuten hier Seine göttliche Führung schenkt, den Deutschen, daß die ganze deutsche Nation Seine Nation werde. Er wäre darüber sehr glücklich, darum bat ich Allah: „Allah, o Allah, öffne die Türen Deiner Göttlichen Führung, daß sie Deiner Einladung folgen!” Audhu billahi mina sh-shaitani rrajim bismi llahi r-rahmani r-rahim Ich hoffe, Allah der Allmächtige wird erfüllen, um was ihr ihn bittet, denn es ist Ihm sehr leicht möglich, es zu erfüllen. Es ist nicht zu viel von Ihm verlangt, daß er die Leute dazu bringt, dem Propheten Muhammad, Friede sei auf ihm, zu folgen. Sayyidina Muhammad, warum folgen wir ihm? Wohin lädt er uns ein? Was ich sage, ist mir angewiesen vom himmlischen Hauptquartier, den Heiligen, unserem Großsheikh, sie bewegen mich dazu, euch anzusprechen. Sie wollen, daß wir die ganze deutsche Nation und alle Nationen dazu bewegen, Gefolgsleute Muhammads, Friede sei auf ihm, zu werden. Wohin ruft er euch? Ich wurde gerade von ihnen erinnert, über eine historische Begebenheit zu sprechen: die Persönlichkeit des Propheten Muhammad. Über die Persönlichkeit des Propheten Muhammad, der Friede sei auf ihm, wird gar nicht richtig nachgeforscht. Bis jetzt im 21. Jahrhundert wurde keine richtige Nachforschung über seine Persönlichkeit angestellt. Sie haben niemals eine komplette Nachforschung gemacht. Was machen die Europäer? Es waren vier Blinde, die wurden vor einen Elefanten gebracht. Die Leute fragten sie: „Was ist das da vor euch?“ Der erste hat am Rüssel angefaßt und gesagt: „So ein dickes Rohr, so ein dicker Schlauch!“ Der zweite hat ihn am Ohr zu fassen bekommen und sagte: „Was für ein guter Fächer! Die Frauen können sich damit schön Wind zufächeln.“ Als der dritte ihn am Fuß zu fassen bekam, sagte er: „Oh, was für eine starke Säule!“ Der vierte stand vor ihm und berührte ihn von vorne und sagte: „Was für eine starke Wand!“ Da alle vier blind waren, haben sie nur sagen können, was sie fühlten. Bis heute, bis zum heutigen Tag, ist es in der Christenheit üblich, daß es verboten, tabu, ist, auch nur in Richtung Arabiens zu schauen. Oder über den Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, zu sprechen, darüber, was er gebracht hat, das heilige Buch, das er vom Himmel gebracht hat. Das ist verboten bei den Christen. Warum denn? Ich frage, was falsch ist im heiligen Qur’an. Welche Worte darin sind falsch? Deswegen ist über seine Persönlichkeit die allerschwächste und allergeringste Nachforschung angestellt worden. Aber wir lesen ihre Bücher, das Neue Testament, das Alte Testament, ich lese es von Zeit zu Zeit, ich habe keine Angst davor. Wenn ich das Alte Testament lese oder das Neue Testament werde ich damit nicht gleich zum Juden oder Christen, denn wenn jemand einen Schatz gefunden hat, einen wirklichen Juwel, dann wird er niemals mehr nach Plastiksteinen und Nachahmungen gucken – taqlid. Deswegen liegt der historische Fehler von allen anderen Glaubensrichtungen und ihren weisen Leuten und ihren Gelehrten darin, daß sie niemals dort hinschauen. Warum schaut ihr nicht? Die Ungläubigen zur Zeit des heiligen Propheten Muhammad, Friede sei auf ihm, haben zueinander immer gesagt: „Geht bloß nicht zu ihm hin! Wenn ihr ihm in die Augen schaut, dann könnt ihr nicht mehr wegschauen. Wenn ihr seine Worte hört, fängt er euch ein. Deshalb hütet euch, geht nicht dorthin! Schaut ihm bloß nicht in die Augen, hört nicht auf seine Worte, lauft immer vor ihm weg.“ Aber zu guter Letzt sind sie doch alle eingefangen worden. Was ich euch jetzt erzählen will, ist eine historische Tatsache, die sich zur Zeit des Propheten Muhammad (s.a.s.) zugetragen hat. Er war eine Waise, sein Vater starb, als er noch im Mutterleib war. Er hat ihn nie gesehen. Und auch seine Mutter starb, als er erst drei oder vier Jahre alt war. Und sie hat ihrem kleinen Sohn den Auftrag, den Rat, gegeben: „O mein kleiner Junge! Jeder, der lebt, wird irgendwann sterben. Alles, was lebt, wird sterben.“ Und alles Neue wird alt sein – eski. Und alles, was erwartet wird, muß irgendwann eintreffen. Was erwartet wird oder worauf man wartet – wenn du etwas erwartest, wird es kommen. In diesen Worten sind ganz tiefe Bedeutungen, die unser ganzes Leben bestimmen. Wir werden irgendwann scheiden, und wir bewegen uns darauf zu. Jeder Atemzug ist ein Schritt näher dahin. Und wir können es nicht aufhalten, wir müssen weitergehen. Und wenn wir gehen, kommt jemand anderes. Ihr müßt das wissen, und laßt euer Herz nicht an dieser materiellen Welt hängen. Wir bewegen uns durch die materielle Welt hindurch, das ist der Befehl des Herrn der Himmel, der die physische Welt geschaffen hat. Er hat diese Regel, diesen Willen, in die physische Welt gelegt, daß man durch sie hindurchgehen und sie verlassen muß. Versucht nicht, euch daran festzuhalten, hierbleiben zu wollen. Seine Mutter war noch jung, und sie starb, und sie sagte: „Jeder muß scheiden von hier.“ Jeder von dieser physischen Welt muß weitergehen, das ist der heilige Befehl Allahs des Allmächtigen. Und ihr könnt auch neue Sachen nicht immer neu halten. Am zweiten Tag schon werden sie zu second-hand. Am dritten Tag gehören sie zur dritten Hand. Die Leute benutzen keine Sachen dritter Hand, second- hand geht gerade noch. Und die schönsten Sachen, nach einer Weile mögt ihr sie auf dem Flohmarkt wiederfinden. Kennt ihr keinen Flohmarkt? Ich gehe immer sehr gern auf den Flohmarkt. Ihr findet dort alles, aber es ist nicht mehr neu – aus zweiter, dritter, vierter, fünfter, sechster, siebter Hand. Ja. Alles Neue ist schon am zweiten Tag second- hand. BWC-Wagen, berühmte Wagen (zu Jamaluddin: Wie heißt dieser Wagen?, Jamaluddin: „BMW ist das.“ Sheikh: „He? WC?“ – Gelächter –, Jamaluddin: „BMW!“) – BMW, he!, Sehr wichtige Autos, weil die Deutschen sie bauen, keiner kann das, nicht einmal die Japaner; wenn sie aus dem Schaufenster damit auf die Straße kommen, sind sie schon second-hand. Sie kommen vom Schauraum heraus und werden nur geparkt, und schon sind sie second-hand geworden. – Vielleicht kommen sie zu mir, ich suche immer nach second-hand-Autos. Aber al- hamdulillah, daß ich nicht fahren muß. (Gelächter) – Das ist vorgeschrieben für alles Neue. Deshalb beschäftigt eure Herzen nicht mit solchen Dingen, die nach kurzer Zeit zweite Hand werden. Sucht immer das Neue, und alles Neue ist nur in Seiner Göttlichen Gegenwart immer neu. Wenn etwas heute modern ist, so wird es ganz schnell am nächsten Tag schon wieder aus der Mode sein. Auch wenn es gar nicht getragen worden ist. Jetzt kommt 2001, und ein Auto aus dem Jahr 2000 wollen sie nicht mehr – auch wenn es nicht einmal auf der Straße gestanden hat. Nur weil es von 2000 ist, und sie wollen eines von 2001. Es wird alt, während es nur dort steht. Und alles, was erwartet wird, muß kommen. Ihr habt mich erwartet, und ich bin gekommen! (Jubelndes Gelächter) Wenn ihr mich nicht erwartet hättet, wäre ich nicht gekommen. Rasulullah, Friede sei auf ihm, ist auf diese Art und Weise in einer unbekannten Wüste aufgewachsen. Es gab keine Schule dort, keine Colleges, keine Universitäten, nichts. Es war ein unwissender Stamm, und er hat vierzig Jahre mit ihm gelebt. Und als die vierzig Jahre abgeschlossen waren, hat Allah der Allmächtige den Erzengel Gebriel zu ihm geschickt, so wie er ihn zu allen Propheten geschickt hat, wie zuvor zu Moses, der Friede sei auf ihm, zu Jesus Christus, der Friede sei auf ihm, und zu Abraham, Friede sei auf ihm, zu Noah, Friede sei auf ihm, und wie er ihn zu Salomon und David und Zakharias und Johannes geschickt hat, allen Propheten. Und er befahl ihm, seine Leute einzuladen, zu rufen, damit sie ihm in dem folgen, was er ihnen zu sagen hatte. Und kein anderer Prophet hat einen Brief an einen König oder Kaiser geschrieben. Es ist auch eine Ehre, daß Allah der Allmächtige Moses persönlich geschickt hat und ihm aufgetragen hat: „Geh zu Pharao, ruf ihn und fordere ihn auf zu sagen, daß Ich der Herr der Himmel und der Erde bin.“ Er hat Moses nicht den Auftrag gegeben, Pharao einen Brief zu schreiben. Dem Siegel der Propheten aber gab es diesen Auftrag, einen Brief an den Kaiser von Byzanz, den oströmischen Kaiser, zu schreiben. Sie waren so stolze Leute, die Leute des Oströmischen Reiches, der Kaiser des Oströmischen Reiches. Ein Brief in einem Stück Leder! Und der römische Kaiser sagte: „Wer ist das? Wer hat soviel Mut, mir einen Brief zu schreiben! Er kommt nicht zu mir und schickt mir einen Brief?!“ (suchend zum Auditorium: Und unsere persischen Brüder, wo sind sie? – Da gab es auch Chosrau. Abdul Hadi! ...) Der persische Kaiser, Chosrau, war auch so stolz, daß alle Länder sich vor seiner Macht gefürchtet haben. Zu jener Zeit war das Oströmische Reich wie Amerika heute, so mächtig. Sie glaubten an die heiligen Bücher, waren Christen. Und das persische Reich konnte man vergleichen mit dem Großrussischen Reich. Er hat beiden Briefe geschrieben, heilige Briefe. Er sandte zum persischen Kaiser, und er sandte nach Konstantinopel an den oströmischen Kaiser des römischen Kaiserreiches. Der eine schaute den Brief an und küßte ihn und steckte ihn ein, weil er so gut duftete. Der Kaiser hat sehr schnell verstanden, worum es sich handelte. Der zweite, der persische Kaiser, war ein Tyrann, er war sehr wütend, als er den Brief sah, und hat ihn zerrissen und fortgeworfen und sich entsetzt: „Wer schickt mir sowas?“ Als die Botschafter des Propheten (s.a.s.) zurückkamen und er sie fragte, was geschehen war, hat der eine berichtet: „Der römische Kaiser hat den Brief angenommen und geküßt und eingesteckt“, und der Prophet sagte: „O Allah der Allmächtige möchte sie bis zum Letzten Tag bewahren.“ Und den zweiten, den Kaiser von Persien, hat Rasulullah verflucht: „So wie er den heiligen Brief zerrissen hat, laß sein Reich in Stücke gehen.“ Und wie er gesagt hat, ist es eingetroffen. Und sie sind gefallen, während das oströmische Reich für fast eintausend Jahre bestehen geblieben ist. Neunhundert Jahre lang sind sie auf den Beinen gestanden, von der Zeit des Propheten um 600 bis zum Jahre 1453, als Konstantinopel erobert wurde. Und wenn sie ihren alten Weg beibehalten hätten, wären sie bis heute bestehen geblieben, da sie sich aber der Welt zugewandt und sich gegenseitig umgebracht haben, hat Allah den Islam geschickt, um sie zu erobern. Ich bin nicht hier, um euch Geschichte zu lehren. Ich glaube, es ist ‘asr-Zeit. Es sind gute Gefühle in eure Herzen gegeben worden, und Freude und Genuß kommen in eure Herzen. Und auch in euren Köpfen, eurem Verstand, ist eine Reinigung vorgenommen worden. Denn die Menschen müssen ihren Verstand reinigen. Manchmal beginnt diese Reinigung mit dem Herzen, und manchmal hilft es, die Herzen zu reinigen, wenn man erst den Verstand reinigt. Deswegen: Das, was wir sagen, ist etwas vom Osten, vom Westen, vom Himmel, von der Erde, und es gibt euren Herzen Genugtuung und bereitet euch auf ein gutes Verstehen vor und macht die Grenzen eures Verständnisses weiter und weiter, um euch aus dem Zustand von Quadratköpfen herauszuholen. Möge Allah euch segnen. Und wir setzen vielleicht heute Nacht in der Weise fort, was wir sagen wollen, aber die Zeit hier ist jetzt um. La ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Muhammad Rasulullah La ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Muhammad Habibullah La ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Muhammad Nabiullah Du‘a’. Al-Fatiha.

- 17.12.2000
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