Maulana Sheikh NazimDie Wirklichkeit des Lebens
An allen Plätzen auf der Erde, überall, ist Er der Sultan. Wir sind Sklaven. Aber Er sagt nicht: „Meine Sklaven“, Er sagt: „Meine Diener“! Dienerschaft verleiht uns Ehre, Sklaverei aber gibt sie uns nicht. Nein. Möge Allah euch und euer Dienen segnen. Medded ya Sultan al-awliya’ ... Gib uns Unterstützung! Deine Unterstützung ist die Unterstützung Rasulullahs, ssall allahu alaihi wa sallam. Und von ihm gelangt sie zu den Heiligen und von den Heiligen zu jenen, die ihre Ehre bewahren und die ihre Achtung bewahren und die sie mögen. Und Segen kommt. Wenn die Verbindung durch die Seelen nicht da ist, geschieht nichts. Jemand mag etwas beanspruchen, aber in Wirklichkeit ist er immer noch an seinem Platz, bewegt sich nicht von der Stelle. Und unsere Seelen sind mit den Himmeln verbunden, und Großscheich, unsere Segenswünsche auf ihn, sagte, daß wenn unsere Wesen hier in voller Verbindung mit unserem wahren Wesen stehen, daß dann diese Verbindung über unseren Großscheich zu uns läuft. Das ist der größte Segen, der zu euch kommt und desssen wir bedürfen hier und hiernach. Wir müssen hier stark genug sein angesichts unserer vier Feinde. Wenn jene himmlischen Kräfte nicht zu uns kommen, sind wir nicht in der Lage, schaitanischen Werken entgegenzutreten, sind wir nicht fähig, uns selbst zu verteidigen. Deshalb bitten wir darum, daß von den Himmeln etwas auf uns kommt, und das ist die Unterstützung Allahs des Allmächtigen an uns. Wenn nicht, werden wir Tag für Tag mehr geschmolzen, Tag für Tag, so wie eine Gestalt aus Eis kleiner und kleiner und kleiner wird, bis sie ganz geschmolzen ist. Wenn keine himmlische Unterstützung zu unseren physischen Körpern kommt, werden sie schmilzen bis zum Ende. Soviel du um Dienerschaft bittest und himmlische Unterstützung für dich findest und bewahrst, eine in dem Maße wichtige Unterstützung wird es für dein physisches Wesen sein, zu Allah zu kommen. Aber die Menschen sind unachtsam – es ist wahr, wenn ich sage, daß 99 Prozent der lebenden Menschen unachtsam sind und ihrem Dienen keine Beachtung schenken. Deshalb schmilzen sie, sie schmilzen körperlich. Sie beginnen, wenn sie schmilzen – das bedeutet, daß sie schwächer und schwächer werden –, immer weniger in der Lage zu sein, ihr physisches Wesen zu tragen. Und ihr phyisches Wesen wird schwächer und bittet um Hilfe. Wenn die Menschen in ihrem physischen Wesen Schwäche empfinden und nichts tun, sind sie auf dem Weg, leere Muscheln, leere Fasser zu werden. Von außen mögen wir schauen: „In Ordnung“, aber von innen ist es zu Ende. Zu Ende. Dann laufen sie zu Ärzten, und niemals kommt ihnen die Idee, es könnte eine nicht gewöhnliche Schwäche sein. Vielmehr glauben sie, daß es einen stofflichen Grund hat und etwas in ihren Organen geschehen ist, weshalb sie Schwäche empfinden und nicht in der Lage sind, etwas zu tun. Denn sie alle sagen, daß allein stoffliche Gründe diese Schwäche in uns hervorrufen. Sie laufen zu Doktoren und nehmen so viele Arten von Medizin. Und sie nehmen eine Arznei, benutzen eine andere und wieder eine andere, die dem anderen Mittel wiederum schadet, und indem sie dem schadet, wird verhindert, daß die erste Medizin ihren Nutzen entfaltet. Das ist eine Strafe von Allah dem Allmächtigen über Seine Diener. Sie bewegen sich nur auf der materiellen Welt. Sie interessieren sich nicht für ihr materielles Sein; und deshalb sagt vielleicht einer unter tausend, der erwacht sein mag, um zu verstehen – daß das Wichtige, das Ziel der Existenz in dieser Welt in etwas begründet liegt. Sehr wenige mögen darüber nachdenken, aber die Mehrheit denkt nicht darüber nach, sondern läuft so schnell zu Ärzten und bittet die Ärzte um Unterstützung. Und sie bitten um Hilfe und denken über die vielen sonderbaren Namen, von so vielen künstlichen Arzneien, die die Ärzte ihnen aufschreiben, und sagen: „Dies macht, daß ich schlafe, dies macht, daß ich aufstehe, dies, o Scheich, läßt mich rennen wie ein Pferd, jenes läßt mich quieken wie eine Maus ...“ Fragt Pa., wieviele Tabletten er jeden Tag einnimmt, fragt Po., wieviele Tabletten er jeden Tag nimmt für seine Anstrengung. Und sie sind Arme, die ohne Bettdecke schlafen, ohne Bett im Regen, gestern auf den Bäumen: der Fuchs und die Hennen, aber sie sind stark genug und sehr glücklich. Jeden Morgen sprechen sie zum Herrn der Himmel: „Wir brauchen keine Tabletten zu nehmen.“ Ihre Verbindung zu den himmlischen Wesen sind viel mehr von den unseren. Die Verbindungen der Menschen des 20. Jahrhunderts sind in der Mehrzahl von den Himmeln abgeschnitten. Aber die Verbindungen der Füchse, Hennen und der anderen Tiere, sie sind noch so stark. Von den himmlischen Zentren aus wird nach ihnen geschaut. Die Menschen des 20. Jahrhunderts aber schauen nicht nach oben. [...] Deshalb bitten wir in jeder Angelegenheit um himmlische Unterstützung, und himmlische Unterstützung kommt nicht durch essen oder trinken. Nein. Himmlische Unterstützung erreicht euch nur durch Dienerschaft, diese Dienerschaft ist die Wirklichkeit des Lebens. Niemand weiß das. Nicht einmal einer unter tausend kann auf die Frage antworten, wenn du fragst: „Welches ist die Wirklichkeit des Lebens?“ Sie können dir nicht antworten. Die Wirklichkeit unseres Wesens in der Existenz liegt in der Dienerschaft für unseren Allmächtigen Gott. Wirklichkeit dieses Lebens. Was ist das? Fragt Präsidenten, fragt den Premierminister, fragt Reiche, fragt Generäle, Professoren, fragt sie, was sie sagen. Die Wirklichkeit dieses Lebens ist die Dienerschaft für den Herrn der Welten. Das ist wahr! Und wenn der Mensch dies Leben verläßt, werden die Engel ihn einfangen und ihn nach der Wirklichkeit fragen und ihm die Frage stellen: „Fandest du sie? Hast du die Wirklichkeit erreicht? Die Wirklichkeit deines Lebens, die Wirklichkeit der Menschheit in Existenz auf Erden – fandest du sie?“ Was wirst du sagen? Was ist Wirklichkeit? – Die Wirklichkeit des Lebens! Es ist die Dienerschaft für Allah den Allmächtigen. Es ist so einfach. Und du wirst gefragt werden, was du mit dieser Wirklichkeit tatest: „Erfüllst du die Verantwortung der Wirklichkeit des Lebens? Erreichtest du sie? Fülltest du die Verantwortung in diesem Punkt aus oder nicht?“ Du wirst gefragt werden: „Wir wissen und fragen: ‚Was ist mit deiner Dienerschaft? Was tatest du? Sprich! Ist dein Leben wirklich?‘“ Versteht ihr? Das ist das Leben des Menschen. Das Leben eines Menschen, der die Wirklichkeit des Lebens versteht. – Astaghfirullah! Es ist ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Punkt des Lebens der Menschheit. Unter tausend findest du einen, unter zehntausend zehn, unter hunderttausend hundert, die auf diese Frage, von der wir sprachen, antworten können; so schwierig ist es. Und das 20. Jahrhundert sagt: „Oh, das Jahrhundert der Wissenschaft, das Jahrhundert des Wissens, das Jahrundert der Wunder (ha, ha!).“ Sie sind so stolz, und sie sind so ignorant. Total ignorant, Quadratköpfe. Sie kommen aus ihrem Quadrat nicht heraus. Ihre Wissenschaft und ihr simples Wissen bewegt sich nur innerhalb ihres Quadrats. Ihr einfaches Wissen und ihre einfache Wissenschaft – sie denken, daß es außerhalb dessen nichts gäbe. Deshalb sage ich: „Die Quadratköpfe haben sich mit ihrer einfachen Wissenschaft und ihrem einfachen Wissen geradezu selbst in ein Quadrat eingesperrt. Außerhalb dieses Quadrats gibt es für sie nichts. Möge Allah uns vergeben. Allah, allah ... Fatiha.

- 21.02.2000
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