Maulana Sheikh Nazim„Der Friede sei mit dir, o du Arbeiter der Gläubigen“
As-salamu ‘alaikum! – Publikum: Wa ‘alaikumu s-salam! Dies ist ein spezieller Gruß für eine spezielle Nacht. Und wir sagen: „Ashhadu an la ilaha illa llah wa ashhadu ana Muhammadan ‘abduhu wa rasuluh (s.a.s.).“ Wir bewahren unser Glaubensbekenntnis, das den Menschen den Zugang zum ewigen Leben sichert, den Schlüssel zum Paradies. Und es ist eine Gnade von unserem Allmächtigen Herrn, daß wir sagen können: „La ilaha illa llah Muhammadun rasulullah“. Milliarden von Menschen sind nicht fähig, diese wertvollsten Worte der Menschheit über die Lippen zu bringen, die unseren Herrn glücklich mit uns machen. Wer sagt: „La ilaha illa llah Mu- hammadun rasulullah (s.a.s.)“, mit dem ist der Herr der Himmel, der Herr der Schöpfung, der Herr der Universen, zufrieden. Und wir sagen: „Audhu billahi mina shshait ani r-raºim bismi llahi r-rahmani r-rahim“. Das bedeutet: „O unser Herr, wir sind so schwache Geschöpfe, schwache Diener. Wir versuchen, nur für Dich da zu sein, aber Shaitan führt uns auf einen anderen Weg.“ Shaitan ist der erste und gefährlichste Feind der Menschheit, er will uns von unserem Herrn wegbringen und zu seinen Sklaven machen. Und Allah der Allmächtige hat den Menschen erschaffen und ihn in einem solchen Maße geehrt, daß es für uns kaum vorstellbar ist. Es ist eine große Ehre, daß Er uns zu Dienern Seines Göttliches Dienstes bestimmt hat. Die heutigen Menschen wollen alle unbedingt Diener des Öffentlichen Dienstes sein. Sie versuchen, im Öffentlichen Dienst einen Job zu bekommen, als öffentlicher Angestellter, Beamter, aber die meisten können es nicht erreichen. Und wer den höchsten Rang im Öffentlichen Dienst erreicht hat, ist doch nur ein Diener für Diener. Ja. Sie arbeiten für sie, sie sind eure Diener, sagen aber: „Nein, die Leute sind unsere Diener.“ Es war zur Zeit der Kalifen in Damaskus nach der Zeit der vier rechtgeleiteten Kalifen, als Sayyidina Mu‘awiya* der Herrscher der Gläubigen war. – Es ist gutes Benehmen für Muslime, niemanden zu beschuldigen. Beschuldigt niemanden! Sagt nicht: „ Dieser Mensch ist ein schlechter.“ Sagt nicht: „Ich bin ein Guter.“, bis ihr die Göttliche Gegenwart erreicht, denn dort wird euch sehr schnell gezeigt werden, ob ihr ein guter oder ein schlechter Diener wart. Dann, wenn ihr in der Göttlichen Gegenwart steht, wird sehr schnell auf dem „Göttlichen Computer“ eine Schrift erscheinen, die lautet: „Doktor Selim ist ein Guter.“ oder: „Doktor Shaitan ist ein Schlechter.“ Shai- tan ist auch Doktor. (Sheikh Nazim fragt ins Publikum:) Welcher Grad kommt nach Doktor? Was? Professor? Shaitan sagt: „Einst vergab ich an meine Gefolgsleute den Titel des Doktors, aber im Laufe der Zeit sind sie nun im 21. Jahrhundert so weit fortgeschritten, daß ich jetzt sie um den Doktortitel bitten muß.“ Sie sind auf solch einem Weg, daß Shaitan sagt: „Ich kann die Leute des 21. Jahrhunderts nichts mehr lehren, es geht über meine Grenzen hinaus.“ Deshalb sage ich „Doktor Shaitan“ oder „Professor Shaitan“. Jener wird in der Göttlichen Gegenwart auf der Seite der Schlechten stehen. Und obwohl er aus der Göttlichen Gegenwart hinausgeworfen worden war, ist er doch Diener zu nennen. Jedoch kein Diener seines Schöpfers, seines Herrn, sondern sein Name wird an der Spitze der Liste der Schlechten stehen: Dr. Shaitan, schlechter Diener, Fluch auf ihn. Bis ihr also in die Göttliche Gegenwart kommt, sagt nicht so etwas über euch oder irgend jemanden sonst. Es wird sich sehr schnell zeigen, wie es um euch steht, wenn ihr in der Göttlichen Gegenwart seid. Euer Name wird unverzüglich auf der Liste der Guten oder der der Schlechten erscheinen. Dies gilt für alle Gläubigen; denn der Glaube versucht die Menschen in gutem Benehmen zu schulen. Und Leute zu beschuldigen, ohne auf sich selbst zu schauen, ist kein gutes Benehmen. Ich sprach nun von einem, der ein Gefährte des Propheten Muhammad war, der Friede sei auf ihm, und ihm gefolgt ist. Es ist Mu‘awiya, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Und der Prophet sagte: „Sprecht nicht gegen meine Gefährten! Das steht euch nicht zu! Niemand soll ein Urteil über meine Gefährten fällen außer meinem Herrn – nicht ihr.“ Bis heute gibt es einige unter den muslimischen Leuten, die versuchen, Sayyidina Mu‘awiya zu beschuldigen. Wir haben mit ihnen nichts zu tun. Wir sind mit den Gefährten Rasulullahs. Dies ist gutes Wissen, das ihr mit euch tragen müßt. Einmal, als Sayyidina Mu‘awiya seinen Hofstaat mit seinen Ministern und den Gelehrten versammelt hatte, geschah es, daß ein Mann plötzlich in die königliche Audienz eintrat und sagte: „As-salamu ‘alaika ya aºir al-mu’minin! – Der Friede sei mir dir, o du Arbeiter der Gläubigen!“ Und die Leute, die dort anwesend waren, entsetzten sich: „O du da, warum sagst du nicht: ‚As-salamu ‘alaikum ya amir almu’minin! – Der Friede sei mit Euch, o du Führer der Gläubigen!“ Doch er würdigte sie keines Blickes und wiederholte ohne Furcht: „As-salamu ‘alaika ya aºir al-mu’minin!“, was ja bedeutet, „Arbeiter“ der Gläubigen. Das Reich Mu‘awiyas, möge Allah ihn segnen, reichte von China bis zum Atlantischen Ozean, er war nicht einer, zu dem man so einfach kommen und „Arbeiter“ sagen konnte. Die Leute, die ihm in seinem Maºlis aufwarteten, forderten den Fremden wieder auf: „Sag: ‚Assalamu ‘alaikum ya amir almu’minin!‘“ Und Sayyidina Mu‘awiya erwiderte ihnen: „O ihr Leute, dies ist ein wohlbekannter Diener meines Herrn, und er ist nicht gekommen, um hier etwas Falsches zu sagen. Er muß ihn geschickt haben, um euch und mich etwas zu lehren. Laßt uns anhören, was er zu sagen hat. – Was willst du uns sagen?“ Und er wiederholte seine Worte: „Assalamu ‘alaikum ya aºir al-mu’minin!“ Und der Kalif sagte: „O mein Freund, was willst du damit sagen?“ „O Mu‘awiya“, sprach er, „dein Herr ist es, der dich auf deinem Thron sitzen läßt. Glaube nicht, daß du es aus eigener Kraft geschafft hättest, dort zu sitzen. Und dein Herr ist es auch, der dich zum Hirten der Umma, der Gemeinschaft Muhammads, der Friede sei auf ihm, gemacht hat. Aber es ist nicht zu deinem Vergnügen so, damit dein Ego eine Riesengröße annimmt und du denkst, du wärest der Führer, sondern damit du sie beschützt. Nein. Allah der Allmächtige hat dich zum Hirten gemacht, damit du als Arbeiter für die Gemeinde Muhammads (s.a.s.) arbeitest, so wie ein Schäfer nach seinen Herden schaut und sie vor Wölfen und Füchsen beschützt. Und wenn der Schäfer auch nur ein Tier verliert, wird sein Eigner ihn danach fragen und ihn des einen Lammes wegen bestrafen, wenn es verloren gegangen ist oder von den Wölfen gefressen wurde. Du bist erwählt worden, Hirte für alle deines Reiches zu sein, du bist verantwortlich. Und wenn einer von ihnen den falschen Weg geht und in die Hände Shaitans fällt, wenn du diesen einen nicht beschützt – er wird nicht befragt werden –, so wirst du zur Rechenschaft gezogen werden.“ Da weinte Mu‘awiya. Millionen von Leuten unterstanden ihm, waren unter seinem Befehl. – Und warum erzählen wir nun diese Geschichte? Erinnert ihr euch? Nein, alle schlafen. Ich sagte, daß der Dienst der Leute des Öffentlichen Dienstes nicht unseren Leuten gilt, vielmehr suchen sie für sich selbst nach etwas: „Ich bin Kanzler“ usw. – dabei ist jeder, selbst der Straßenfeger der Stadt, sind sie alle Diener der Gemeinde Muhammads (s.a.s.). Und sie werden alle in der Göttlichen Gegenwart befragt und zur Rechenschaft gezogen werden ... Glaubt ihr, daß jene Angestellten des Öffentlichen Dienstes mehr geehrt werden und ehrenwerter sind, als wenn sie Diener des Göttlichen Dienstes wären? Was denkt ihr? Was ist das: „Arbeiter für Leute“? Warum bereitet ihr euch nicht darauf vor, Diener im Göttlichen Dienst an eurem Herrn zu sein? Alle Leute sind begierig, beim Öffentlichen Dienst irgendeine Position, in Regierungsämtern oder bei der Armee oder Gesellschaften, zu erreichen. Jeder läuft, Millionen von Studenten versuchen es, eine Stelle im Öffentlichen Dienst zu bekommen. Sie verschwenden ihr ganzes Leben, die wertvollste Zeit ihres Lebens, ihre Jugend und ihre stärkste Energie, und doch erreichen wir nichts. Deshalb warnt der Qur’an tausende Male und dringt darauf und gibt den Rat, daß die Menschen nachdenken sollen: Versuche, über dich selbst nachzudenken, über deinen Stand, denke darüber nach und versuche herauszufinden, wer du bist und für wen du da bist! Aber die Leute haben überhaupt keine Zeit nachzudenken. Sie laufen wie die Hasen, um eine Stelle im Öffentlichen Dienst zu bekommen. Überall sind die öffentlichen Ämter angefüllt mit Bediensteten des Öffentlichen Dienstes, aber Shaitan betrügt sie und sagt: „Oh, du bist der Präsident, Erster Kanzler! Und überall hier steht geschrieben, wer du bist. Alle müssen auf dich schauen.“ Und es steht sogar an der Tür geschrieben: „Eintritt verboten! Kanzlei des Ministers!“ oder „Eintritt verboten! Kanzlerzimmer!“ Und wenn du eintrittst, mußt du achtgeben, daß deine Anzugjacke zugeknöpft ist, denn auf seinem Pult steht: „Seine Exzellenz der Minister der Arbeiter und Angestellten“. Aber all diese Titel gereichen nicht zur Ehre – denn alles vergeht, und wie wir bereits wissen, wird nach einer Weile das, was neu war, alt sein. Am ersten Tag, in der ersten Woche, im ersten Monat ist es so, und dann wird eines Tages sein Titel verschwinden. Und Shaitan ist der, der wieder einen neuen bringt. O ihr Leute, dieses Leben ist kurz! Versucht zu verstehen, welches euer Stand ist in diesem Leben, wozu ihr erschaffen wurdet und zu wem ihr gehört und mit welchem Dienst ihr geehrt worden seid. Versucht, dies bis zum Ende aufrechtzuerhalten, so daß euer Name in der Göttlichen Gegenwart unter denen der Guten erscheint. Der Name von diesem und diesem und diesem. Männer und Frauen sollen erfahren, daß ihr Name in der Göttlichen Gegenwart erscheinen wird. Es ist genug für heute nacht. Was wir euch nahegebracht haben, entspringt nicht meinem eigenen Kopf oder Herzen, sondern wird von denen kontrolliert, die Macht über meine Worte haben. Dies ist ein Rat. Und alle Propheten waren Ratgeber für ihre Gemeinde, damit sie ihre eigene Ehre in der Göttlichen Gegenwart erreichen. Wenn sie dies verlieren, dann verlieren sie alles, auf ewig. Allah allah, allah allah, allah allah, ‘aziz allah Allah allah, allah allah, allah allah, karim allah Allah allah, allah allah, allah allah, subhan allah Allah allah, allah allah, allah allah, sultan allah La ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Mohammad Rasulullah, alaihi ssalatullah la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Mohammad Rasulullah, alaihi ssalatullah la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Mohammad Habibullah, alaihi ssalatullah la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, la ilaha illa llah, Mohammad Nabiullah, alaihi ssalatullah Du‘a’, Fatiha.
sötenich - 18.12.2000
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