Maulana Sheikh NazimFür die Sache Allahs
Bismillahi r-rahmani r-rahim In der vergangenen Nacht wurde etwas aus einem Auto gestohlen ... Wie soll man sich in solch einem Fall verhalten? Die Shari‘ a gibt auf jedes Ereignis, das die Menschen betrifft, eine Antwort. Einmal kam ein Beduine auf seinem Kamel zum heiligen Propheten (s.a.s.), um ihn etwas zu fragen, und trat vor ihn hin. Rasulullah fragte ihn: „Wo hast du dein Kamel gelassen?“ Der Mann antwortete: „Ich habe es draußen frei laufen lassen, und ich vertraue auf Gott, daß Er auf es aufpaßt.“ Da sagte der Prophet (s.a.s.): „Geh, binde erst dein Kamel an und dann sage: ‚Ich vertraue auf Allah, meinen allmächtigen Herrn.‘“ Zuerst mußt du als Diener das tun, was dir deine Verantwortung auferlegt. Erfülle sie, und wenn du dann nicht mehr machen kannst, dann überlasse es Allah. Aber du sollst nicht alles einfach Ihm überlassen. Du sollst etwas tun, und Allah tut etwas ... Großsheikh erzählte uns: „Es gab einmal einen Muriden in Daghestan, der sagte: ‚Ich lasse mein Vieh nachts über immer draußen. Ich bringe es nicht in den Stall, in mein Haus, weil mein Sheikh auf es aufpaßt und es vor den Angriffen von Wölfen und gefährlichen Tieren sicher bewahrt.‘ Eines Tages sagte Sheikh Abu Ahmad as-Sughuri, möge Allah ihn segnen und Seine heilige Kraft auf uns schicken, zu dem Muriden: „O Herr Soundso, o mein Murid, es ist kein gutes Benehmen, deinen Sheikh die ganze Nacht zum Hirten auf dem Berg für dein Vieh zu machen. Ich bin so schwach, und es ist dort so kalt ...‘“ Dies ist eine Erklärung für das, was der Prophet (s.a.s.) sagte. Du tatest, was du zu tun hattest, und dann? Was sollen wir tun? Wie haben sie das Auto öffnen können? Er hatte das Fenster ein kleines bißchen offen gelassen, und ein shaitanischer Mensch hat es gelockert, herumgedreht und geöffnet ... Was sagt der Prophet in solch einem Fall? Er sagt: „Mache es zu einer Sache Gottes, fi sabil lillah, zu einer Sache um Allahs willen.“ Sage: „Was mir gestohlen wurde, will ich um Allahs willen geben“, und dann laß es auf sich beruhen. Rasulullah sagte, daß es für solche Leute ein spezielles Paradies gibt. Das ist ein Paradies allein für sie. Aber wenn einer kommt und um Eintritt ersucht, dem etwas gestohlen wurde oder der etwas verloren hat und es, als es später wiedergefunden wurde, zurücknahm, dem wird wohl gesagt werden: „Ja, aber du sagtest doch ‚für die Sache Gottes‘, du gabst das Verlorene um Allahs willen frei, aber als es wiedergefunden wurde, nahmst du es getrost zurück. Jetzt kannst du in dieses Paradies nicht eingehen.“ Ein Sahaba, ein Sohn des Kalifen Sayyid ‘Umar, möge Allah mit ihm zufrieden sein, verlor einmal sein wunderschönes rotes Kamel. Er sagte: „Fi sabil lillah ...“ Aber als er einige Zeit später in der Moschee saß, rief ihm jemand zu: „O Sohn des Kalifen, dein Kamel ist wiedergefunden worden!“ Da sprang er auf, doch setzte er sich schnell wieder hin und sagte: „Astaghfirullah! – Ich bitte Allah um Vergebung!“, denn er erinnerte sich des Hadiths von Rasulullah. Er hatte es bereits um Allahs willen hergegeben, und so sagte er: „Es ist jetzt Allahs, nicht meines.“ Dies ist gutes Verhalten, Adab, das jedermann selbstverständlich sein muß. So viele Dinge mögen verlorengehen oder gestohlen werden, und die Leute werden traurig und weinen darüber. Aber dies ist, wie ihr damit umgehen solltet, und ihr werdet Zufriedenheit in euren Herzen finden, indem ihr sagt: „Dies wird um Allahs willen gegeben ...“ Wir sind im heiligen Monat Muharram, und einige Leute mit großer spiritueller Kraft wissen, daß das Geld einiger Leute sauberes Geld, halal-Geld, ist. Und sie nehmen dieses Geld und geben es gezielt, zu einem bestimmten Zweck, fort. Sie geben es den ahlu l-bait, den Leuten aus der Linie des Propheten (s.a.s.). Sie leben unter sehr schlimmen Bedingungen in Bosnien, im Kosovo, in Albanien ... Es ist keine normale Person, die weiß und dieses Geld nimmt ... Einige der Leute mit spiritueller Kraft sind mir erschienen und haben mir dies berichtet ... Deswegen halte ich diese Sohbet zu dem Zweck, daß Leute in der ganzen Welt daraus Nutzen ziehen. Die ganze Welt mit ihren Reichtümern hat nicht einmal den Wert des Flügels einer Fliege ... Tue es um Allahs willen, das ist alles ... Er gibt euch mehr und mehr zurück ... Jetzt wird unser Bruder in diesem heiligen Monat immer mehr und mehr bekommen, denn in diesem Monat ist alles einhundertmal soviel wie in anderen Monaten ... Wenn du fi sabil lillah in diesem Monat gibst, muß es wenigstens zehn- bis hundertfach zu dir zurückkommen. Möge Allah uns in Seinem Dienst behalten, auf Seinem Göttlichen Weg bewahren. Wir und alles, was wir haben, sind für unseren Herrn ... Fatiha.
1999, p. 71-73.Haqqani, On the bridge to Eternity, Cyprus - 01.04.1999
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