Maulana Sheikh NazimGrundlage aller Religionen
Die Grundlage aller Religionen ist Glaube. Du mußt glauben. Glauben muß ein Tun des Herzens sein. Jene Dinge, zu denen dein Herz sagt: „Ja, das stimmt“ – das ist Glaube. Nicht, was deine Zunge sagt, wenn sie sagt: „Ich glaube an Gott.“ Das genügt nicht. Dein Herz muß dazu sagen: „O ja, ganz recht.“
Das Herz des Gläubigen ist weit, ungebunden und unbegrenzt. Das ist das Zeichen wirklichen Glaubens. Allah spricht: „Nichts kann Mich aufnehmen, weder der Himmel noch die Erde, nur das Herz der Gläubigen. Ich bin dort.“ Ein Hadith lautet: „Im Herzen des Gläubigen ist der Thron Allahs.“ Wenn Allah Seinen Thron im Herzen der Gläubigen hat, bedeutet es, daß es grenzenlos ist. Sonst wäre es unmöglich. Wegen seinem Herzen ist der Mensch groß und ehrwürdig. Obwohl wir gering sind mit unseren physischen Körpern, sind wir durch unsere Herzen größer als selbst das Universum. Wenn das Universum ins Herz geworfen würde, wäre es wie ein Atom und verschwände darinnen.

Der Mensch ist am größten. Das ist die Sicht des Islam. Hat man je davon gehört in einer der anderen Religionen? Nein! Durch die Gegenwart Allahs im Herzen sind wir unendlich achtvoll dem Menschen gegenüber. Darum besteht auch kein Unterschied zwischen Mann und Frau. Er hat ein Herz, und sie hat ein Herz. Kein Unterschied zwischen Muslim und Nichtmuslim. Er hat ein Herz, und er hat ein Herz. Muhammad (s.a.s.) sagte: „Die Herzen aller Diener sind die Schatzkammern Gottes, und die Schlüssel sind in Seiner Hand.“ Muslim oder nicht, es ist uns befohlen, uns in diesem Sinne zu achten und zu respektieren. Nicht auf äußere Form zu schauen, nicht auf Reichtum noch auf die Staatsangehörigkeit, was auch immer. Das ist unsere Maßnahme für alle Menschen. Muhammad, Sultan der Propheten (s.a.s.), sagte: „Unsere Eigenschaften müssen sein wie die Eigenschaften Allahs, welche die 99 schönen Namen sind.“ Niemand, außer jenen, die dumm und Narren sind, können etwas gegen diese Worte einzuwenden haben. In der Sicht Allahs sind alle gleich. Wir müssen Seine Eigenschaften erlangen, dann sind wir alle gleich und betrachten jeden als gleich.

Es ist leicht, an die Zeichen des Islam zu glauben. Wir brauchen keine Beweise, um sie anzunehmen. Das ist ein gutes Zeichen dafür, daß der Glauben in unseren Herzen ist. Allah sagt: „Wenn das Licht in die Herzen getreten ist, wird es weiter und weiter.“ Wenn du jemanden mit Unglauben reagieren siehst, verläßt du ihn, denn das ist ein Zeichen, daß sein Herz noch verschlossen ist. Niemand kann die Herzen öffnen außer Allah. Der Großscheich sagte: „Wenn jemand nicht von ganzem Herzen glaubt, entgehen ihm viele Dinge.“

Die Leute, die schwer glauben können, sind jene, die zu viel denken. Sie lieben es, alles mit ihren Gehirnen zu lösen. In allen Religionen soll man sein Denken aufgeben und sich ergeben. Sonst wäre der Glaube ohne Bedeutung. Einen Baum als Baum zu bestimmen, bedarf nicht des Glaubens. Am schwersten fällt es den Juden, zu glauben. Die Christen sind sehr leichtgläubig. Die Muslime halten sich die Waage, sind ausgeglichen. Aber jetzt folgen sie dem Weg der Juden.

Überall kommen jetzt neue Leute auf, die dem Islam den Geist austreiben wollen. Sie sagen, es gäbe nur äußere Dinge; alles, was man nicht sehen oder greifen kann, soll es nicht geben.

Der Gläubige ist immer auf der Suche nach guten Werken, um sich auf den Tod und das nächste Leben vorzubereiten. Der Großscheich erzählte, daß er einmal mit seinem Großscheich spazierenging und auf dem Weg einen Stein mit den Füßen aus dem Weg stieß. Da sagte der Großscheich, daß er einmal in der Türkei jemanden kannte, der immer, wenn er einen Stein auf dem Weg liegen sah, ihn mit dem Fuß zur Seite stieß, so daß sein Fuß auf beiden Seiten wund war. Hadith: „Es gibt 70 Taten im Islam, die höchste ist die Shahada, die geringste, einen Stein aus dem Weg zu räumen.“
Der Glaube ist wie ein Baum. Er starb. Dann sah ihn jemand im Traum und fragte ihn, wie es ihm erginge. „Sehr gut“, war die Antwort. „Wie hast du das erreicht?“ fragte er ihn. „Dadurch, daß ich immer Steine aus dem Weg geräumt habe“, antwortete er.

Jeder Mensch hat seine Aufgaben. Die Gnade Allahs besteht darin, daß die Menschen ohne Sorge sein können. Hadith: „Reinheit kommt aus dem Glauben.“ Alles das ist ein Teil des Iman und wird dadurch stärker, wächst.

Scheich ‘Abdallah sagte: „Es ist lobenswerter, eine kleine Handlung fortwährend auszuführen als verschiedene oder alle nur manchmal.“ Darum soll man herausfinden, was seine Vorlieben sind, und sie zu seiner beständigen Praxis machen.

Der Meister sagt: Wir brauchen keine Gelehrten, Muftis oder Universitäten, wir brauchen jemanden, der unsere Herzen reinigt und uns abwendet von der materiellen Welt und uns hinwendet zu unserem Herrn. Das ist der Weg. Wenn es auch viele falsche Gerüchte geben mag. Der Prophet (s.a.s.) war der beste Meister darin, die Herzen zu Allah zu rufen. Der Meister ist der, der die Liebe zur Welt aufhebt und die Liebe zur Wahrheit bringt. Muhammad (s.a.s.) hat die Menschen zu Gott gerufen, und dieser Ruf ist bis heute lebendig. Allah lehrte seinen Propheten alle Mittel, um die Menschen zu Ihm zu führen bis zum letzten Tag. Muhammad (s.a.s.) konnte mit jedem Menschen in Übereinstimmung mit seinem Verstand sprechen und ihn zum geistigen Leben führen, dem Leben nach dem Tod.

Sünde ist, wenn das Herz die weltlichen stofflichen Dinge liebt. Nie zuvor haben die Menschen so sehr an den Dingen gehangen wie heute. Früher haben sie noch wie im alten Ägypten Tempel usw. gebaut, sie haben noch gesucht, nach etwas anderem gefragt. Heute will niemand mehr weder Kirche noch Moschee.
Damaskus - 01.01.1979
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