Maulana Sheikh NazimHoffnung ist Bedingung
Die Versammlung mit dem Sheikh ist unser Weg. Der Sheikh wird geführt von der Hand des Propheten, und Allah der Allmächtige hält die Hand von Rasulullâh œ fest. Um geführt zu werden, müssen wir die Hand eines Sheikhs festhalten, der ein Erbe des Propheten ist. Selbst wenn du keinen wirklichen Erben finden kannst, so versuche doch, einem Nachahmer zu folgen, bis Allâh dir einen Echten schickt. Denn wenn jemand nach etwas wahrhaft verlangt, muß er erreichen, wonach er gesucht hat. Es ist ein himmlisches Gesetz, das Allâh der Allmächtige festgelegt hat, daß, wer auch immer etwas ernsthaft verlangt, er sein Ziel erreichen wird. Es ist unmöglich, daß ein Diener um etwas aufrichtig bittet und es ihm nicht gewährt wird.
Jeder, der einen wirklichen Sheikh treffen will, muß einen solchen finden. Wer einen Heiligen treffen will, muß einen treffen. Und wer nach der Begegnung mit Rasulullâh verlangt, wird auch ihn erreichen. Ebenso wer Khidr æ oder den Qtub, den Pol oder das Oberhaupt der Heiligen treffen will, muß diesen finden. Selbst wer seinen Schöpfer finden will, wird ihn finden. Wenn ein Mensch durch die Wüste wandert und durstig wird, wird er nach Wasser suchen und nicht die Hoffnung aufgeben. Wenn er die Hoffnung aufgibt, wird er keinen finden. Hoffnung ist ein kraftvoller Motor, der die Menschen auf ihre Bestimmungen zutreibt. Hoffnungslose Menschen sind tote Menschen. Wenn ein Mensch seine Hoffnung verliert, geht es zu Ende mit ihm. Solange er auf ein Weiterleben hofft, lebt er, und sobald er die Hoffnung verliert, wird er sterben.

Deshalb ist es ein Befehl von Allâh dem Erhabenen, daß man nicht die Hoffnung auf Seine Gnade aufgeben darf. Alles ist umgeben von göttlicher Gnade. Alles, vom kleinsten existierenden Teilchen von Materie hin bis zu gigantischen Galaxien und Universen, schwimmt in Meeren der Gnade und Barmherzigkeit. „Meine Gnade umhüllt euch von außen und von innen.“ Für das Innen gibt es wiederum ein Innen und so weiter. Eure Vorstellungskraft muß ihr Ende erreichen, und keiner weiß, was Allâh tut. Wenn es keine Gnade gäbe, wäre kein Leben möglich. Alles in Existenz lebt und schwimmt in uferlosen Meeren der Gnade. Der göttliche Befehl lautet: „Gebt nicht die Hoffnung auf auf Meine Gnade.“ Solange die Hoffnung anhält, wird euch die göttliche Gnade begleiten, und ihr werdet jedes Ziel erreichen. Die Antriebskraft des Lebens ist die Hoffnung. Nur die Gläubigen haben mehr Gelegenheit als alle anderen, auf Gottes Gnade zu hoffen. Sie haben mehr Recht auf diese Hoffnung. Die Stärke eurer Hoffnung richtet sich nach der Kraft eures Glaubens.

Je stärker der Glaube ist, desto größer die Hoffnung. Das macht den Gläubigen erfolgreich sein ganzes Leben lang, weil er voller Hoffnung ist bis zum Ende seines Lebens. An jenem Moment angekommen, geht sein diesseitiges Leben zu Ende, doch seine Hoffnung hört nie auf. Seine wahre Hoffnung fängt nach seinem Tod an und wird zu endloser immerwährender Hoffnung. Es ist verboten im Islam, hoffnungslos zu sein. Selbst wenn die Lebensbedingungen unerträglich schwer sind, machen sie einen Gläubigen nur stärker. Seine Hoffnung, die sich nach seiner Glaubenskraft richtet, befähigt ihn, es zu tragen, selbst wenn ihm alle Schwierigkeiten und Bürden dieses Planeten aufgelastet würden. Wenn ihr einer solchen starken Persönlichkeit alle unliebsamen Dinge dieses Planeten aufbürden würdet, seine Glaubenskraft könnte all dieses Elend aufrecht tragen, ohne daß er sich darunter beugen würde. Die Menschen fragen jetzt viel danach, was hier und dort in der Welt geschieht. Die gewöhnlichen Menschen sind jetzt größtenteils dabei, ihre Hoffnung zu verlieren.

Doch es ist nicht richtig für einen Gläubigen, seine Hoffnung aufzugeben. Es ist eine von 54 Glaubensregeln, die verpflichtend sind, daß man nicht die Hoffnung auf Allâh aufgeben darf. Ihr dürft euch von Allâh erhoffen, was ihr wollt. Wenn es dieses Leben betrifft, ist es so einfach, und auch für das nächste Leben ist es so leicht für Allâh, eure Wünsche zu erfüllen. Bleibt voller Hoffnung auf Allâh. Wir müssen glauben, daß wir gewinnen werden. Unser Planet ist jetzt in tiefe Dunkelheit getaucht. Wenn du dich umsiehst, kannst du leicht die Hoffnung verlieren. „Wie kann ich diesen Planeten erleuchten,und ich habe nur ein paar Streichhölzer?“ Solche Fragen zu stellen ist für Ungläubige. Ein Gläubiger muß wissen, daß der Herr den ganzen Planeten in strahlendes Licht bringen kann, ohne irgendein Mittel dazu zu verwenden.

Allâh hat endlose Meere der Allmacht, und er mag nur sagen „Sei!“, und es wird sein, was immer Er will. Was der Herr will, das wird, wenn Er auch Milliarden oder Trillionen Mal Universen gleich unserem schaffen will, braucht er nur zu sagen: „Kommt ins Dasein, ihr, die ihr verborgen seid, zeigt euch!“ Die Wissenschaftler entdekken immer neue Galaxien, die aus den Meeren der Allmacht erscheinen, und keiner kennt die Anzahl der Galaxien und Universen, außer Ihm. Er ist Allâh. Er hat uferlose Meere von Macht. Wir sind so kleine Wesen. Doch wir werden dafür vorbereitet, die unendliche Ehre zu empfangen, daß wir in Seiner Göttlichen Gegenwart als Seine Diener angenommen werden. Und wir sind einzig Seine Diener. Möge Er euch endlose Weisheit schenken. Er liebt es, Seine Diener hoffnungsvoll in Seiner Göttlichen Gegenwart zu sehen. Wer seine Hoffnung verliert, gleicht einem Baum, durch dessen Wurzeln und Zweige und Früchte kein Saft mehr läuft.

- 01.01.1992
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