Maulana Sheikh NazimJenseits von Raum und Zeit
Bismillahi r-rahmani r-rahim kulla yaumin huwa fi sha’n (ar-Rahman, 29) Allahumma ‘allimna ma yanfa’una wa zidna ‘ilman Ounser Herr, lehre uns, was uns nützt, und mehre unser Wissen! Dies ist ein wirklich wichtiges Bittgebet, Du‘a, denn wir sind erschaffen und auf diesen Planeten geschickt worden, unseren Herrn zu erreichen, Ihn zu kennen und unser Wissen über Ihn, Allah den Allmächtigen, zu mehren. wa ma khalaqtu al-jinna wa linsa illa liya’budun, ay ya’rifun. (Und Ich erschuf die Jinn und die Menschen allein, daß sie Mir dienen – das heißt, daß sie Mich, Allah den Allmächtigen, kennen.) Ich habe Mensch und Jinn erschaffen zu Meiner Anbetung oder zu Meinem Dienst; und eure Dienerschaft ist entsprechend eurer Kenntnis Allahs des Allmächtigen. Je größer dieses Wissen ist, um so mehr Achtung und Preis wirst du bemüht sein, Ihm zu erweisen, und um so mehr wirst du die Dienerschaft an Ihn, Allah den Allmächtigen, zu vervollkommnen trachten. Je mehr Wissen, göttliches Wissen über Allah den Allmächtigen du erreichst, um so mehr Sorgfalt wirst du der Dienerschaft Seiner widmen. Als Unteroffizier zum Beispiel leistest du einen guten Dienst, die Dinge aber ändern sich, wenn du den Dienst eines Hauptmanns antrittst, und zum Brigade- General berufen, wirst du noch gewissenhafter werden. Stehst du im Dienst eines Feldmarschalls, wirst du Seinen Befehlen noch mehr Beachtung schenken, um noch vollkommener in deinem Dienst zu sein. Soviel du über jemandes Macht und Vollkommenheit weißst, um so mehr wirst du versuchen, deinen eigenen Dienst zu vervollkommnen und Seiner Befehle noch achtsamer zu sein. Wir sind jetzt auf diesem Planeten, auf diesem Globus, und uns ist befohlen zu glauben, daß dieser Planet zusammen mit dem gesamten All und seinen Sternen, den Sonnen und Galaxien, erschaffen wurde. All dies wurde von jemandem erschaffen, und wir sind aufgerufen, an Ihn, den Schöpfer, zu glauben. Es ist uns nicht gegeben, Ihn zu schauen und deshalb zu gehorchen. Nein, das ist nicht möglich; die Geschöpfe haben keine Möglichkeit, ihren Schöpfer zu sehen, das ist nicht möglich. Wenn ihr mich zum Beispiel fragt: „Wo ist der Schöpfer? Wo ist Sein Thron?“, dann wollt ihr etwas über einen Ort wissen, an dem Er ist, und Seinen Thron, so einen, wie ihn Könige und Kaiser haben, ruhmreiche, großartige Throne. Ihr sagt: „Wenn Er der König der Erde und der Himmel ist, wo ist dann Sein Thron, von dem aus Er regiert?“ Wenn ich dem Fragenden sage: „Ja, ich bin dabei, zu beantworten, wonach du fragst, ich werde dich zum Ort Seines Thrones bringen, dich dort hinführen.“, so wird er mich ansehen und sagen: „Wo ist es denn?“, und ich werde sagen: „Sein Thron, das ist: – Siehst du die Sonne! Im Zentrum der Sonne ist Sein Thron, dort ist er, schau! Geh und schau! Ich kann dich nur auf den Ort verweisen, da du willst wissen, wo er ist. Wenn du mir glaubst, geh und schau! Wenn Er dort nicht ist, dann komm zu mir zurück und sage, daß ich ein Lügner bin, weil du dort hingegangen bist und geschaut und es nicht gefunden hast ...“ So viele dumme Leute kommen vorbei und wollen wissen, wo Er ist. Dann geht ihn suchen! Er, der solch ein großes weites Universum erschaffen hat, muß auf Seinem Göttlichen Stuhl sein! Sein Göttlicher Thron ist so groß, daß Er mit all Seinen Geschöpfen auf ihm sein mag – könnt ihr dort hingelangen? Geht und schaut! Aber die Leute heutzutage benutzen nur ihren beschränkten Verstand, wenn sie fragen, wo Er ist. Er ist dort, wo es keine Richtung gibt, kein Osten, kein Westen, kein Norden, kein Süden, kein vorne, kein hinten, kein rechts, kein links, kein oben, kein unten. Reist du auf den Mond, kannst du ebensowenig wissen, wo Osten oder Westen ist: Welches also soll Seine Richtung sein? Wenn ein Mensch auf dem Mond ankommt, kann er nicht wissen, wo im Universum er sich befindet. Ob er sich im Osten oder Westen befindet, und welche Zeit es ist. Es gibt keine Zeit. Ich will sagen, daß alles seinen Platz haben muß, wo es hingehört. Der Mensch und alles auf Erden weilt auf der Erde; und wo hält sich die Erde auf? Auf was ruht sie? Welches ist der Wohnsitz des Mondes? Nichtsheit? Ist um den Mond herum nichts? Auch der Mond muß Nichts sein, denn wenn du in die Mitte des Mondes TNT füllen und eine Explosion auslösen würdest, könntest du dann noch ein einziges Atom oder etwas noch kleineres als ein Atom finden? Alles wird insgesamt ausgelöscht sein. Der Mond, wo wird er hingegangen sein? Verschwunden. Wohin? Einfach verschwunden! Nimm zum Beispiel diese Welt: Leute sagen: „O, sie ist groß!“ Aber ich sage ihnen: „Sie ist nichts.“ Sie sagen: „Nein, so viele Leute leben auf ihr, es gibt so viele Kontinente, Meere – wie kannst du da sagen, sie sei nichts?“ Dann erwidere ich ihnen: „Das Zentrum dieser Welt besteht aus lauter Feuer, Vulkanismus. Gäbe es dort eine Explosion, so würden wir eine Sekunde später weder ein ganzes Molekül noch ein intaktes Atom mehr finden, alles wäre verschwunden.“ Alles würde durch den Raum treiben, denn selbst die Atome wären explodiert – Ende! Es gäbe keine Welt mehr, nichts! Oder die Sonne: Wenn der Schöpfer zu irgendeiner Zeit befehlen würde, daß die Sonne explodieren soll, würden wir, nachdem nur eine Sekunde verstrichen wäre, weder etwas von der Sonne noch irgend etwas, was auf ihr war, mehr finden können. Es wäre verschwunden – aufgelöst in den weiten Fernen des Raums. Was ist dieser Raum, was ist Raum, wo beginnt er, wo hört er auf? Gibt es dort ein Oben und Unten, Osten und Westen, vorne und hinten? Der Herr sagt: „Komme zusammen und sei die Sonne!“, und es kommt zusammen zu einer Sonne. Der Schöpfer ruft: „Mond! Komme und sei ein Mond!“ Und Er ruft: „Erde, komme und werde eine Erde für Meine Diener!“ Die ganze Zeit denken sie, wir seien in dieser Existenz etwas, dabei sind wir nichts! Eine Sekunde kann man in eine Million Teile von Zeit teilen, und ebenso in eine Milliarde Teile. Unser Verstand wird sagen, daß das vielleicht möglich ist. Eine Sekunde der Zeit kann in eine Trillion kleiner Teile geteilt werden, und unser Verstand könnte sagen: „Vielleicht kann man es noch mehr teilen, bis nichts von der Zeit mehr übriggeblieben ist. Die Zeit endet, wie auch Materie oder die gewaltigen Galaxien, Sterne und Sonnen enden, die wir am Himmel sehen. Innerhalb einer Sekunde kann all dies verschwinden, dann gibt es keinen Ort mehr, keine Masse und auch keine Zeit mehr. Wir sind jetzt auf der Erde. Uns ist angeboten worden, jenseits von Zeit und Raum zu gelangen, denn solange wir an Raum und Zeit gebunden sind, denken wir, wir wären etwas. Uns ist aufgetragen, an etwas jenseits von Zeit und Raum zu glauben, an die Existenz des Einen. Wir können ein Verständnis dieses Einen und Seiner Existenz erreichen. Hier und jetzt seid ihr in einem Gefängnis aus Raum und Zeit. Wenn ihr aus eurem Gefängnis befreit seid, wird die Seele zur spirituellen Welt jenseits der materiellen Welt zurückkehren, zu der sie gehört, und die materielle Welt zerfällt in sehr sehr sehr kurzer Zeit, wie wir sagten: Sie wird vielleicht im Bruchteil eines milliardsten Teils einer Sekunde hinweggenommen, und deine Identität hier wird nicht mehr bestehen, Ende. Die Propheten kamen, um euch aus diesem Gefängnis herauszuholen und zu befreien und euch zu den raumlosen und zeitlosen spirituellen Welten mitzunehmen – versteht ihr? Die Menschen rennen, rennen, rennen, um etwas zu erreichen, aber sie erreichen nichts. Deshalb ist der Befehl des Herrn, der zu uns kommt, daß wir an die ungesehenen unsichtbaren Welten glauben. Dies ist die erste Bedingung, die alle Propheten für die Menschen aufgestellt haben. Ihr müßt an die ungesehenen unsichtbaren Welten glauben, an Welten ohne Grenzen; das ist die erste Bedingung. Das ist dann der erste Schritt zu der Art von Wissen, von der wir anfangs sprachen. Allahumma ‘allimni ma anfa’uni wa zidni ‘ilman, ‘allimna ma yanfa’una wa zidna ‘ilman – das ist das Wissen, um das wir Allah den Allmächtigen bitten, nicht solches Unsinns-Wissen, das wir auf Erden haben, la qiymata laha – Dunya, die Welt und alles auf ihr oder in ihr, hat keinen Wert. Jenseits ihrer sind geschaute und ungeschaute Welten. Jenseits der materiellen Welt ist das unbegrenzte Meer der spirituellen Welt. Der Prophet lehrt uns, um mehr und mehr Wissen zu bitten, zu lernen, wie sie dies tun (er schaut auf etwas): Man kann es anfassen, sehen, es arbeiten hören, deshalb ist es in der Existenz, aber was ihr jetzt seht, von dem existiert in Wahrheit nichts. Allahu akbar! ma azhamu sha’nak! ya Allah! fa’alun ma yasha’! ya azhimu sha’n! ya rabb al-izzati wa l-azhameti wa l-jabarut! subhanak subhanak subhanak! ya ma siwanan alaik! allimna ma yanfa’una wa zidna ‘ilman! ila sharafi n-nabi .... Fatiha
lefke - 21.03.2001
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