Maulana Sheikh NazimLicht und Dunkelheit
Bismillahi-Rahmani-Rahim Dastur yah Sultan al-Aulia, maddad ya rijalAllah Allah, Allah „Wa fahamnaha Sulayman“ Allah der Allmächtige gibt von Seinen endlosen Gnadengaben und Segnungen denjenigen, die darum bitten. Wenn sie nicht bitten, zürnt Allah ihnen und hört auf, ihnen zu geben. Es gibt Meere der Barmherzigkeit, die keine Unterschiede zwischen den Menschen machen, sie sind für die gesamte Menschheit. Gleichgültig ob sie Propheten, Heilige, Gläubige oder Ungläubige oder Götzenanbeter sind, diese Barmherzigkeit ya’ummuhum, kommt zu jedem von ihnen. Dann gibt es einen anderen Quell von Barmherzigkeit, von Strömen der Barmherzigkeit, die denen vorbehalten sind, die darum bitten und ihnen wir davon entsprechend ihrem Verlangen und ihren Fähigkeiten oder Möglichkeiten, gemäß ihren Anstrengungen und Absichten gegeben. A´udhu billahi min a-schaytani-rajim Schaytan kommt immer zu den Menschen, um ihren Verstand zu verwirren, indem er Zweifel sät. Und diese Zweifel verschließen das Herz. Die Juden kamen zum Siegel der Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagten: „qulubuna ghulf“’„Unsere Herzen sind verschlossen“ Verschlossen, weil sie in ihren Gedanken Zweifel haben, weil Schaytan in ihrem Verstand Zweifel gesät hat. Die Zweifel verschließen und versiegeln das Herz und Iman, wahrer Glaube, kann nicht hinein gelangen und das Herz wird von Dunkelheit erfaßt. Wenn ihre Herzen in Dunkelheit sind, wird ihr ganzes Leben von Dunkelheit erfüllt, sie können nicht mehr in einer lichterfüllten Umgebung, in einer Welt voller Licht leben. Nein, sie streben immer nach Dunkelheit und Finsternis.
Bismillahi-Rahmani-Rahim Deshalb bitten wir Allah den Allmächtigen mit den Worten ‚A´udhu billahi min a-schaytani-rajim’: „O unser Herr, laß’ nicht zu, daß Schaytan in unserem Verstand Zweifel sät und unsere Herzen verschlossen werden!“ denn dies würde uns in Dunkelheit stürzen und wäre der Anfang von Schakawat, Unglück und Leid. Schakawat bedeutet, von guten Eigenschaften wegzulaufen, bis der Mensch, wenn alle guten Eigenschaften sein Herz verlassen haben, zur selben Gattung wie Schaytan gehört. Wenn die Menschen das himmlische Licht verlieren, wenn es keinen Zugang mehr zu ihren Herzen finden kann, werden sie wie Schaytan. Er ist der Anführer alles Schlechten und aller Teufel. Teufel können nur in den Welten der Dunkelheit leben. Sie, die Repräsentanten Schaytans, wollen nie, daß Licht auf die Erde herabkommt. Deshalb haben sie jedesmal, wenn ein Prophet gesandt wurde, diesen bekämpft. Schaytan ist jedesmal schnell zu finsteren Gestalten aus dem Reich der Dunkelheit gelaufen und hat sie aufgehetzt: „ Schnell, erhebt euch, da ist Einer, der die Finsternis eurer dunklen Welten bedroht, der sie verändern will, der euch aus eurer Dunkelheit herausbringen will, an die ihr so gewöhnt seid und in der ihr euren Spaß habt. Er kommt, um euch aus euren Gewohnheiten herauszureißen.“ Deshalb wurde jeder Prophet von diesen Leuten, von den Handlangern Schaytans, verfolgt. Als erstes sind sie immer gelaufen gekommen und haben ihn beschuldigt: „Du bist ein Lügner! Du bist gekommen, um unter unseren Leuten Fitna, Unfrieden zu stiften! Du willst das friedliche Zusammenleben unserer Gemeinschaft stören und sie gegeneinander aufwiegeln und Unglück über uns bringen! Wir haben dich nicht gerufen, herzukommen und unsere Leute mit deinen Reden zu belästigen! Wir kennen den Weg und du kommst mit deinen Lügen, um uns irre zu führen. Wenn du nicht mit deinen Bekehrungsversuchen aufhörst, werden wir über dich herfallen und dich von hier vertreiben. Wir werden dich wegjagen oder dich töten, um dich loszuwerden.“ Von Anbeginn an bis zum heutigen Tage ist es die Aufgabe Schaytans, jedes Licht im Bewußtsein der Menschen auszulöschen, es zunichte zu machen und die Welt in Dunkelheit zu stürzen, damit sie gemäß ihren egoistischen und physischen Begierden leben, um die niederen Wünsche zu befriedigen, die Schaytan ihnen eingeflüstert hat. Und ebenso wurden alle Erben der Propheten von diesen teuflischen Gruppierungen verfolgt und angegriffen, indem ihnen gesagt wurde: „Ihr seid Lügner, laßt uns in Ruhe, verschwindet, sonst werden wir euch bekämpfen!“ (Maulana deutet in Richtung einer nahegelegenen Moschee) Seit 60 Jahren, bis zum heutigen Tage, ist mir hier in Zypern die Nutzung dieser Moschee untersagt. Ich behaupte nicht von mir, ein „Guter“ zu sein, das weiß Allah am besten, aber ich rufe die Leute zur Wahrheit, ich rufe die Leute zum Paradies, ich rufe die Leute zu ihrem Herrn, zu Allah, dem Allmächtigen. Das ist meine „Schuld“. In den Augen dieser Leute bin ich ein Krimineller, weil ich die Leute zu Allah und zu Seinem Gottesdienst rufe. Seit 60 Jahren bin ich hier und seit 60 Jahren weigern sie sich (offiziell), mich in irgendeiner Moschee vorbeten zu lassen. Das soll nur als Beispiel am Rande dienen. Aber überall versucht Schaytan, das Bewußtsein der Menschen zu beeinflussen. Er versucht zu verhindern, daß sie heiligen Menschen folgen, denn Heilige bringen himmlisches Licht. Doch Schaytan und seine Anhänger wollen niemals, daß es auf der Erde Licht gibt, sie wollen, daß diese Welt für immer in Dunkelheit bleibt. Es gibt bei uns ein Sprichwort: „Kurt sisli hawa sever.“ „Der Wolf liebt nebliges Wetter.“ Wölfe lieben nebliges Wetter, weil man sie darin nicht sehen kann und sie sich unbemerkt anschleichen und jagen können. Das gehört zu den Eigenschaften der Wölfe und die Menschen heutzutage sind zum größten Teil wie die Wölfe. Sie wollen keine von strahlendem, himmlischem Licht erhellte Welt. Nein, sie sagen: „Es gibt keine Beziehung zwischen uns und den Himmeln. Wir akzeptieren auch nicht, daß es so etwas wie einen ‚Himmel’ gibt.“ Sie reden statt dessen lieber vom ‚Weltall’. Was ist das ‚Weltall’? Es ist ein Wort, das sie benutzen, um zu beschreiben, was sie sehen, wenn sie nach oben schauen. „Da ist das Weltall“, sagen sie. Sie sagen nicht: „Da ist der Himmel.“ Schaytan läßt es nicht zu, daß sie sagen: „Es gibt einen Himmel.“ Nein! Und wenn du sie fragst: „Was ist das Weltall?“ sagen sie: „Das Weltall ist finstere Dunkelheit, ein von Dunkelheit erfüllter Raum, in dem sich sämtliche Arten von materiellen Erscheinungen finden.“ Und wir fragen: „Wenn das Weltall so dunkel ist, erfüllt von tiefster, finsterer Dunkelheit, wie kann es dann sein, daß helle Lichtflecken, glänzend scheinende Sterne, gewaltige, strahlend leuchtende Galaxien sichtbar sind? Wie kann das sein? Wenn ihr sagt, das Weltall sei ein dunkler Raum, von woher kommen all diese Lichter?“ Wenn ihr zum Beispiel eine Kerze habt, kann diese Kerze ohne von einem Streichholz oder etwas Ähnlichem angezündet zu werden niemals Licht geben. Von wo kommen die scheinenden Lichter in diesem gewaltigen Weltraum? Wer zündet jede Nacht diese Lichter an? Früher gab es in den Moscheen Öllampen und ein Mann war dafür zuständig, diese jeden Abend mit Olivenöl zu füllen und ein zweiter hatte die Aufgabe, sie anzuzünden. Wer ist Derjenige (Maulana deutet nach oben)? Und wo leben wir? Das Weltall, es ist so dunkel, in dieser Dunkelheit, wie kann das sein? SubhanAllah! Selbst wenn sie es leugnen wollen gelangen die materialistischen und atheistischen Wissenschaftler doch an Punkte, an denen sie zugeben müssen, daß es jenseits von alledem eine Kraft geben muß, die im Weltall ein Gleichgewicht zwischen den Galaxien, zwischen den Sternen und innerhalb der verschiedenen Systeme herstellt. Allah der Allmächtige sagt: „wa inna lamusi´un“ , Allah sagt, daß Er dieses gewaltige Weltall erschaffen hat und alles was darinnen ist und dann sagt Er: „Wir lassen es sich ausdehnen.“ Und die Wissenschaftler sind zu ihrem Erstaunen und ihrer Überraschung durch ihre Forschungen zu dem Schluß gekommen, daß die Geschwindigkeit, mit der sich das Universum ausdehnt genau so angepaßt ist, daß, wenn sie auch nur im Geringsten langsamer wäre, sämtliche Systeme wie zum Beispiel unser Sonnensystem kollabieren würden. Die Schwerkraft würde zu groß werden und alles würde zusammenstürzen. Wenn die Expansionsgeschwindigkeit ein klein wenig schneller wäre, würden alle Bestandteile der verschiedenen Systeme auseinander fliegen. Die Ausdehnungsgeschwindigkeit ist so fein eingestellt, daß, wenn sie ein wenig kleiner wäre, alles im Universum zusammenfiele, wenn sie ein wenig schneller wäre, würde alles auseinanderbrechen, alles würde seine Laufbahnen verlassen. Keine Erde mehr, kein Mars mehr, kein Neptun mehr, kein Jupiter, alle würden davonlaufen. Die Sonne bliebe allein zurück und dann würden ihre Einzelteile anfangen, davonzufliegen. La haula wa la quwwata illa billahi l-´Aliyyu l-´Azim! Deshalb sagen die Forscher, daß es so fein austariert ist, daß der Verstand des Menschen nicht ausreicht, um es zu begreifen und es ist unmöglich, daß dies so von alleine entstanden ist. Dies ist ein so erdrückender Beweis dafür, daß es jemanden geben muß, der allem seine Ordnung gibt, in einer Weise die unseren Verstand übersteigt. (Maulana wendet sich an einen anwesenden Hoca und fragt auf türkisch: „Dieser Qur’anvers „wa inna lamusi´un“ was steht davor und danach? Lies!“ Der Hoca: „Ich müßte auch im Qur’an nachschauen.“ ) Sie sagen also: „Es muß Einen geben, er alles koordiniert, einen Gestalter und Koordinator, der allem in vollkommener Weise seine Ordnung gibt, und unser Verstand ist unfähig, diesen Punkt zu begreifen. SubhanAllah! Schaut auf ´Azamatullah, die gewaltige Größe Allahs, des Allmächtigen. Doch trotzdem bringt Schaytan immer noch die Leute dazu, nicht zu glauben, daß es eine unsichtbare Existenz gibt, daß es einen unsichtbar Existierenden geben muß, der die Kontrolle hat. Allahu akbar! Allahu akbar! Die Expansion des Universums bewegt sich entlang einer so feinen Linie, ein wenig darunter oder ein wenig darüber und alles würde vernichtet, das gesamte Universum würde zerstört werden. Allahu akbar! Möge Allah uns vergeben!

Solche Dinge sind dazu da, um die Menschen die Größe des Schöpfers erahnen zu lassen. Doch solche Dinge werden nicht in den Schulen gelehrt. Solche Dinge werden vor den Menschen versteckt und man bringt sie dazu, nicht zu glauben. Schaytan, gemeinsam mit seinen Repräsentanten und Nachfolgern, bedeckt alles, was auf die Wirklichkeit und Wahrheit, auf die Allmacht des Schöpfers hinweist und sie halten es unter Verschluß, damit niemand etwas davon erfahren kann. Allah, Allah! Was wird wohl werden? Am Ende werden sie ihre Strafe bekommen! Möge Allah uns verzeihen und euch segnen und uns auf Seinem rechten Weg bleiben lassen: Ihm den allerhöchsten Respekt zu zeigen, Seine Göttliche Gegenwart zu verherrlichen und stets in Seinen göttlichen Dienst zu stehen um der Ehre des Meistgeehrten, Sayyidina Muhammad, willen, al-Fatiha

Fußnoten:

i „Und wir gaben Sulaymân Verständnis davon“, Qur’ân, 21:79
ii Qur’ân, 2:88
iii „Lobpreis sei Allah“
iv „.... Und wahrlich, wir lassen ihn (den Himmel) sich ausdehnen.“, Qur’ân, 51:47
v „Es gibt keine Kraft zur Veränderung und keine Macht außer bei Allah dem Höchsten, dem All-Gewaltigen!“
vi Nach der Suhbat rezitierte Maulânâ den Vers in seinem Zusammenhang:
„Wa s-samâ’a banaynâhâ bi’aydin wa inna lamûsi´ûn. Wa l-arda faraschnâhâ fani´ma l-mâhidûn. Wa min kulli schay’in khalqnâ saujayni la´allakum tadhdhakkarûn. Fafirrû ilaAllahi innî lakum minhu nadhîrun mubîn“ „Und den Himmel erschufen Wir mit unserer Kraft und wahrlich, wir lassen ihn sich ausdehnen. Und die Erde haben Wir ausgebreitet, und wie herrlich breiten Wir sie aus! Und von allem haben Wir Paare erschaffen, auf daß ihr euch besinnen möget. So flieht denn zu Allah, wahrlich, ich bin für euch ein deutlicher Warner von Ihm.“ ,Qur’ân, 51:47-51
Danach erwähnte er einen weiteren Vers, der beschreibt, daß Allah das Universum zusammenhält, damit seine Bestandteile nicht aus ihren Bahnen in die unendliche Weite fliegen: „InnAllah yamsikû s-samawâti wa l-arda an tasûla ...“ „Wahrlich, Allah hält die Himmel und die Erde zusammen, damit sie nicht entweichen ...“ , Qur’ân, 35:41
vii Allah ist am Größten
Lefke - 04.11.2003
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