Maulana Sheikh NazimNichts ist ohne Weisheit erschaffen
Dastur yah sayyidi, maddad yah sultanul-auliya, maddad yah rijalallah A´udhu billahi mina schaytani rajim Bismillahi-Rahmani-Rahim La haula wa la quwwata illa billahi l-´Aliyyu l-´Azim Es gibt zwei Arten von Hühnereiern, doch rein äußerlich sind diese zwei Arten nicht von einander zu unterscheiden. Hennen sind bemüht, ihre Küken ausbrüten. Zwei Hennen sitzen nebeneinander und brüten. Unter beiden liegt jeweils ein Ei. Nach drei Wochen bricht das Ei der einen auf und ein Küken schlüpft heraus, die zweite schaut auf ihr Ei und nichts kommt heraus und sie ist irgendwie überrascht: „Mein Ei sah genauso aus wie das andere, warum kommt bei ihrem Ei ein Küken heraus und bei mir keins?“ Wer war der große Lehrer der Menschheit durch die Jahrhunderte, der Lehrer aller Geschöpfe, der Lehrer aller Propheten, der Meistgeliebte in der göttlichen Gegenwart, dessen Namen Allah der Allmächtige neben Seinen Namen geschrieben hat: ‚La ilaha illAllah Muhammadu rasulullah’? „Wer ist er, o mein Herr?“ fragte Adam, „Wer ist der, dessen Name auf einer Ebene neben Seinem Namen geschrieben steht?“ Nicht darunter, auf der gleichen Höhe steht er geschrieben! Manche Dummköpfe, Unwissende, schreiben heutzutage den Namen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – unterhalb des Namens Allahs. Nein, das könnt ihr nicht tun! Allah der Allamächtige sagt: „wa rafa’na laka dhikrak!“ „Wir erhöhen deinen Namen!“ Und keiner kann ihn herabsetzen. Aber Wahhabis und auch manche anderen Dummköpfe von unseren Religionsvertretern tun so etwas. Sie sind Unwissende. Sie schreiben den Namen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nicht neben den Namen Allahs sondern ein wenig darunter und ich sage ihnen: „Tut das nicht, denn auf dem prächtigen Thron des Herrn der Himmel steht sein Name auf der gleichen Ebene geschrieben: ‚La ilaha illAllah Muhammadu rasulullah’ (Maulana blättert die Seiten eines unsichtbaren Buches um) Oh, wir sind so unwissend! Vor allem die Araber der heutigen Zeit werden immer unwissender, mehr noch als alle anderen. Und Allah hat zu ihnen aus ihrer Mitte den Propheten gesandt – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und der heilige Qur’an ist in ihrer Sprache verfaßt. Doch sie sind die Ersten, die ihn ablehnen und den Kreis des Iman (Glaubens) verlassen. (Maulana deutet nach oben) Dort steht geschrieben: ‚La ilaha illAllah Muhammadu rasulullah’ Manchmal komme ich in eine der neuen, von den Wahhabis erbauten Moscheen und sehe mich um und schaue danach, ob irgendwo geschrieben steht: ‚La ilaha illAllah Muhammadu rasulullah’ . Sie sagen mir: „Wir verwenden so etwas nicht.“ „Wenn ihr so etwas nicht verwendet, wohin bewegt ihr euch denn? Wie könnt ihr den Muslime werden? Wie könnt ihr sagen, daß ihr es nicht in euren Moscheen verwendet? Wenn ihr es nicht in euren Moscheen verwendet, wo meint ihr denn, sollten wir es benutzen? In Pavillons? In Casinos? In Nachtclubs? Wo sollen wir es verwenden? Was ist das für ein Schwachsinn: ‚Wir verwenden so etwas nicht.’ Allah hat es verwendet! Wie könnt ihr da sagen: ‚wir verwenden es nicht’?“ Das, was auf dem prächtigen Thron geschrieben steht. „Steht dort nicht geschrieben: ‚La ilaha illAllah Muhammadu rasulullah’? Wieso schreibt ihr es nicht hin? Ist dies ein Lagerhaus? Oder ein Country Club? Oder ein Tanzclub? Was ist das hier? Warum schreibt ihr es nicht hin?“ Sie sind die Ersten, die den Kreis des Islam verlassen. Der Prophet – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – warnte seine Gemeinde davor, daß aus dem Osten etwas so schlechtes, so übles kommen werde: ‚Fasad, Übel und Korruption wird aus dem Osten kommen, hütet euch davor!’ Die Hörner Schaytans werden von dort erscheinen, in die Körper der Muslime eindringen, sie verletzen und töten. Sie löschen den Glauben der Mu’mine (Gläubigen) aus. Hütet euch, hütet euch vor ihnen, denn Sie sind die ersten und erbittertsten Feinde des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Sie sagen also: „Nein, wir schreiben so etwas nicht (in unseren Moscheen)!“ und wir fragen: „Wo sonst sollte es denn geschrieben stehen?“ Sie sind so unwissend, „al ´arabu aschaddu kufran wa nifaqa“ . Die schärfsten Gegner des Islam und des Glaubens sind Araber. Er (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) ist der Lehrer aller Propheten und was auf der Wohlbewahrten Tafel (al-Lauh al- Mahfuz) geschrieben steht, ist ihm ins Herz geschrieben. Al-Lauh wa l-Qalam (die Tafel und die Schreibfeder) sind mit ihm. Er sagt uns – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden - , wie ein Gläubiger sein sollte. Wenn er auf etwas schaut, sollte er darin eine Weisheit (Hikma) suchen. Denn nichts im gesamten Universum wurde erschaffen, ohne daß dahinter eine Weisheit und ein Grund steckten, eine Weisheit und eine Absicht. Das bedeutet, daß nichts ohne einen Sinn erschaffen wurde. Alles wurde erschaffen mit einem Sinn und Nutzen für die Krone der Schöpfung. Und wer ist die Krone der Schöpfung? Der Mensch, die Menschheit! ‚Khalifa’ (Stellvertreter), es gibt innerhalb der Schöpfung keinen höheren Titel als diesen, Khalifa Allahs des Allmächtigen. Er hat alles in Seiner Schöpfung zum Nutzen und Wohlergehen der Menschheit erschaffen, daß es ihnen nutzbar sein möge. Und die Menschheit soll daraus Weisheit lernen, im Sinne von ‚wa man yuta al-hikmata faqad utiya khayran kathiran’ . Mit jeder Weisheit, die ihr erkennt, habt ihr einen gewaltigen Nutzen gezogen, einen Nutzen, der gewaltiger ist als die Berge des Himalaya-Gebirges. ‚Khayran kathiran’, so viel wurde euch gewährt und gegeben. ‚Hikma’ ist eine Kraft, die stärker ist als nukleare Energie, bei der schon eine kleine Masse an Materie ausreicht, um einen riesigen Flugzeugträger, eine schwimmende Insel im Ozean, anzutreiben. Allah der Allmächtige hat seinen Stellvertretern, der Menschheit, Weisheiten gewährt, damit sie sie nutzen, um sich Seiner göttlichen Gegenwart nähern, denn uns ist die Möglichkeit gegeben, Diener in seinem Dienste in Seiner göttlichen Gegenwart zu sein. Zu diesem Zweck, der Dienerschaft Allahs, seid ihr erwählt und ist euch Ehre verliehen worden. So ist nichts ohne Weisheit erschaffen, von all dem was die Menschen anschauen, sehen, fühlen können. In allem liegt eine Weisheit. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden -, das Siegel der Propheten, der meistgeliebte Diener in der göttlichen Gegenwart, derjenige, der der göttlichen Gegenwart am nächsten ist, so nah, daß selbst der Erzengel Jibril keinen Millimeter über seine Stufe hinaus mit ihm gehen konnte, ohne seine Existenz zu verlieren, denn keiner kann der göttlichen Gegenwart näher kommen als der Meistgeliebte, er hat gesagt: „O meine Gemeinde, der Blick des Mu’min, des Gläubigen, soll stets auf die Weisheit gerichtet sein.“ Wenn ihr etwas anschaut, müßt ihr immer nach der Weisheit Ausschau halten. Die Weisheit ist eine unbeschreibliche Kraft, die euch gewährt wurde und die euch ermöglicht, euch Allah dem Allmächtigen zu nähern. Deshalb heißt es: ‚Nabiyyuna nabiyyu l-hikma’ (‚unser Prophet ist der Prophet der Weisheit’), von Allem wurde ihm gewährt, ohne Grenzen, sein Wesen und die Erfüllung seiner Wünsche, all dies hat keine Grenzen. ‚Sal, tu’ta!’ (‚Bitte und es wird dir gegeben!’), ‚frag’ , o mein Geliebter, es wird dir gewährt werden!’ ‚Frag’, frag!’ ‚ solch ein Prophet ist er! Und uns wurde die Ehre verliehen, die Gemeinde eines solchen Propheten sein zu dürfen. Es gibt keine größere Ehre als den Islam, als seiner Gemeinde angehören zu dürfen, der Ummatu l-Muhammad. Wir müssen dafür dankbar sein! Al-hamdulillahi ladhi hadana li-hadha , Allah hat uns gewährt, zu seiner Gemeinde zu gehören. Al-hamdulillahi ladhi ja´alana min ummati Muhammad – sallallahu alaihi wa sallam - wa scharaffana bi-mutaba´atihi – alaihi salatu wa salam , wir sind damit geehrt worden, zu seiner Gemeinde zu gehören und ‚Nurun ´ala nur’ (wörtl.: Licht über Licht), Ehre über Ehre, über die Ehre seiner Gemeinde anzugehören hinaus, die eine grenzenlose Ehre ist, ist es uns gewährt worden als Mu’min, als Gläubige, nach Weisheit Ausschau zu halten. Wir müssen versuchen, hinter allem die zugrundeliegende Weisheit zu erkennen. Laßt uns also zu den einfachen Dingen zurück kommen, mit denen wir angefangen haben, bevor wir fauqa al-arisch (wörtl.: über die Weinranken) in die Höhen hinaufgereicht haben: zu den zwei Hennen, die nebeneinander sitzen. Wir hatten die beiden Hennen auf der Erde zurückgelassen, um uns in immer höhere Gefilde zu begeben, Allah um Segen bittend und in dem Bestreben, immer näher hin zur göttlichen Gegenwart zu gelangen. Jetzt kommen wir also zurück zu unseren beiden Hennen, wir sind dort oben fertig und kommen herab und schauen uns die Hennen an. Die eine hat ihr Ei ausgebrütet und das Küken ist ausgeschlüpft, die andere ist unruhig, weil bei ihrem Ei nichts passiert, obwohl sie, genau wie die andere, mit ihrem Schnabel ein wenig an der Schale gepickt hat um zu versuchen, dem Küken den Weg aus dem Ei zu erleichtern. Aber nichts hat sich getan und die Henne ist verwundert: „Du hast auf dem Ei gesessen und ich habe auf meinem Ei gesessen, aber bei mir ist kein Küken geschlüpft wie bei dir, wieso ist das so, was ist das Geheimnis? Wieso kommt aus deinem Ei ein Küken und aus meinem kommt keins?“ Als ich klein war, habe ich mich immer gewundert, wie es kam, daß die Mädchen aus meiner Verwandtschaft oder aus unserer Nachbarschaft einige Zeit nachdem sie verheiratet waren Kinder zur Welt brachten. Ich habe intensiv darüber nachgedacht aber ich konnte nie eine Erklärung finden. „Vorher haben sie nie ein Kind bekommen und jetzt wo sie verheiratet sind, bekommen sie auf einmal Kinder. Wie kommt das bloß?“ Das Geheimnis blieb mir verschlossen, bis ich in das entsprechende Alter kam. Vorher kann man es nicht verstehen. Aber heutzutage lernen die Kinder das schon im Mutterleib, wenn sie heraus kommen ... (Maulana deutet mit dem Finger eine Erektion an und lacht) Tauba, astaghfirullah! Das Geheimnis (bei den Hennen) ist also der Hahn. Die eine Henne war mit dem Hahn zusammen, die andere nicht. Der Hahn, das Männliche, gibt sein Geheimnis dem Weiblichen, der Henne und aus der Verbindung kommen die Kinder. „Subhana ladhi khalaqa l-aswaja kullaha“ , Allah der Allmächtige hat alles in Paaren erschaffen, männlich und weiblich. Das Männliche besitzt ein Geheimnis und das Weibliche besitzt ein anderes Geheimnis. Wenn sie nicht zusammen kommen, gibt es niemals ein Ergebnis: Diese Henne war zusammen mit dem Hahn, die andere hat nie einen Hahn gesehen, deshalb waren all ihre Bemühungen suda, verschwendet, vergebens. Die andere hingegen hatte Erfolg. Genauso ist es mit den Menschen, manche strengen sich an, bemühen sich ihr ganzes Leben, um etwas zu erreichen, bis sie ans Ende ihres Lebens kommen. Alle bemühen sich um etwas. Wenn der Letzte Tag kommt, stellen sie fest, daß all ihre Bemühungen verschwendet waren während andere die Früchte ihrer Anstrengungen ernten. Und sie fragen: „Weshalb?“ „Çalisma ibadetdir“ diyorlar („Arbeiten gehen ist Gottesdienst!“ sagen sie). „Zu arbeiten ist Gehorsam (gegenüber Allah)“, das ist die neue Lügenphilosophie, mit der die Muslime dazu gebracht werden, nicht mehr zu beten, indem ihnen gesagt wird: „Nein, es macht nichts aus, wenn ihr nicht betet, Arbeit ist auch Gottesdienst! Macht euch keine Sorgen!“ Aber schließlich werdet ihr wie diese Henne sein, die drei Wochen lang ihre Bemühung verschwendet hat. Solche Eier kann man nur noch wegwerfen, es kommt nichts heraus und sie stinken auch noch fürchterlich. Die andere ist wie jemand, der all seine Anstrengungen für Allah macht und ein gutes Resultat erzielt. Er ist erfolgreich, während der andere, dessen Anstrengungen für sein Ego, aus egoistischen Motiven heraus waren, wenn er am Ende nachschaut, sehen muß, daß nichts herausgekommen ist. Und er wundert sich, wenn ihm gesagt wird: „Es ist zu Ende. Du hast (dein Leben) verschwendet! Das Geheimnis, das eure Bemühungen Früchte tragen läßt, besteht darin, an Allah den Allmächtigen zu glauben und für Ihn zu arbeiten. Das ist die geheime Kraft, die euch diese Früchte bringt. Doch Du hast niemals diese geheime Kraft benutzt, du hast dein Leben verschwendet, es ist zu Ende. ‚Rah suda’ (‚nutzlos vergangen’), Schluß!“ Und es gibt keine Chance mehr für diese Person noch einmal wiederzukommen. Allah weiß, daß er, selbst wenn er hundertmal wiederkäme, diese geheime Kraft nicht nutzen würde. Er würde wieder genauso seinem Ego hinterherlaufen. Deshalb sagt Allah zu ihm: „Es ist genug, ich habe dich einmal geprüft, das reicht mir aus! Bitte mich nicht darum, dich noch einmal in die Dunya zu schicken, es reicht, ich weiß schon, wer du bist. Und wenn du hundertmal zurückkämest, du wärst immer noch derselbe.“ Möge Allah uns vergeben! Versucht, eure Bemühungen zum Wohlgefallen eures Herrn Allah des Allmächtigen sein zu lassen! Dann gehört Alles euch. Wenn ihr den Freuden eures Egos hinterherlauft, ist alles umsonst. Möge Allah uns vergeben! Dieser Monat ist heilig! Jede Bemühung wird ‚Küken’ bringen, doch die Leute laufen weg. Sie sagen: „Wir können nicht fasten, wir können nicht beten, wir müssen arbeiten, wir müssen dies und jenes tun, wir müssen unseren Egos folgen. O.k., es ist in Ordnung, was ihr getan habt, werdet ihr wiederfinden! “ Möge Allah uns vergeben um der Ehre des Meistgeehrten in der göttlichen Gegenwart, Sayyidina Muhammad willen Al-Fatiha
Lefke - 03.11.2003
Valid XHTML :: Valid CSS: :: Powered by WikkaWiki