Maulana Sheikh NazimRat an zwei junge Soldaten
Im Anschluß an die Sohbet vom 15. Oktober 2001 (siehe Lichtblick Nr. 130) fragte der Scheikh zwei junge Soldaten, denen er die Geschichte vom betrügerischen Parfümverkäufer erzählt hatte, nach ihren Namen, ihrer Herkunft, Beruf und Familienstand. Dabei stellte sich heraus, daß einer der beiden ein noch unverheirateter, kurdischstämmiger Imam war.
Der Scheikh sprach: Ein Esel mag mit einem goldbeschlagenen Sattel geschmückt sein. Man wird fragen: „Was ist der Wert?“ Der Sattel hat einen Wert, doch der Esel bleibt ein Esel, auch wenn du ihm einen goldgeschmückten Sattel auflegst. Der Wert eines Menschen ist der Wert, den er bei Allah besitzt, egal ob er Amerikaner, Engländer, Türke, Kurde oder Araber ist. Am jüngsten Tage wird geschaut, was du bringst, und dementsprechend wird Urteil über dich gefällt. Die Kurden waren die Soldaten des Padischah. Die anatolischen Soldaten waren es, die Rumeli (die europäischen Gebiete des Osmanischen Reiches, heute Westtürkei, Griechenland und Balkan) eroberten. Auf drei Kontinenten stellten sie die Kavallerie der Sultane. Die Zerstörung des Osmanischen Reiches wurde von den Klöstern Rumelis aus betrieben. Hätten sie nur gewollt, die anatolischen Truppen wären bis nach Wien vorgedrungen, doch der Padischah gab dafür keine Erlaubnis. Und der Wille Allahs war „innahu hamidun majid“, das Sultanat bestand nur bis zum Sultan ‘Abdul Hamid. Der letzte war zwar Sultan ‘Abdul Majid, doch der besaß keinerlei wirkliche Macht mehr. Bleibt auf dem richtigen, dem geraden Weg, möge Schaitan euch nichts anhaben können. (Zu dem Imam:) Heirate erst und dann wende dich dem Mihrab zu, ein Imam sollte unbedingt verheiratet sein. Sobald ihr euren Militärdienst beendet habt, sucht euch eine Frau, um von der Milch zu trinken, die Allah für euch halal (erlaubt) gemacht hat! An alle Anwesenden gewandt fragte der Scheikh: „Solch eine Geschichte habt ihr wohl noch nicht gehört?“ „Jeden Tag, seit fünfzig Jahren, seit ich Euch kenne, bringt Ihr immer neue Geschichten, mein Sultan“, bemerkte voller Bewunderung einer der an Scheikh Efendis Seite ergrauten Schüler. „Entsprechend der Situation kommen die Geschichten, so wie in einem Restaurant auch jeden Tag neues Essen serviert wird, wer fragt denn nach dem Essen von gestern?“ Wa min Allah at-Taufiq
lefke - 15.10.2001
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