Maulana Sheikh NazimDER STERN MUHAMMADS
O unser Herr! Nähre unseren Glauben mit Deinem Segen. Laß uns Deine gesegneten Diener sein! Das ist, was wirklich wichtig ist. Es stehen so viele Dinge in den Heiligen Büchern. Sie enthalten Meere von Wissen. Und es gibt aber Tausende und Millionen von Büchern, die voll sind mit himmlischem Wissen, geschöpft aus dem Heiligen Qur‘ân. Wissen, von dem nichts existierte vor der Offenbarung des heiligen Qur‘âns, doch sobald er herabgesandt wurde, erschienen diese Meere von Wissen. Das alleine müßte für jeden einsichtigen Menschen Beweis genug sein zu glauben, daß der Qur‘ân vom Himmel gesandt wurde.
Es können unmöglich die Worte eines Menschen sein, es sind Worte Gottes. Vor der Berufung Sayyidinâ Muhammads œ war Arabien in der Dunkelheit der Unwissenheit gefangen. Es ist keine tiefere Dunkelheit vorstellbar als die, in der sich Arabien vor seinem Kommen befand. Die Araber waren ein unbekanntes Volk in einer unbekannten Wüste. Lediglich im Alten und Neuen Testament und in den Heiligen Schriften davor wurde erwähnt, daß das Siegel der Propheten, der Letzte Prophet, aus Arabien kommen werde.
Das Volk Israel wie auch die Christen waren in Erwartung von Neuigkeiten über sein Erscheinen. Ihre Augen und Ohren waren ständig Arabien zugewandt, um die erwartete Nachricht zu bekommen. Christen zogen sogar aus Damaskus fort und erreichten den Jemen, wo sie ein christliches Königreich errichteten. Der einzige Grund, warum sie sich dort aufhielten, war, daß sie das Siegel der Propheten erreichen wollten. Sie kamen nach Aden, um schnell jenen Propheten zu erreichen und sich ihm anzuschließen, sobald er geboren wurde, und von seinem Volk und seiner Nation sein zu dürfen.
Sie hatten so viele Dinge über diesen Propheten gehört, über seine Größe und seine Ehre, und über die Ehre, die seiner Nation zukommen würde. Abraham und Moses und alle Proheten hatten ihn gepriesen, den von Allâh selbst Gepriesenen. (Muhammad bedeutet „Gepriesener“.) Juden kamen ebenfalls bis an die Grenzen der Stadt Medina. Auch sie waren getrieben von dem Wunsch, Neuigkeiten vom Erscheinen des Siegels der Propheten zu erreichen. Sie errichteten ihr Königreich in der Burg von Hybar.

So kamen Christen von Süden und Juden von Norden, um nach dem Propheten Ausschau zu halten, dessen Ankunft in Mekka erwartet wurde. Ein unbekanntes Volk in einer unbekannten Wüste war der Stamm des Siegels des Propheten. Nur das Volk der Schrift wußte von ihm mit Gewißheit. Ihr Wissen über das Kommen eines letzten Propheten war von unzweifelhafter Gewißheit. Sie beobachteten und kontrollierten jedes Neugeborere, damit sie ihn erkennen und ihm folgen könnten. Das war ihre Absicht. Als der Prophet œ geboren wurde, lief ein jüdischer Rabbi in Medina herum und rief: „O Leute, der Stern des Siegels der Propheten ist soeben erschienen. Der hellste aller Sterne ist gerade heute Nacht am Himmel erschienen.“ Das war jene Nacht, in der er in Mekka geboren wurde. Für jeden Menschen gibt es einen Stern, der aufgeht und scheint, sobald er geboren wird. Wenn jemand stirbt, so erlischt auch sein Stern. Jeder hat einen Stern am Himmel. Die Christen und Juden wußten von ihm und auch davon, daß sein Volk ignorant war. Sie versuchten, das Siegel der Propheten zu erreichen, um die letzte Botschaft vom Himmel von ihm in Empfang zu nehmen.

Die Gläubigen unter den Christen und Juden nahmen so viele Weisheiten vom Siegel der Propheten. Solange sie ihm folgten, kam immer mehr Gewißheit, mehr Zufriedenheit und Friede in ihre Herzen. Sie waren voller unendlicher Freude. Es war bekannt, daß jener Stamm vor dem Auftreten von Muhammad ein wildes Volk war, das sich nicht der Ehre würdig erwies, ein Teil der Menschheit zu sein. Jenes Wissen nun, das Muhammad überbrachte, erschien in jener Zeit und vermehrte sich und breitete sich nach Osten und Westen aus. Millionen Bücher wurden geschrieben über Qur‘an und Hadithe. Es sind endlose Meere von Wissen, und die Menschen schrieben darüber so viele Bände von Büchern. Es war eine Gnade von Allah dem Allmächtigen für alle Gläubigen, in den Heiligen Qur‘an zu schauen und daraus Wissen zu schöpfen. Wir nehmen daraus, was für uns notwendig ist.

Ein Schiff benutzt nur eine Linie, um auf dem Meer zu fahren. Es kann nicht zur selben Zeit den ganzen Ozean benutzen. Auch wir haben von unserem Großsheikh so viele Meere von Wissen, doch wir benutzen jetzt nur, was nötig ist. Solange du ein rechter Gläubiger bist, lehrt Allâh der Allmächtige dich. Du mußt dich jeden Tag fragen: „Bin ich ein lobenswerter Diener? Bin ich ein gesegneter Diener?“ Es ist zweifellos das größte Glück für einen Menschen, wenn er fähig ist zu sagen, daß er am heutigen Tag ein gesegneter Diener ist. Vielleicht mag er die Absicht haben, bis ans Ende seines Lebens ein gesegneter Diener zu bleiben. Es ist wichtig für jeden Muslim zu versuchen, einer von den gesegneten Dienern zu sein. Es sind ihrer nicht Tausende oder Millionen von Leuten, sie sind sehr selten. Wenn du nach Rubinen suchst, wirst du sie nicht inmitten von gewöhnlichen Steinen finden. Ihr müßt versuchen, gesegnete Diener zu sein, und dazu müßt ihr gesegnete Diener Gottes finden. Wenn ihr einen der gesegneten Sheikhs und Gelehrten finden könnt, könnt ihr euch glücklich schätzen, denn ihr Wissen wird eure Herzen anfüllen, und es wird euch fähig machen, immer eure Dienerschaft gegenüber Allâh dem Allmächtigen zu erfüllen.

- 01.01.1992
BookIslamDieFreiheitderDienenden
Valid XHTML :: Valid CSS: :: Powered by WikkaWiki