Maulana Sheikh NazimTURBAN TRAGEN UND SICH BEDECKEN
Turbane sind wichtig und besonders in der heutigen Zeit. Nicht-Muslime haben eine starke Abneigung gegen Turbane. Doch auch unter den Muslimen befinden sich immer mehr Leute, die das Turban-tragen ablehnen. Was macht den Teufel heute besonders wütend? Es ist, wenn jemand einen Turban trägt. Nichts macht Shaitan so wütend, wie das Turban-tragen. Deshalb betrachten Leute, die keinen Turban tragen, Leute, die einen Turban tragen, mit Haß. Und selbst in den islamischen Ländern wird jemand, der einen Turban trägt, so angesehen, als wäre er gegen die Muslime und gegen die ganze Menschheit. Sie denken, daß diese Menschen niemals zu unserer Gemeinschaft gehören. Sie denken oder haben Angst davor, daß diese Leute eine solche Kraft haben, daß sie die alten Zeiten wieder in die Gesellschaft zurückbringen. Und das ist der Grund, daß sie die Leute, die Turban tragen, nicht mit Wohlwollen betrachten. Sie überhäufen sie mit schwerwiegender Mißbilligung. Und dabei gibt es keinen Zweifel daran, daß keine Kopfbedeckung so eindrucksvoll, passend und schön ist wie der Turban. Wie sähe das aus, wenn ich z.B. mit Kahlkopf rumlaufen würde? Das Tragen des Turbans gibt einem Größe und Bedeutung. Ich habe die neuen islamischen Doktoren dazu befragt. Sie tragen Anzüge und Krawatten, scheiteln ihr Haar, rasieren sich und tragen nichts auf dem Kopf. Und ich frage sie: "Wer ist euer Prophet?" - "Muhammad, Friede sei mit ihm." Und ich frage: "Glaubt ihr, daß er die Himmelsfahrt gemacht hat? Die Nachtreise? Glaubt ihr, daß Allah, der Allmächtige, ihn zu sich eingeladen hat?" - "Ja, das glauben wir." sagen sie. "Meint ihr, daß er nackt auf diese Nachtreise gegangen ist?" - "Nein, asta'firullah." - "Meint ihr, daß er Hosen getragen hat und eine Krawatte? Was hat er in dieser Nacht getragen?" Und die Doktoren wundern sich über diese Fragen. So komische Fragen hat ihnen noch nie jemand gestellt. Ihr habt wohl niemals diese Seiten in den Hadithbüchern gelesen. Meint ihr, daß er den Kopf mit irgendetwas bedeckt hatte?
Wir wissen, daß Allah den Erzengel Gabriel und den Erzengel Michael mit Kleidung aus dem Paradies zu dem Propheten (FSmi) gesandt hat. Und sie kleideten ihn mit einem Turban auf dem Kopf. Und der Prophet (FSmi) trug in dieser Nacht einen Turban. Einen prächtigen Turban, den herrlichsten Turban. Keiner kann einen solchen Turban tragen, außer ihm. Und Allah, der Allmächtige, fand Wohlgefallen an seinem geliebten Diener Muhammad (FSmi), als er in seine Gegenwart kam in Bekleidung eines Turbans. Wenn das nicht die hervorragendste Bekleidung für seine Diener wäre, hätte Allah, Muhammad (FSmi) nicht mit diesem Turban geschickt. "Und warum kleidet ihr euch nicht so?" fragte ich die Doktoren, aber sie antworteten nicht. Sie sagten nur: "Wir haben nicht die Kraft, uns mit dieser Kleidung zu bekleiden. Wir finden uns nicht würdig genug." Sie mögen das sagen, aber sie müssen versuchen, die Stufe zu erreichen, daß sie für diese Kleidung würdig sind. Dies gehört zur Vervollkommnung der Muslime. Ich sehe sehr viele Brüder unter den Muslimen, besonders die Gebildeten, die ihre Frauen dazu zwingen, sich soviel wie möglich zu bedecken. Sie sind nicht damit zufrieden, wenn eine der Frauen der Mode folgt. Sie verlangen für sie nach islamischer Kleidung. Ich stimme mit diesen Gefühlen überein. Ich mag, wenn Frauen in ihrer Muschel verborgen sind wie Perlen. In diesem Punkt habe ich nichts dagegen, denn dies ist eine Vervollkommnung für unsere Schwestern, für unsere Töchter und für unsere Frauen. Es gibt ihnen Würde. Es bringt ihnen Respekt in der göttlichen Gegenwart.

Es ist richtig, aber was ist mit ihnen selber? Sie kleiden sich wie Europäer und ziehen auch noch Krawatten an und lassen ihren Kopf unbedeckt. Und unsere Schariat, unser göttliches Gesetz erlaubt es nicht, daß ein Muslim herumläuft, ohne seinen Kopf zu bedecken. Ich sage das für diejenigen, die ihre Frauen dazu zwingen, sich strengstens an die muslimischen Kleidervorschriften zu halten. Sie selbst kämmen ihre Haare so, daß sie attraktiv aussehen. Sie sollten wissen, wenn jemand ohne Kopfbedeckung vor einem islamischen Gericht erscheinen würde, würde er als Zeuge nicht anerkannt werden. In unseren Ländern gibt es jetzt viele solcher Leute, sie tragen einen Bart und kämmen sich die Haare schön. Wenn so einer jetzt zu einem Schariat-Gericht kommen würde, würde der Richter ihn zurückweisen. Ich sage dies, weil sie ihre Frauen dazu zwingen, sich an islamische Regeln zu halten. Niemals zeigen sie ihnen gegenüber Toleranz. Neuen Muslimen gegenüber sind sie so streng und rigide, aber sich selbst vergessen sie.
Deshalb sage ich, nehmt eure Hosen und tragt Schalwas, so wie der Prophet (FSmi) sie getragen hat. Tragt ein weites Hemd, bedeckt eure Köpfe und tragt Turban. Das ist das, was wir ihnen sagen müssen. Es ist einfach für sie, die Frauen herumzukommandieren und zu sagen, sie sollen altmodische Kleidung tragen. Sie selbst aber sind nicht bereit dazu. Wir raten den Frauen am Anfang, sich den Oberkörper und die Beine zu bedecken, so daß nur Füße und Hände herausschauen. Und bei neuen Muslimen lasse ich es auch zu, daß sie den Kopf unbedeckt haben. Denn ich weiß etwas, was sie nicht wissen. Wenn der Glaube wächst, dann wächst gleichzeitig das Schamgefühl. Deshalb sehe ich nach ihrem Glauben, denn ich sehe, daß damit gleichzeitig das Schamgefühl wächst. Wenn das Schamgefühl größer wird, dann werden sie sich von alleine bedecken. Ich sehe so viele Frauen, die, wenn sie den Islam angenommen haben, sich von selbst anfangen zu bedecken. Denn es ist eine Gabe von Allah, dem Allmächtigen, die er ihnen schnell gibt, ohne daß man es ihnen sagen müßte, und Allah der Allmächtige belohnt sie schnell. Und nun sind sie glücklich, und keine will ihr Kopftuch abnehmen. Ich habe niemals einer von meinen Töchtern gesagt, sie solle Kopftuch tragen. Seht Heidriah, habe ich ihr etwas gesagt? Nein, aber Allah, der Allmächtige, hat sie belohnt. Sie ist glücklich. Und wir wollen, daß die Leute aus ihrem Herzen heraus den Islam praktizieren. Aus Liebe und nicht durch Zwang. Aber diese Leute haben keinerlei Weisheit erhalten. Sie sind wie Kassetten. Sie können etwas abspulen, ohne etwas von der Weisheit zu verstehen. Das ist der Grund, weshalb sie verstehen, die Frauen mit dem Stock zu schlagen, wenn Allah der Allmächtige vom Schlagen der Frauen spricht.
Einmal sagte Mansur al-Halladsch: "Ich bin Haqq." Aber entsprechend der Schariat ist das falsch. Denn Al-Haqq ist Allah. Deshalb wurde er zum Tode verurteilt. Und die Menge versammelte sich, und sie bewarfen ihn mit Steinen. Und einer seiner Freunde, Schibli, kam und warf statt einem Stein eine Rose nach ihm. Und er sagte: "Aah, diese Rose hat mich mehr getroffen als all die Steine." Deshalb genügt es, eine Rose auf eine Frau zu werfen, sie wird verstehen, was gemeint ist. Das ist das Schlagen. Ein Stock ist nicht notwendig, eine Rose reicht auch. Die Schariat ist ein riesiges Meer, und wir sind zu weit davon entfernt, um es zu verstehen. Diese Leute meinen etwas zu wissen, wenn sie aus diesem Buch etwas herausnehmen und aus ein paar anderen Büchern etwas herausschreiben und es dann zu einer Doktorarbeit zusammenstellen. Und das ist ein wichtiger Punkt, den jeder wissen sollte, bezüglich seiner Handlung, seiner Kleidung und dem Handeln anderen gegenüber. Es ist genug, glaube ich. Allah möge uns mehr Licht zum Verstehen geben. Wenn euer Herz nicht erleuchtet ist, dann könnt ihr nicht sehen, was nötig ist in der Schariat. Deshalb kommen die Leute mit starken Scheinwerfern in die Tiefe des Ozeans, um zu sehen, was dort ist, denn es ist dunkel. Deshalb brauchen wir mehr Licht in unseren Herzen, um zu betrachten, was in der Schariat und in der Tariqat ist. Bei Allah ist das Gelingen.

- 09.07.1987
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