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{{image url="images/pics/random.php" title="Maulana Sheikh Nazim" class="left" alt=Pictures of Maulana Sheikh Nazim}}**Über das Leid und seine Überwindung**

Im Namen Allahs des Allmächtigen, des Allbarmherzigen, des
Gnädigen, des Herrn der Söhne Adams, unseres Herrn, des Herrn
der Welten, des Herrn der Universen. Oh mein Herr, oh mein
Gott, oh mein allmächtiger Allah, wir sind deine schwachen
Diener, und ich bitte Dich nicht um Geduld. Ich habe Angst, Dich
um Geduld für uns zu bitten. Wir können es nicht aushalten, ge-
duldig zu sein. Ich bitte Dich um Deinen Wohlgefallen, daß wir
dankbar sein können. Geduld zu üben, das ist für die Propheten
und Heiligen, nicht für jedermann. Wir sind abidu ihsan, Diener
Deines Wohlwollens, und nicht in der Lage, schwere Lasten zu
tragen.
Von Beginn an haben alle Propheten die schwere Last ihrer Völker
auf ihren Schultern getragen. Sie waren wahrhaft geduldige Men-
schen und dankbar ihrem Herrn gegenüber. Trotz allem ist es die
Geduld, die wir alle am nötigsten brauchen.
Gott der Allmächtige hat Adam aus Lehm geschaffen. Bevor er ihm
seinen göttlichen Geist einhauchte, lag Adam im Paradies, und
Gott ließ 40 Jahre Traurigkeit und Leid über ihn regnen und nach
diesen 1 Jahr Freude. Auf 40 Jahre 1 dankbares Jahr. 40 Jahre
müsst ihr geduldig sein, auf 40 Begebenheiten kommt eine, die euch
Freude bringt. Dies ist ein Gesetz für die Kinder Adams auf Erden
während ihres Lebens: sie müssen lernen, ihr Leid in Freude umzu-
wandeln. Darauf kommt es an. Wer kann dies schon, sein Leid
umwandeln in Freude? Ihr könnt euer Unglück nicht ändern, indem ihr
Alkohol trinkt oder Drogen nehmt und denkt, auf diese Weise habt
ihr euer Vergnügen oder Wohlbefinden, so denken nur die Irrenden.
Denn dies führt zu nur noch größerem Leid. Was ist der Weg, unser
Leid umzuwandeln in Freude? Eine der bedeutendsten Aufgaben der
Propheten war es, die Menschen dies zu lehren.
Es gibt einen Ausspruch des heiligen Propheten, den auch Adam
schon gesprochen hat und seinen Kindern weitergab: ,, Der Körper
mag leiden, aber wenn du es lernst, deine Seele zu befreien, so
wirst du ein Glück erfahren, daß selbst das Leiden deines Körpers
in Glück verwandelt wird.“
Wir leben in einer Zeit, in der die meisten Menschen leiden.
Wenn ich nach England komme, kommen jeden Tag viele, viele
Menschen, die mir ihr Leid klagen. Es ist ein Gesetz für die Kinder
Adams, während ihres Lebens leiden zu müssen, und vor allem in
unserer Zeit. Die gesamte Menschheit leidet. Der letzte Prophet,
Friede sei mit ihm, wurde ebenfalls geschickt, um den Menschen
ihr Leid umwandeln zu lehren.
Ihr könnt es tun, indem ihr heilige Worte wiederholt. Ihr könnt es
tun, indem ihr an euren Herrn denkt oder meditiert, und ihr könnt
es durch eure Taten tun. Das wichtigste ist der Weg der Meditation,
durch den ihr euch aus dieser Welt hinausbegeben könnt. Je mehr
ihr dazu in der Lage seid, das zu tun, desto mehr werdet ihr euch
selbst in einer anderen Welt wiederfinden. Zunächst einmal begebt
ihr euch nur geistig aus diesem Leben heraus, aber wenn ihr spirituell
voranschreitet, dann könnt ihr sogar euren Körper mit eurer Seele in
die andere Welt mitnehmen, und Ihr könnt dort sein
so oft und so lange wie ihr mögt. Aber dazu brauchen wir die
Übung, das Training, die Praxis, um von der ersten Stufe an aufsteigen
zu können. Das ist für unseren physischen wie spirituellen
Körper gleich wichtig. Das erste, was uns Erfüllung und Freude brin-
gen kann, sind die heiligen Worte, seit Adam, Friede sei mit ihm,
von Allah für seine Diener gesandt. Jeder Prophet hat sie gesagt
und hat seinem Volk befohlen, das gleiche zu tun. Das sind Worte
wie: es gibt keinen Gott außer Gott — in den ursprünglichen Worten
la illaha ilallah. Sie stehen so in den Himmeln geschrieben
Dieses heilige Wort erfreut eure Herzen mit jeder Wiederholung
aufs neue. Die Atmosphäre um euch herum verändert sich, ihr werdet
in einen geheiligten Zustand versetzt. Dann seid ihr in der Lage
so zu handeln, daß eure Herzen Erfüllung und Frieden finden und
ihr von innen her froh sein könnt. Selbst wenn alles um euch herum
leidet, wird. die Atmosphäre der Freude um euch herum stehen bleiben.
Ihr könnt dies vertiefen durch Meditation und Gebet, wie alle
Propheten und Heilige es getan haben und noch tun. Wenn ihr euch aus
der Welt des Leids hinausbegeben könnt, findet ihr euch in der
Welt der Freude wieder; und in der göttlichen Gegenwart gibt es
Ozeane endloser Freude und unendlichen Glücks. Ihr könnt diese
Ozeane erreichen, und wenn ihr nur ein Winziges davon erreicht
habt, dann werdet ihr nicht mehr leiden noch traurig sein, weder
in diesem noch im nächsten Leben. Versucht es, ein winziges
Tröpfchen des Ozeans der Freude reicht aus; denn es gibt keine
Leidensozeane, nur die der Freude in der göttlichen Gegenwart.
Die Meditation gibt eurem physischen Körper Wohlbefinden; denn,
wenn euer Herz erfüllt ist von Freude, dann wird jeder Blutstropfen,
der durch eure Adern fließt jeder Zelle davon bringen.
Und wenn ihr die erste Stufe der Meditation erreicht habt, dann
könnt ihr auf eure Herzen lauschen, und ihr werdet sie ,, Allah,
Allah, Allah ,, sagen hören. Das wird euch beglücken, euer Herz
beglücken und jeden Blutstropfen in euren Adern, solange wie ihr
lebt. Je mehr ihr das praktizieren könnt, diese Sphäre hinter euch
zu lassen und in die göttliche Atmosphäre einzutreten, desto mehr
seid ihr in der Lage, dies überall zu tun, egal wo ihr seid.
Der heilige Prophet sprach einmal über eine Gruppe von Menschen
seines Volkes, die niemals leiden werden, ungeachtet jeder Art von
Schmerz und Qual, die die übrige Menschheit treffen:
Diese Menschen so sagte er, werden eine Stufe erreicht haben, die
sie über jedes Leid erhaben macht.
Alle geistigen Übungen, Gebete, Dhikr, die uns die Propheten
gebracht haben, helfen uns, den Leidenstand gegen den Stand der
Freude einzutauschen.

Einmal war ich mit meinem Großscheich in Mekka, Allah möge Mekka
ehren und die, die es besuchen. Wir gingen um die Heilige Kaaba,
und die Leute um uns herum stritten sich, knufften sich, stießen
sich gegenseitig vorwärts. Dann plötzlich nahm der Großscheich
meinen Arm, und ich befand mich auf einmal über der ganzen
Menschenmenge mit ihm über ihrem Köpfen zwischen anderen,
stillen, Weißgekleideten. Sie schienen Engel zu sein. Niemand war unter
ihnen, der einen anderen verletzte, wie Schmetterlinge waren sie.
Unter uns die kämpfende und zankende Menge und dort lauter
Schmetterlinge. Ich sah ihre Füße nicht auf irgendetwas treten.
Und der Großscheich sagte zu mir:“ Sieh nach Oben“, und ich sah
über uns weitere und darüber noch eine und eine vierte Menge
gleicher Wesen, bis in die Himmel hinein alles Diener unseres
Herrn. Sie gehören auch zu den Kindern Adams, aber sie sind ebenso
Engel. Baitul Mamur, die Kaaba der ersten Himmel gehört ihnen.
Der Großscheich zeigte mir ihren Stand, ihre Stufe, die Menge der
Streitenden hinter uns lassend; da wo plötzlich alles still, voller
Ruhe und Frieden war. Sie haben eine Welt, aber es ist nicht
unsere Welt. Je mehr ihr euch eurer geistigen Vervollkommnung näh-
ert, desto mehr könnt ihr ihre Welt besuchen, ihre Länder, die
Länder der Friedvollen.

Hier in unserer Welt sind wir Sklaven unseres Egos, jene in ihrer
Welt haben ihr Ego versklavt. Hier ist Kampf und Unfrieden, da gibt
es weder Kampf noch Streit. Jeder kennt seinen Weg, jeder zieht in
in Ruhe seine Bahn, niemanden störend, niemanden verletzend.
Ihre Namen sind Godalar, Nujabak, Lukabar, Antat Achiar; fünf
Gruppen, die hinter dem Berge Kaf leben. Wer also den Fußstapfen
der Propheten folgt, den Heiligen folgt, die Zugang haben zu diesen
Gegenden, für den wird Leid und Traurigkeit ein Ende haben. Die
Ozeane der Freude werden auf sie regnen.
Der Weg ist auch für uns offen. Aber solange wie ihr auf euer Ego
hört, werdet ihr nichts erreichen. Deshalb sagt Allah: ,,Lasst euer
Nafs und kommt zu mir. Kommt nicht zu mir mit diesem bellenden
Hund. Lasst es und kommt. Dies ist wichtig zu wissen und alle
Propheten sind geschickt, uns dies zu lehren. Das ist ein Ziel,
das ihr durch Bezwingung eures Egos erreicht, und keine Rakete und
kein Jet kann euch dahin bringen. Jeder sollte dies wissen, denn
das Leid hat sich über die ganze Welt ausgebreitet. Wenn ihr selbst
nicht leidet, dann werdet ihr überall darauf hingewiesen, durch die
Zeitung, Radio, Fernsehen, ihr seht, lest und hört, daß Millionen,
Billionen Menschen leiden, und wenn ihr nicht aus Fels seid, denn
ihr habt ein Herz, dann wird euch das mitleiden machen.
Dafür braucht ihr dieses Wissen so notwendig, um euch hinaus-
zubegeben wie ein Mensch, der ins Wasser gefallen ist, nach Luft
schnappen muß. Wir brauchen die Methoden der Worte, der Handlungen,
der Meditation. Wenn wir diese Sphäre nicht ab und zu dadurch hinter
uns lassen, werden wir zu Boden gedrückt und zerstören uns selbst.
Jeden Tag müssen wir uns die Zeit nehmen, um einige heilige Worte
zu sprechen. Ihr könnt es in eurer eigenen Sprache tun, ihr könnt sagen:
,, Oh mein Herr ,, — ihr könnt sagen :,, Ya Wadud ,. Grade im Augenblick
sendet der Großscheich mir das Wort ,Ya Wadud.‘ als tägliches Dhikr‘
Der Name, der sich sehr gut eignet, der Name für die Liebe unseres
Herrn, die Liebe, die er jedem gibt, für alle und, um die wir ihm anrufen können.
Allah der Allmächtige hat jedem Geschöpf von seiner göttlichen Liebe
gegeben, und das Nennen dieses heiligen Namen lässt uns unsere Liebe
mehr entfalten und sie von der göttlichen Gegenwart empfangen. Ich
empfehle euch, jeden Tag 100mal Ya Wadud zu sagen, allein und an einem
ruhigen Ort oder während der Nacht.
Dies kann euch schon aus der Welt des Leidens in die Welt der göttlichen
Freude bringen. Diese 100mal Ya Wadud können die Last der Trau-
rigkeit eines ganzen Tages von euch nehmen, für 24 Stunden lang.
Wer weiß, wie man eine Niederwerfung macht, kann dies tun, ihr könnt
aber auch knien und die Hände über der Brust falten.
Es ist nicht so wichtig, auf welche Weise ihr euch eurem Herrn zu-
wendet, und ob ihr jetzt Christen oder Juden oder Muslime seid. Jeder
tut es auf seine Art. Sagt zu eurem Herrn:“ Oh mein Herr, Du bist mein
Herr und ich bin in Deiner göttlichen Gegenwart.“ Dies wird euch mit
Frieden erfüllen eine Meditation nur einige Minuten Iang, bringt
euch schon von dieser in die göttliche Atmosphäre und die ganzen
Lasten werden von euren Schultern genommen und verschwinden.
Derjenige, der sein Leid in Freude umwandeln möchte, muß sich an eine
solche Übung, und dies ist die einfachste, halten.

Wenn er voranschreitet, ganz allmählich, dann kann es ihm eines Tages
geschehen, daß ihn jemand beim Arm nimmt und ihn in jene heiligen
Länder bringt, wo die Ozeane der Freude auf ihn regnen.

Möge Allah die endlosen Meere der Freude für uns öffnen und alles
Leiden von uns und denen, die mit uns sind, nehmen.


Wa min Allah at — taufiq

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CategoryDhikr, CategoryProphet, CategoryDiscord, CategoryGrandsheikh, CategoryPrayer
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