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{{image url="images/pics/random.php" title="Maulana Sheikh Nazim" class="left" alt=Pictures of Maulana Sheikh Nazim}}**Warum es Immer Zwietracht auf Erden gibt **----Frage: Sheikh Efendi, warum teilen wir die Welt immer in „uns“ und „jene“? Warum gibt es ständig Konflikt zwischen den verschiedenen Völkern und Religionsgruppen? Wir hörten gestern, daß der Weg zum Frieden über Vertrautheit und gegenseitige Achtung führt, aber wenn wir diese Vertrautheit nur mit denen teilen, die ohnehin schon auf unserer Seite sind, führt dies nicht zwangsläufig zu Konflikt und Feindseligkeit gegen alle, die nicht zu dieser Gruppe der Vertrauten gehören? Warum muß das immer so sein, und ist es möglich, dagegen etwas zu tun?

Bismi llahi r-rahmani r-rahim Unser Gast hat uns hier eine sehr wichtige Frage gestellt, und wir wollen ihm die Antwort im Zusammenhang erläutern, denn in allen heiligen Schriften, nicht nur im heiligen Qur’an, wird diese Frage erörtert. Zuerst müssen wir eines klarstellen: Eine wahre Antwort auf diese Frage kann man nur in den Quellen der Traditionen finden. Die Antwort ist eine unveränderliche Tatsache, und wir spüren sie in Schriften auf, die jahrhundertelange Überlieferung uns bewahrt hat. Diese Frage berührt ein Gebiet, das wir unmöglich mit unserem Wissen allein erfassen können. Der allmächtige Schöpfer er- schuf zahllose Geschöpfe auf Erden wie auch in anderen Welten. Er ist ihr Schöpfer. Wenn es darum geht, diese Schöpfung zu verstehen, so reicht unser begrenztes Wissen niemals aus, denn wir waren zu Anbeginn dieser Welt und bei der Erschaffung ihrer Geschöpfe nicht zugegen. Alle Erklärungen der Wissenschaft zu diesem Thema sind nichts als Theorien; die Wissenschaft hat über diese Dinge kein wirkliches Wissen und auch keine Möglichkeit, solch Wissen zu erlangen, sie hat nicht die Vollmacht dazu. Den Wissenschaftlern bleibt nur die Spekulation. Unser Wissen jedoch ist nicht spekulativ, es ist nicht das geistige Rätselraten auf einem Gebiet, das sich dem Zugriff des Verstandes entzieht. Unsere Quellen sind die zwei Arten traditionellen Wissens, das bis auf unsere Tage überliefert ist: die erste Quelle ist das Zeugnis der heiligen Schrift; die zweite Quelle ist ein Wissen, das über die Jahrhunderte von Herz zu Herz weitergegeben wird. Beide Quellen werden heutzutage in Frage gestellt, vor allem von denen, die ihr Wissen von Beobachtung und Experiment abhängig machen. Fragen wie die obengestellte fallen jedoch außerhalb des Bereiches, über den sie irgendwelche Aussagen machen können. Betrachten wir den Beginn der irdischen Laufbahn des Menschengeschlechts, so wie er in den Traditionen beschrieben ist. Vor Erschaffung des ersten Menschen verkündete der Herr Adams und seiner Nachkommen, der Herr der Engel, der Himmel und der Erde, Seinen Engeln: „Ich will ein neues Geschöpf erschaffen, und Ich werde es zu Meinem Stellvertreter auf Erden machen.“ Jawohl, so steht es in den heiligen Büchern geschrieben, alle stimmen in diesem Punkte überein. Dieser Rang des „Stellvertreters Gottes auf Erden“, der „Krone der Schöpfung“, ist für alle geschaffene Kreatur der höchste. Wer diese Station innehält, hat große Autorität und eine gewaltige Macht.

Es steht in seiner Gewalt, stellvertretend für den Herrn der Welten zu handeln. Wer kann sich eine größere Ehre für ein Geschöpf vorstellen, welches Wesen würde nicht nach dieser Ehre trachten? Insbesondere die Engel, die in ihrer schönen Gestalt alleinig zum Lobpreis und zur Verherrlichung des Namens ihres Herrn erschaffen wurden? Als Allah der Allmächtige ihnen mitteilte, daß Er sich damit trug, ein neues Geschöpf zu erschaffen und als Seinen Stellvertreter einzusetzen und diesem Geschöpf das Kleid Seiner eigenen Attribute und Eigenschaften anzulegen gedachte, da waren die Engel enttäuscht, denn sie waren sich sicher gewesen, daß diese Ehre an sie ergehen würde. Aber sie empfanden nicht nur Enttäuschung, sondern auch große Verwirrung, denn mit dem Licht ihrer himmlischen Schau war ihnen das Vorrecht zuteil, auf die „verborgenen Tafeln“ (Lauhu l-Mahfuzh, die „behüteten“ oder „verborgenen“ Tafeln, auf denen alle Beschlüsse und Vorherbestimmungen des Allmächtigen geschrieben stehen.) schauen zu können, auf denen sie die Eigenschaften und künftigen Handlungen des noch unerschaffenen Wesens lesen konnten. Was sie daraus entnahmen, erfüllte sie selbstverständlich mit Entsetzen, und sie sprachen: „O Herr, ist es wirklich Deine Absicht, ein solches Geschöpf der Erde aufzubürden, welches Böses auf ihr verüben und Blut vergießen wird, während wir, die wir Dich unablässig rühmen und Deinen heiligen Namen lobpreisen, willens sind, diese Stellung einzunehmen?“ Aus dieser Rede der Engel wird deutlich, daß sie eben diese Ehre nicht verdienten. Wer könnte den Herrn verbessern oder belehren wollen? Weiß denn Er, der Allmächtige, nicht, was Er tut, daß man Ihm Seinen Ratschluß entgegenhalten könnte? Die Engel sind die Diener der Menschheit, und nicht umgekehrt, obwohl wir solch ein arges Geschlecht sind und das Blut unschuldiger Mitmenschen vergießen. Die Engel konnten damals schon, vor unserer Erschaffung, unsere schlimme Natur erkennen, und sie erhoben Einspruch. Aber der allwissende Schöpfer sprach: „Ich weiß, und Mein Wissen ist absolut. Ich weiß über alle Nachkommen Adams Bescheid, Ich weiß, was ihr wißt und was ihr nicht wissen könnt. Ich weiß auch, was ihr sagt und was damit gemeint ist, was ihr offen aussprecht und was ihr tief im Inneren verbargt. Ich weiß, daß ihr nicht aus den Gründen protestiert, die ihr angebt, Ich kenne eure verborgenen Beweggründe (d. i. eure Eifersucht), die ihr euch nicht einzugestehen getraut. Obwohl Ich sehr wohl weiß, welches Unheil und Grauen das Menschengeschlecht auf Erden anrichten wird, erteile Ich ihm dennoch die Ehre, Mein Stellvertreter auf Erden zu sein.“ Diesen Bericht finden wir in allen heiligen Büchern, und wir glauben an das, was der Herr uns geoffenbart hat.

Es ist nicht nur eine Frage des Glaubens, denn die Wahrheit darin ist offensichtlich: Die Söhne Adams herrschen über alle anderen Geschöpfe auf dieser Erde, und der Allmächtige hat sie mit Seinen ureigenen göttlichen Attributen ausgestattet. Der Anteil an göttlichen Eigenschaften, der den Söhnen Adams zuteil wurde, ist die Ursache für die Ehre, die sie von allen anderen Geschöpfen abhebt und unterscheidet. Eines der vornehmlichsten Attribute Allahs des Allmächtigen ist Seine Einzigartigkeit. Er ist der Eine, einzige Gott, und es gibt keinen Gott neben Ihm. Einzigartigkeit ist daher ein grundlegendes und sehr wichtiges Attribut unseres allmächtigen Herrn. Es ist so wichtig, daß, wenn in einer Religion oder in der Andacht eines Andächtigen die Erkenntnis dieser Eigenschaft fehlt, unser Herr dieses Gebet nicht annimmt. Seine Einzigartigkeit zu vergessen ist eine der größten Sünden. Auch Seinem Stellvertreter auf Erden verlieh der Allmächtige einen gewissen Teil dieser Eigenschaft; daher lieben wir es, einzigartig zu sein. Deshalb muß es zwischen den Menschen immer zu Konflikten kommen; all unsere schlechten Taten entspringen diesem Attribut. Ich will euch eine Geschichte über unseren Vorvater Adam, Friede sei mit ihm, erzählen. Als Allah der Allmächtige Adam und Eva aus dem Paradiese verstieß und auf die Erde hinabschickte, da ließ Er sie voneinander getrennt ihr irdisches Dasein antreten. Adam befand sich auf dem Berge Serendip in Ceylon (Sri Lanka), und Eva in Jeddah, in Arabien. Sie begannen einander auf Erden zu suchen. Außer ihnen beiden gab es noch keine anderen Menschen auf der Erde; wie erstaunt muß Adam gewesen sein, als er plötzlich einen Mann erblickte, der so aussah wie er selbst. In Wirklichkeit war dies aber der Engel Gabriel, der in menschlicher Form zur Erde hinabgestiegen war, um nachzuschauen, was Adam anfangen würde. Adam ging auf den Engel in Menschengestalt zu und fragte ihn: „Wer bist denn du? Und was machst du hier?“ Gabriel antwortete: „Ich bin ein Mensch wie du, und ich lebe hier auf der Erde.“ Diese Antwort mißfiel Adam sehr, und er sprach: „Was machen wir jetzt? Wenn du auch hier leben willst, müssen wir eine Grenze ziehen, damit wir wissen, wo mein Gebiet beginnt und deines endet. Du darfst nicht auf meine Seite, und ich nicht auf die deine.“ Sie begannen einen Steinwall zu errichten, der die Grenze bestimmen sollte, und als sie dies getan hatten, gingen beide ihrer Wege. Sobald sich Adam aber entfernt hatte, kehrte Gabriel zurück und verrückte die Steine, um sein Gebiet zu vergrößern. Am nächsten Tage kam Adam und patrouillierte seine Grenze. Als er den verschobenen Grenzstein bemerkte, stürzte er auf Gabriel zu, packte ihn und brüllte: „Warum hast du die Steine verschoben?“ Gabriel gab zur Antwort: „Die erste Grenze war verkehrt, wir hatten uns vermessen. lch habe sie berichtigt.“ Da wurde Adam wütend und begann, mit Gabriel zu kämpfen. Aber Engel haben überlegene, himmlische Kräfte, und so überwand er Adam mit Leichtigkeit. Adam aber war schlau, und sogar, als er vom Engel überwältigt hilflos auf der Erde lag, stieß er mit dem Fuße einen der Steine weg, so daß er in Richtung der ursprünglichen Grenze rollte. Das ist der menschliche Charakter, er sitzt uns zutiefst im Blute, ist unsere untrennbar eigene Natur. Es ist daher unmöglich, menschliches Verhalten vollkommen zu verändern – und unser Herr weiß am besten, mit welchenEigenschaften Er Seine Geschöpfe ausgestattet hat und welche Weisheit darinnen liegt. Er läßt es niemals zu, daß man Seinen ehrenvollen Stellvertreter verkennt, auch wenn er noch so streitsüchtig sein mag.

Es leben viele Millionen Menschen in der Welt, auf ein und derselben Erdkugel, und jeder einzelne trägt in sich das Bedürfnis nach Einzigartigkeit, um sich selbst hervorragend und ausgezeichnet vorzukommen. Daher wird immer wieder diese Art von Disput wie zwischen Adam und dem Engel in unserer Geschichte ausbrechen, da wir die Erben Adams und seiner Eigenschaften sind. Adam, Friede sei mit ihm, konnte sich nicht einmal mit einem Mitmenschen auf Erden abfinden – und wir sollen die Erde mit Milliarden von Menschen teilen? Indem Allah der Allmächtige der Nachkommenschaft Adams von dieser Eigenschaft mitgab, hat Er ihr eine gewaltige Prüfung auferlegt. Wegen dieser menschlichen Attribute und auch wegen der unserem vergänglichen Dasein innewohnenden Leiden kann man die Welt als „Haus der Anfechtungen“ bezeichnen, ein Jammertal, in dem wir von Kummer und Trübsal allseitig umgeben sind. Die Himmelsbewohner (d. h. die Engel) wundern sich über unsere Fähigkeit, in solch einer Welt, und mit einer derartigen Natur versehen, es überhaupt noch zu etwas Gutem zu bringen. Sie bewundern unsere Geduld unter diesen Umständen. Geduld zu haben mit den inneren Bedingtheiten unseres Wesens und mit den uns umgebenden äußeren Umständen, schafft uns die Möglichkeit, hohe Stationen in der Gottesgegenwart und unseres Herrn unendliche Gunst zu gewinnen. Da uns diese Natur von Gott gegeben ist, kann keiner den Zwist und die Zwietracht unter den Menschen aus der Welt schaffen. Die Aufgabe der Propheten war es, die Menschen zum jenseitigen Leben zu erwecken, sie daran zu erinnern, daß diese Welt nur ein Übungsplatz ist, um die Menschen in ihr in einer Lebensweise zu schulen, die ihnen ewige Glückseligkeit bringen wird. Die Propheten brachten den Menschen die Waffen, die sie zur Bekämpfung ihrer eigenen schlechten Eigenschaften und der Bosheit in der Welt benötigen, damit sie ihr Ziel in der Ewigkeit erlangen können. Sie ermahnten die Menschen: „O Menschheit! Streitet nicht um diese Welt! Hier findet ihr nur ein vergängliches Leben von keinem bleibenden Wert. Es ist unwichtig, ob ihr in diesem Leben Geld und Gut anhäuft oder nicht – denn ihr verlaßt die Welt mit leeren Händen. Das einzige, das euch nützen kann, ist die Selbstbeherrschung, die ihr übt, und der Gehorsam gegen die Gebote eures Herrn. Seid geduldig, und wendet euch der Ewigkeit zu!“ Viele Menschen aber stellen sich den Empfehlungen der Propheten taub. Sie weigern sich, ihre Egos zu zügeln, und da die Natur des Egos der pure Egoismus ist, werden sie von ihnen tief in Konflikt und Rohheit hineinge-rissen. Man hat durchaus die Wahl zwischen zwei Wegen: einerseits kann man sich der Führung der Propheten anvertrauen und Selbstbeherrschung erlernen, um in Frieden zu leben, oder aber man kann den Weg der Teufel beschreiten und um jeden Preis selbstsüchtigen Genüssen nachjagen. In jeder Epoche, in der Menschen aus der Schule der Propheten die Macht haben und ihr Reich begründen, wird es relativen Frieden auf Erden geben. In den Zeiten aber, in denen die Teufel ihre Herrschaft errichten, nehmen Kampf und Streitsüchtigkeit immer mehr zu. Es gibt keine dritte Macht: Man findet immer verständige Menschen, die den Weg der Propheten begehen, und immer findet man auch unbarmherzige „Wilde“, die sich der Führung des Satans überlassen haben. Zweifelsohne leben wir in einer Epoche der Vorherrschaft von Teufeln: in Ost und West, Nord und Süd. Auch können wir gegenwärtig nicht das Geringste dagegen unternehmen, bis zur Intervention höherer Gewalt.

Es ist eine Zeit, in der Menschen guten Willens sich unfreiwillig in die von Teufeln angerichteten Konflikte verstrickt finden, und, da Teufel die derzeitigen Weltbeherrscher sind, bedecken Ozeane des Bösen die Erde, und die Menschheit zappelt und kämpft darin gegen das Ertrinken. Abgesehen von unseren Bemühungen, in uns selbst und in unserer unmittelbaren Umgebung das Gute am Leben zu erhalten, ist unsere einzige gesellschaftliche Verantwortung als Angehörige dieser heutigen Gesellschaft, einem gerechten Herrscher unseren Treueeid zu leisten, sofern es einen solchen geben sollte. Es steht in Bibel und Qur’an geschrieben, daß einst, als die Kinder Israel unter der Unterdrückung von Tyrannen litten, sie ihren Propheten (Samuel) anflehten, er möge zum Herrn beten und Ihn bitten, ihnen einen Seiner wahrhaftigen Diener zu senden, der, von himmlischen Kräften begleitet, ein Reich der Gerechtigkeit auf Erden errichten und die Vorherrschaft der Teufel zerstören würde. Das ist ein gutes Vorbild für die Gläubigen aller Zeiten, denn der Herr spricht: „O Mein Volk, o Meine Diener! Wenn Tyrannen euch bedrücken, dann fleht zu Mir, und bittet Mich die Last ihrer Grausamkeit von euren Schultern zu nehmen. Mich müßt ihr bitten, die Herrschaft der Teufel zu vernichten und auf Erden das himmlische Königreich zu errichten.“ Heute leiden Christen, Juden und Muslime alle in gleicher Weise unter der tyrannischen Herrschaft von Teufeln, egal ob sich diese Teufel Gläubige nennen oder ob sie alle Religion verleugnen. Alle wahrhaft Gläubigen aller Nationen müssen dieses Gebet sprechen: „O Herr, sende uns einen Deiner bevollmächtigten Diener, der uns hilft so zu handeln, wie Du es uns befohlen hast.“ Dies ist ein Gebet für alle Menschen, die guten Willens sind.--- --- - 01.07.1983----BookQuellendesMeeresderBarmherzigkeit
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