Maulana Sheikh Nazim Wir sind glücklich mit Allah!


Solange der Fluß fließt, nimm von ihm, soviel du nehmen kannst. Denn vielleicht wird er nach einer Weile nicht mehr fließen. Audhu billahi mina sh-shaytani rrajim bismillahi r-rahmani r-rahim Dunya ist eine Gelegenheit für alle, die jetzt leben, und wir müssen aufpassen, denn wir sind auf dem Weg und ziehen vorüber. Wie ein Fluß zieht die Menschheit von einer Seite zur anderen hinüber, gehend wie ein Fluß fließt. Und es ist uns aufgetragen, etwas von diesem Leben für unser ewiges Leben mitzunehmen, das bis in die Ewigkeit bestehen bleibt. Man könnte sagen, daß wir einen Übergang passieren, auf dessen beiden Seiten sich Geschäfte befinden, wo Verschiedenes ausgestellt und ausgerufen wird: „O Leute, wer immer auf dieser Brücke oder diesem Übergang sei, kann von der rechten oder von der linken Seite nehmen, was er will. Frei nehmen! Nehmt! Das ist eine Gelegenheit in diesem Leben, denn ihr zieht vorbei, und es steht euch frei, alles zu nehmen, was ihr wollt. Auch Juwelen. Oder etwas anderes. Achtlose Leute werden sich damit begnügen, nur zu schauen, und die Gelegenheit nicht nutzen. Einige nehmen ein klein wenig, andere etwas mehr oder weniger.

Wer zugreift, ist ein Glücklicher. Deshalb sagt der Prophet: „Du mußt die Gelegenheit beim Schopfe fassen und soviel nehmen, wie du tragen kannst.“ Dabei ist es keine Last, die schwer zu tragen wäre, denn dies ist wie bei Laufbändern auf dem Flughafen. Habt ihr schon einmal auf so einem Förderband gestanden? Hm? Man stellt sich einfach darauf, du brauchst dich nicht einmal selbst zu bewegen, und das Band fährt dich weiter. So ist es für uns: Wir haben jetzt diese Gelegenheit, ein klein wenig zu nehmen, aber die Klugen nehmen viel davon. Warum? So viele Leute nehmen überhaupt nie etwas davon. Nehmt viel von den kostbaren Juwelen, manche Leute schauen nur. Sie geben sich damit zufrieden, ihr Ego mit Essen und Trinken zu versorgen, und schauen nicht zu der Seite hin, wo die Juwelen liegen. Sie sind sehr glücklich, zu essen und zu trinken, denn das steht ihnen ja auch frei. Genießt! Das alles ist für uns! (Zum Publikum, das auflacht:) Eßt und trinkt! Aber sie schauen nicht zur Seite. Die Klugen sagen: „Nein, das hat keinen bleibenden Wert für uns.“ Aber von diesen Juwelen, von denen es keine wunderbareren gibt, müßt ihr nehmen, und soviel ihr auch davon nehmen mögt, es wird nicht weniger. Tausende von Millionen Menschen laufen auf diesem Durchgang vom Hier zum Jenseits, und der Strom endet nie. Wenn einer heruntergenommen wird, kommt ein neuer hinzu. Einer geht, ein neuer kommt. Die ganze Zeit herrscht Fülle, es gibt immer Juwelen, wie auch Essen und Trinken an den Seiten niemals enden. Wer dahin gelangt, daß die Sehnsüchte seiner Seele niemals enden oder verschwinden, der gehört zu den Glücklichen.

Jederzeit könnt ihr diese Schätze finden, deshalb ist es gut, ein Tasbih bei sich zu haben. Wer ein Tasbih bei sich trägt, wird daran erinnert, jede Stunde, jede Sekunde, und es läßt ihn sagen: „Allah, Allah“, „La ilaha illa llah“ oder „allahumma ssalli ‘ala Mu- hammad wa ‘ala ali Muhammadin wa sallim“, all das, was zum Lobpreis Allahs des Allmächtigen gehört: subhanallah, al-hamdu lillah wa la ilaha illa llah wa llahu akbar. All das sind die Juwelen. Das hilft den Menschen, zu erinnern, und jetzt in der heutigen Zeit versucht Shaytan, die Leute zu beschuldigen, die ein Tasbih bei sich tragen, indem er sagt: „Wozu trägst du denn das? Du kannst doch mit den Fingern zählen.“ Und ich sage: „Nein. Nicht mit den Fingern. Wir haben dies, wir brauchen es mehr und mehr. Der Prophet, alayhi ass-ssalatu wa s-salam, hat den Eingang zu den Schätzen geöffnet und gesagt: „Nach dem Gebet machen wir je 33 (subhanallah, al-hamdu lillah, allahu akbar), aber wer nach diesen 99 mehr machen will, dem steht es frei.“ Jene shaytanischen Leute, Wahhabi-Leute, sie benutzen niemals solch ein Tasbih. Sie sagen: „Für was? – Um Zahlen zu zählen, oder wozu braucht ihr dieses Tasbih? Könnt ihr es nicht ohne?“ – Ja, ich habe es so viele Male versucht, und wenn ich es ohne Misbah, Tasbih versucht habe, so ende ich meist nach einer Weile und vergesse es, dies aber erinnert mich.

Und es ist auch ein gutes Kennzeichen für Muslime, es ist ein Symbol für Muslime, ein Tasbih mit sich zu tragen, und besonders ein Zeichen für Tariqa-Leute. Denn Tariqa ist eine striktere Disziplin. Manchmal fragen Leute ganz dumm nach Tariqats: Tariqa ist Shari‘a, das göttliche Gesetz in einer Disziplin, aber strikter. Shari‘a gibt den Leuten mehr Zeit für Dunya, Tariqa aber läßt es weniger und weniger werden und sie dafür mehr und mehr mit ihrem Herrn sein. Shari‘a sagt, man könne Dunya im Bereich des Erlaubten nutzen, soviel man wolle, Tariqa aber sagt: „O Leute, ihr dürft nur soviel von der Dunya nehmen, wie ihr braucht, was darüber hinausgeht, widmet Allah.“ Daher ist Tariqa eine strengere Disziplin, und wer ein Tasbih in Händen hält, versucht, diese Disziplin einzuhalten und seinen Herrn nicht zu vergessen. Denn wer vergißt, ist vergessen und verloren. Wer seinen Herrn den Allmächtigen vergißt, ist dabei, mit seinem Ego und seinem Shaytan zu sein. Kein Allah für ihn. Und ihr werdet in Unglauben fallen, in die Dunkelheit der Höllen. Manchmal, wenn man Leuten ins Gesicht schaut, so sieht man, daß es von Dunkelheit bedeckt ist. Dunkelheit. Dunkelheit bedeutet nicht die Hautfarbe schwarz. Nein, es sind Weiße, aber über ihren Gesichtern liegt Dunkelheit. Die Gesichter von Menschen schwarzer Hautfarbe aber leuchten, sie strahlen Licht aus.

Das kommt von Allah dem Allmächtigen, daß die Gesichter seiner Diener leuchten. Das Gesicht eines Seiner Diener, der für Ihn arbeitet, erstrahlt, die Gesichter derjenigen aber, die für ihr Ego arbeiten und im Dienst Shaytans stehen, von denen geht Dunkelheit aus, auch wenn ihre Hautfarbe weiß ist. Man kann ihnen nicht ins Gesicht sehen. Wenn man sie freundlich ansieht, solche Leute, die den Göttlichen Dienst verlassen haben, dann läßt die Dunkelheit ihrer Gesichter einem die Haare zu Berge stehen.

Deshalb ist es wichtig, nach all den Mitteln zu schauen, die dabei helfen, weiterhin mit Allah dem Allmächtigen zu sein. Und so du mit deinem Herrn bist, erscheinen diese Lichter auf deinem Antlitz und deinem Körper, innerlich und äußerlich. Die aber, die vergessen, tragen Dunkelheit auf ihren Gesichtern, sie können nicht lächeln, sie können nicht lieben, und wenn sie lächeln, erscheint es aufgesetzt, wenn sie lachen, wirkt es gezwungen. Das ist ihre Strafe in diesem Leben, weil sie mit Shaytan sind, und Shaytans Gesicht ist dunkel, in Dunkelheit. Shaytan lächelt niemals, außer wenn er den Menschen eine Falle stellt und einer hineinfällt, dann lacht Shaytan. Deshalb ist es so, daß Milliarden Menschen vergessen haben, wie man lächelt oder lacht. Vorbei.

Deshalb schaue ich manchmal einige Programme im Fernsehen an, um zu sehen, was Leute darin vorspielen. Einer stellt den Glücklichen vor so vielen Leuten dar, so daß, wer dies Fernsehspiel anschaut, angeregt durch ihr Lachen, lachen mag. Wenn sie nicht lachen, so haben sie ihr Lachen wohl verloren, sie haben vergessen, wie man lacht. Deshalb lachen sie im Fernsehen: hi, hi, hi und ha, ha, ha (die Anwesenden sind erheitert über die lebendige Vorführung) auf so spezielle Art, weil die Leute niemals lachen. Zu hören aber, wie andere Leute lachen, bringt sie selbst zum Lachen. Deshalb: Wer mit Allah dem Allmächtigen ist, ist immer glücklich und freut sich. Wenn Leute zu mir kommen wollen, sage ich: „Wenn ihr nicht lachen wollt, dann kommt nicht zu mir! Geht weg! Kehrt um!“

Ja. Wir sind glücklich mit Allah, wo endlose Barmherzigkeit ist [Leute rufen: Amin!], wir sind glücklich, wir sind stolz über diese Begünstigungen [Amin!] bei unserem Herrn. Endlose Ehre. [Amin!] Aber die Mehrheit der Leute hat es verloren, und sie können nicht lächeln, selbst mit ihrem Lächeln ist es zu Ende. [Zu den anwesenden Ägyptern:] ... Nur die Ägypter ... Ja. – Wa min allah at-tawfiq Und mit Allah ist Gelingen.

Lefke, 21.03.2001


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